Mit tatkräftiger Unterstützung der Kita-Kinder hat der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (2. v.l.) eine Rotbuche auf dem Geländer der Kita gepflanzt. Mit dabei waren Andreas Kuhn, Nicole Ventker, Gerda Stiller und Einrichtungsleiterin Leiterin Sema Topal Kahya (v.l.n.r.). Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

Kinder mit Sprachproblemen besser fördern

Landtagsabgeordneter Sundermann im Gespräch mit AWO Kita – Baum des Jahres gepflanzt

Lengerich. Acht bunte Kinderschaufeln buddeln fleißig ein großes Loch in den Rasen auf dem Spielgelände der AWO Kita Münsterstraße in Lengerich. Das Loch ist bestimmt für eine Rotbuche, den Baum des Jahres 2022, den der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), mitgebracht und auch eingepflanzt hat. Anschließend hat sich Sundermann mit der Leiterin Sema Topal Kahya, Erzieherin Nicole Ventker, der AWO-Vorsitzenden Gerda Stiller und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden AWO-Vorsitzenden Andreas Kuhn über den Bedarf nach einer besseren Förderung für Kinder mit Sprachproblemen, der Ausbildungs- und Personalsituation an Kitas und der Finanzierung von frühkindlicher Bildung ausgetauscht.

 

Acht kleine Gärtnerinnen und Gärtner

Mit der Hilfe von acht kleinen Gärtnerinnen und Gärtnern hat Sundermann die Rotbuche auf dem Spielgelände der Kita neben den Sandkasten gepflanzt. „Es ist immer toll, wenn ich gemeinsam mit Kindern Bäume pflanzen kann. Kinder sind so wissbegierig, wollen gerne helfen und als gelernter Gärtner kann ich ihnen einiges erklären, was genau ich da eigentlich tue, damit der Baum anschließend auch gut wachsen kann. Ab und zu bekomme ich dabei auch Regenwürmer geschenkt, die die Kinder beim Buddeln gefunden haben“, sagt Sundermann. „Die Rotbuche, der häufigste Laubbaum Deutschlands, ist zum Baum des Jahres 2022 gewählt worden, um die Klimakrise weiter in den Vordergrund zu rücken, denn auch die Buchen sterben bei uns immer häufiger“, sagt Sundermann.

 

Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Kinder mit Sprachdefiziten stärker fördern

Aber Sundermann war auch in die Kita gekommen, um sich über die aktuelle Situation in der frühkindlichen Bildung zu informieren. Ein Aspekt sei dabei für Kuhn besonders wichtig: „Kinder mit Sprachdefiziten, etwa aufgrund eines Migrationshintergrundes, müssen besser gefördert werden.“ Auch die Einrichtungsleiterin Topal Kahya verwies darauf, dass das Fehlen von Sprach- und Grundkompetenzen oft ein Problem sei. Sundermann: „Ich sehe das auch so. In der Kita wird Sprache gelernt und Spracherwerb gehört zur frühkindlichen Bildung. Deshalb müssen dafür in der Einrichtungsfinanzierung von vornherein die entsprechenden Ressourcen vorhanden sein, die je nach Bedarf einer Kita durch Zuschüsse erhöht werden können.“

 

Sind Kinder wirklich „fit“ für die Schule?

„Wir stehen in engem Austausch mit den Eltern und Grundschulen, wenn die Kinder in die Schule wechseln. Insbesondere dann, wenn wir Probleme sehen. Ob die Kinder dann wirklich eingeschult werden, entscheidet jedoch die Schule bzw. das Gesundheitsamt. Da wir die Kinder seit Jahren kennen, wäre es sicherlich sinnvoll, hier mit einbezogen zu werden“, sagt Topal Kahya. „Wichtig ist auch, dass der Stichtag nicht mehr das einzige Kriterium für die Einschulung ist. Eltern, Kinderärztinnen und eben auch Erzieher sollen mit ihren Beurteilungen ernst genommen werden und auch eine spätere Einschulung möglich machen“, nannte Sundermann eine Forderung der SPD.

 

Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

Kita-Finanzierung neu aufstellen

Im Hinblick auf den Personalmangel, der durchaus auch in der AWO Kita in Lengerich zu spüren sei, fordert die SPD-Fraktion in NRW eine bessere Bezahlung von Erzieherinnen und Erziehern. „Mit der Praxisintegrierten Ausbildung ist jetzt immerhin schon mal erreicht, dass die angehenden Erzieher und Erzieherinnen während der Ausbildung bezahlt werden“, sagt Nicole Ventker. Zur Forderung nach einer auskömmlichen Finanzierung der Kitas unabhängig von der Stundenbuchung und für eine verlässliche Personalplanung sagte Sundermann: „Wir als SPD in NRW wollen die Kita-Finanzierung neu aufstellen. Statt Pauschalen für Belegungs- und Buchungszeiten statten wir Kitas durch eine auskömmliche Sockelfinanzierung so aus, dass sie keinen enormen bürokratischen Aufwand mehr haben, um Geld zu beantragen und abzurechnen, damit mehr Zeit für die Kinder bleibt.“

 

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