Im Einzelfalls könnte der NWL Umbaumaßnahmen auch zu 100 Prozent fördern, sagt der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD), der sich hier gemeinsam mit SPD-Fraktionsvorsitzendem Karsten Huneke (m) und Vertretern vom VdK den Bahnhof Kattenvenne anschaut. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

Bahnhof Kattenvenne: 100 Prozent Förderung durch das Land möglich

Landtagsabgeordneter Sundermann: Bezirksregierung muss Einzelfallentscheidung zustimmen

Lienen-Kattenvenne/Düsseldorf. Gute Nachrichten für einen barrierefreien Umbau des Bahnhofs Kattenvenne? „Bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an Bahnhöfen aus Landesmitteln durch den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ist im Einzelfall nach Zustimmung durch die Bezirksregierung eine 100-prozentige Förderung der Baukosten möglich“, sagt der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD). Was zunächst sehr technisch klingt, könnte für Kattenvenne eine realistische Möglichkeit für eine Bahnhofssanierung sein.

 

Normalerweise nur 90 Prozent-Förderung

„Normalerweise fördert der NWL nur 90 Prozent der Baukosten, doch ein Haushaltssicherungskonzept, in dem sich die Gemeinde Lienen befindet, könnte so ein Einzelfall sein.“ Sundermann hatte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, um Fördermöglichkeiten für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs Kattenvenne auszuloten.

 

Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Land übernimmt auch Planungskosten

„Ich verstehe die Antwort der Landesregierung so, dass der NWL im Falle einer Förderung dann nicht nur die 100 Prozent Baukosten, sondern auch die Planungskosten übernehmen würde, die im Normalfall ebenfalls die ausführende Kommune zu den 10 Prozent Baukosten tragen müsste“, sagt Sundermann. Bei geschätzten Baukosten von rund 3,7 Millionen Euro für den barrierefreien Umbau mit Aufzug käme das für die Gemeinde Lienen derzeit nicht infrage. Deshalb habe von dem Förderprogramm auch noch keine Kommune im NWL Gebrauch gemacht. Sundermann: „Für kleinere Bahnhöfe unter 1.000 Fahrgästen und insbesondere für Kommunen im Haushaltssicherungskonzept bleibt ansonsten nur der Weg, über die Prioritätenliste des NWL in ein Förderprogramm zu kommen.“

 

SPD fordert Antrag auf Einzelfallentscheidung

Karsten Huneke, SPD-Fraktionsvorsitzender in Lienen: „Wir beauftragen die Verwaltung, einen Antrag auf Einzelfallentscheidung zur 100%-Förderung des barrierefreien Umbaus des Bahnhofes in Kattenvenne beim NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) und bei der Bezirksregierung zu stellen. Es ist ein fraktionsübergreifendes Ziel, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten.“

 

Rund 600 Fahrgäste täglich

Der Bahnhof in Lienen-Kattenvenne hat rund 600 Fahrgäste täglich und keinen barrierefreien Zugang zum Bahngleis in Richtung Osnabrück. Er befindet sich aktuell laut NWL auf der Prioritätenliste auf Platz 15. Ein Aufzug wäre nach Einschätzung des VdK wohl die einzige Lösung, um eine Barrierefreiheit herzustellen.

 

Pressemitteilung als PDF

Kleine Anfrage Bahnhof Kattenvenne

Antwort der Landesregierung zum Bahnhof Kattenvenne