Auf dem Spielplatz der Kita Wunderblume in Püsselbüren steht nun ein Baum mehr: Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD, l.) hat mit Anne Lahrmann, Geschäftsführender Vorstand und Koordinatorin für den Bereich Kita beim Begegnungszentrum für Deutsche und Ausländer, dem Träger der Kita Wunderblume, mit Einrichtungsleiter Julian Baar und Ralf Stieneker, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Ibbenbüren (r.), über Probleme bei den Personalkosten, steigende Bürokratie, die aktuelle Coronalage und Angebote für Ukraine-Flüchtlinge. Bild: Büro Sundermann

Zu wenig Geld fürs Personal – zu viele Kinder pro Gruppe

Landtagsabgeordneter Sundermann pflanzt Baum an Kita Wunderblume – Kritik am Kibiz

Ibbenbüren. Als der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), das erste Mal die Kita Wunderblume in Püsselbüren besucht hat, stand die Einrichtung kurz vor der Eröffnung. Mittlerweile werden hier täglich 64 Kinder betreut, die „vor allem ein tolles Außengelände zum Spielen haben“, findet Sundermann. Und um das Spielgelände der Kita noch etwas zu verschönern, habe Sundermann, von Haus aus gelernter Gärtner, eine Rotbuche – den Baum des Jahres – mitgebracht und selber eingepflanzt.

 

Diskussion über Bürokratie, Corona und Ukraine

Anschließend diskutierte Sundermann mit Anne Lahrmann, Geschäftsführender Vorstand und Koordinatorin für den Bereich Kita beim Begegnungszentrum für Deutsche und Ausländer, dem Träger der Kita Wunderblume, mit Einrichtungsleiter Julian Baar und Ralf Stieneker, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Ibbenbüren, über Probleme bei den Personalkosten, steigende Bürokratie, die aktuelle Coronalage und Angebote für Ukraine-Flüchtlinge.

 

Bild: Büro Sundermann

 

KiBiz deckt Personalkosten nicht ab

„Wir haben das Problem, dass das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung die Personalkosten überhaupt nicht abdeckt. Wir haben bei den Gehältern eine Tarifsteigerung von 1,8 Prozent, aber nur 0,8 Prozent Steigerung beim/im KiBiz. Die Personalkosten wurden von der Landesregierung so kalkuliert, dass ältere Erzieherinnen in höheren Gehaltsstufen in den nächsten Jahren vermehrt in den Ruhestand gehen und jüngere Mitarbeiterinnen nachkommen würden, die nicht so teuer seien“, kritisiert Lahrmann. Aus Sicht von Sundermann sei das eine absolute Fehlplanung: „Und es zeigt, dass die Landesregierung die Kosten für frühkindliche Bildung möglichst gering halten möchte, statt mehr Geld in die Kitas zu investieren.“

 

„Gruppen immer noch viel zu groß“

„Außerdem sind die Gruppen immer noch viel zu groß“, sagt Einrichtungsleiter Baar. Im Gruppentyp 3 (3 bis 6 Jahre) seien 25 Kinder, teilweise sogar 27 Kindern untergebracht. „Wir von der SPD-Fraktion fordern ebenfalls einen besseren Betreuungsschlüssel und kleinere Gruppen“, sagt Sundermann.

 

Bild: Büro Sundermann

 

Hohe Belastung in Kitas und sozialem Bereich

Zu den grundsätzlichen Rahmenbedingungen werde der Kita-Alltag nun schon seit zwei Jahren durch die Coronapandemie geprägt: „Zurzeit haben wir sehr viele Ausfälle wegen Corona, sowohl Erzieherinnen als auch Kinder, die nun langsam wieder zurückkommen“, sagt Lahrmann. Das alles führe dazu, dass viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen belastet seien, was wiederum zu einem hohen Krankheitsstand führe. Lahrmann: „Das ist aber nicht nur hier bei uns in der Wunderblume so, sondern allgemein in den Kitas und im sozialen Bereich.“

 

Brücken-Angebote für Ukraine-Flüchtlinge schaffen

Lahrmann erläuterte außerdem, dass das Begegnungszentrum Brücken-Angebote für Ukraine-Flüchtlinge schaffen wolle. „Gespräche mit dem Jugendamt Ibbenbüren laufen. Denkbar wäre zum Beispiel ein niederschwelliges Angebot und Programm am Nachmittag für die Mütter mit ihren Kindern, die sorglos spielen könnten. Dafür müssen wir natürlich Personal finden, das auch von Quereinsteigern und Ehrenamtlichen unterstützt werden könnte.“

 

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