In der ehemaligen Werstatthalle 1 auf dem Zechengelände hat sich der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (r.) unter anderem mit Thomas Röwekämper (l.), Geschäftsführer vom Verein Bergbautradition Tecklenburger Land e.V., und Jürgen Strübbe aus der Abteilung Bergbaumuseum im Verein Bergbautradition Tecklenburger Land, über die die Pläne für das zukünftige Museum und Nutzung des Geländes ausgetauscht. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

Ehemaliges Zechengelände: Bildung und Tourismus

Landtagsabgeordneter Sundermann und Knappenverein blicken in die Zukunft

Ibbenbüren. Heiraten, wo früher angehende Bergleute das Arbeiten unter Tage gelernt haben, oder Lernen, wo früher Großmaschinen standen. Der ehemalige Lehrstollen des Knappenvereins Tecklenburger Land an der Osnabrücker Straße liegt etwas versteckt hinter einer Hecke, bietet aber ein tolles Ambiente im Industrie-Chick und soll zukünftig für Veranstaltungen und eben auch Trauungen genutzt werden. Rund 1.600 ehrenamtliche Arbeitsstunden habe der Verein bisher in die Restaurierung des Stollens gesteckt. Der Vorsitzende des Knappenvereins , Harald Böhm, und Christian Israel, Leiter der Arbeitsgruppe Bergbaumuseum, haben mit dem Landtagsabgeordneten für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), über die Zukunftspläne für das Areal rund um den Lehrstollen, den Wasserturm und das ehemalige Bergbaumuseum gesprochen.

 

Besonders beeindruckend war in der Werkstatthalle 1 der französische Dielenholzboden, der auf den ersten Blick wie ein Steinboden aussieht. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Ehemalige Werkstatthalle 1 als Museumsgebäude?

Gemeinsam haben sie sich auch die ehemalige Werkstatthalle 1 von 1937 angeschaut, die als zukünftiges Gebäude für das Museum infrage kommen könnte. Besonders beeindruckend sei der französische Dielenholzboden, der auf den ersten Blick wie ein Steinboden aussieht. Ein aktuell entworfenes Konzept beinhaltet anstelle eines reinen Bergbaumuseums ein „Museum der Bodenschätze“, das über das Thema Bergbau hinaus geht und die geologischen Besonderheiten des Tecklenburger Landes darstellt.

 

Außerschulischen Lernort errichten

„Mit Blick auf den derzeitigen Fachkräftemangel und das Ziel, das technische Know-how des Bergbaus zu bewahren und an die kommenden Generationen weiterzugeben, ist es sicherlich ein guter Ansatz, hier einen außerschulischen Lernort zu errichten, an dem die Kinder und Jugendlichen die Maschinen anfassen, eine Schachtglocke bedienen und die Technik selber ausprobieren können“, sagt Sundermann.

 

Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann hat sich bei den Mitgliedern des Knappenvereins und Museumsvereins über die Pläne für ein neues Museum informiert und sich die Werkstatthalle 1 angeschaut. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Knappenverein nur projektbezogen gefördert

Jörg Buhren-Ortmann, Vorsitzender des Vereins für Bergbautradition im Tecklenburger Land, erklärte, dass der Knappenverein nur punktuell und projektbezogen von der RAG-Stiftung gefördert werde und keine dauerhaft gesicherte Finanzierung habe. Auch der Museumsverein könne bei einem Großprojekt wie dem neuen Museum nicht mehr federführend tätig sein, hier sei ein Träger nötig. Die Zeit dränge, weil die derzeit über 1.000 im Magazin lagernden Exponate und die Großmaschinen so schnell wie möglich wieder an einen trockenen und sicheren Standort kommen müssen, um keinen Schaden zu nehmen. Der Pachtvertrag mit der RAG Ibbenbüren laufe 2025 aus. Sundermann versprach, den Verein zu unterstützen und sich auf Landesebene nach Fördermitteln und Möglichkeiten zur Unterstützung schlau zu machen.

 

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