Von Berlin nach Tecklenburg: Michael Müller (4.v.l.) hat sich mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern über Mobilität, Wohnen und Flüchtlingspolitik ausgetauscht. Mit dabei: David Ostholthoff, Jürgen Coße MdB, Reyhan Sahin, Michael Müller, Stefan Streit, Christina Rählmann, Frank Sundermann MdL, Dr. Marc Schrameyer und Rainer Lammers. Bild: Büro Sundermann/Norbert Gaßner

„Wie regiert man eigentlich Berlin?“

Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Müller mit Sundermann und Bürgermeistern im Gespräch

Tecklenburg. Prominenter Besuch in Tecklenburg: Michael Müller (SPD), der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin und Bundestagsabgeordnete, war zu Besuch in der Region und hat sich mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann, dem örtlichen Bundestagsabgeordneten Jürgen Coße und mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem Tecklenburger Land ausgetauscht. Themen waren vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Mobilität sowie Fachkräfte- und Mitarbeitermangel. Aber etwas Zeit für eine kleine Stadtführung mit Bürgermeister Stefan Streit durch die historische Altstadt zur Freilichtbühne und Burganlage war auch noch: „Das mittelalterliche Flair und die tolle Aussicht sind wirklich einmalig“, sagte Müller.

 

Über Zeit als Regierender Bürgermeister berichtet

Mit dabei waren außerdem Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer aus Ibbenbüren, Bürgermeisterin Christian Rählmann aus Mettingen, Rainer Lammers aus Lotte und David Ostholthoff aus Hörstel. Auf die Frage, wie man denn eigentlich Berlin regiere, berichtete Müller über seine Zeit als Regierender Bürgermeister: „Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr einen Zuzug von 40.000 Menschen; Flüchtlinge noch nicht mit eingerechnet. Das war fast unmöglich, so schnell die Rahmenbedingungen zu schaffen, wie genügend Wohnraum, Kita- und Altenpflegeplätze. Und Berlin ist in zwölf Bezirke unterteilt, die jeweils sehr eigenständig handeln können. Das ist teilweise schon eine Herausforderung gewesen“, sagte Müller.

 

Gemeinsam haben sich Sundermann und Müller mit Stefan Streit und den übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Tecklenburger Altstadt, Freilichtbühne und Burganlage angeschaut. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Fehlender oder zu teurer Wohnraum

Das Thema fehlender oder zu teurer Wohnraum spiele sowohl in Berlin als auch im Tecklenburger Land eine Rolle, wo Baugrundstücke oder Wohnungen teilweise schon fast genauso viel kosten. Sundermann: „Die SPD in Nordrhein-Westfalen will mit einer Landeswohnungsbaugesellschaft kleinere Kommunen wie Tecklenburg dabei unterstützen, unabhängig vom Markt günstigeren Wohnraum anbieten zu können.“

 

Mobilität in Berlin und im Tecklenburger Land

Auch das Thema Mobilität spielte bei dem Gespräch eine Rolle. „Wenn ihr in Berlin darüber redet, ob die U-Bahn oder der Bus im Fünft- statt im Siebenminutentakt fährt, müssen wir hier im Tecklenburger Land froh sein, wenn überhaupt ein Bus fährt. Hier sind die Rahmenbedingungen natürlich ganz anders. Hier wohnen weniger Menschen und die Nachfrage bündelt sich nur zu bestimmten Zeiten“, sagte Sundermann.

 

Mit dem Intendanten Radulf Beuleke auf der Tecklenburger Freilichtbühne. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Integration von Flüchtlingen – Arbeitsmarkt

Hier wie dort sei sowohl in Berlin als auch in Tecklenburg und den Nachbarkommunen das Fehlen von Mitarbeitern und Fachkräften ein großes Problem. Müller, gemeinsam mit Coße Mitglied des Auswärtigen Ausschusses in Berlin, sprach in diesem Zusammenhang den Zuzug von Flüchtlingen an: „Menschen fliehen vor dem Krieg in der Ukraine, aber auch aus anderen Gründen nach Deutschland. Es ist wichtig, dass wir sie integrieren bzw. sie sich integrieren können, wenn sie bleiben möchten, denn sie werden auf unserem Arbeitsmarkt gebraucht.“

 

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