Mareike Aßmus (l.) und Heidi Richter vom Werkstattrat der Ledder Werkstätten, der Vertretung der Beschäftigten, haben dem Landtagsabgeordneten Frank Sundermann ein Protestpapier zur aktuellen Diskussion über die Werkstätten überreicht. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

„Arbeit hat auch einen persönlichen Wert“ – Mehr Hilfen für Familien

Sundermann besucht Ledder Werkstätten – Neue Wohnangebote aufbauen

Tecklenburg-Ledde. Rund 1.350 Menschen mit Behinderung und 600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ohne Beeinträchtigung sind bei den Ledder Werkstätten in Ledde und den dazugehörigen Einrichtungen beschäftigt – ein Großteil von ihnen sozialversicherungspflichtig. Damit gehören sie zu den Top 10 der Arbeitgeber im Tecklenburger Land. Der Landtagsabgeordnete im Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), hat sich mit dem Geschäftsführer Dr. Frank Plaßmeyer und dem Geschäftsfeldleiter für Arbeit und Berufliche Bildung, Andreas Laumann-Rojer, über die soziale und wirtschaftliche Komponente, über fehlende Beratungsangebote für Familien mit beeinträchtigten Angehörigen und über geplante neue Wohnangebote ausgetauscht.

 

„Die Werkstätten sind keine Endstation“

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen in den Werkstätten auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten ist ein Ziel unseres Sozialunternehmens. Für einige ist das der richtige Weg, auch wenn sie dort aufgrund ihrer Behinderung ebenfalls einen Nachteilsausgleich brauchen. Andere kommen dauerhaft besser bei uns zurecht oder kommen auch wieder zurück, aber die Werkstätten sind keine Endstation, sondern ein wichtiger Beitrag zu mehr Teilhabe und Selbstständigkeit“, sagt Plaßmeyer. Sundermann: „Arbeit hat auch einen persönlichen Wert, dabei geht es nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern in seiner Arbeitskraft gebraucht zu werden, etwas zu produzieren oder zu erwirken.“

 

Der Landtagsabgeordnete im Tecklenburger Land, Frank Sundermann (M.), hat sich mit dem Geschäftsführer Dr. Frank Plaßmeyer (r.) und dem Geschäftsfeldleiter für Arbeit und Berufliche Bildung, Andreas Laumann-Rojer, über die soziale und wirtschaftliche Komponente, über fehlende Beratungsangebote für Familien mit beeinträchtigten Angehörigen und über geplante neue Wohnangebote ausgetauscht. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Anstellung bedeutet auch Freiheit und Teilhabe

Mit einem volkswirtschaftlichen Blick ergänzte Laumann-Rojer, dass die Anstellung der Menschen mit Behinderung auch Freiheit, Teilhabe und Arbeitsmöglichkeiten für die Eltern bedeutet, und somit wieder etwas in die Gesellschaft zurückfließe, was vorher in die Werkstätten investiert worden sei. Plaßmeyer kritisierte jedoch, dass es wenig Hilfen und Unterstützung für betroffene Familien gebe: „Wenn sich Familien mit einem beeinträchtigten Familienmitglied an uns wenden, beraten wir natürlich und helfen weiter, aber eine zentrale Anlaufstelle und eine aufsuchende Beratung gibt es nicht. Die Familien müssen sich selber schlau machen und die Informationen mühsam zusammensuchen.“

 

Teilhabe bedeutet auch selbstständiges Wohnen

Zu Teilhabe und Integration am gesellschaftlichen Leben gehöre aber nicht nur die Arbeit, sondern auch selbstständiges Wohnen. Laumann-Rojer: „Wir wollen uns beim ambulant betreuten Wohnen weiterentwickeln und selber mehr Einrichtungen bauen, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen weitgehend selbstständig wohnen können. Die Nachfrage ist groß. Heutzutage wird viel früher losgelassen, was die Selbstständigkeit erkennbar fördert und eine gute Entwicklung ist.“ Sundermann ist der Überzeugung, dass viele Menschen in der Region eine Verbindung zu den Ledder Werkstätten haben. „Die Ledder Werkstätten werden mit der Region identifiziert und sind für viele Menschen ein wichtiger Anker und eine wichtige Begleitung“, sagt Sundermann.

 

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