Der Landtagsabgeordnete Frank Frank Sundermann hat eine Kleine Anfrag ezum Ausmaß und zur Aufklärung von Geldautomatensprengungen im Kreis Steinfurt gestellt. Laggenbeck hat es besonders getroffen, als hier innerhalb von wenigen Monaten die Filialen der Kreissparkasse und Volksbank zerstört wurden. Bild: Büro Sundermann

45 Prozent der Fälle aufgeklärt – Eine Million Euro Schaden

Sundermann stellt Kleine Anfrage zu Geldautomatensprengungen im Kreis Steinfurt

Ibbenbüren/Kreis Steinfurt/Düsseldorf. In den vergangenen Monaten kam es im Kreis Steinfurt vermehrt zu Sprengungen von Geldautomaten. Laggenbeck hat es besonders getroffen, als hier innerhalb von wenigen Monaten die Filialen der Kreissparkasse und Volksbank zerstört wurden. Im Juli 2021 wurde ein Bankautomat in Greven gesprengt. Vor dem Hintergrund des skrupellosen Vorgehens der Täter und der gehäuften Fälle hat sich der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung gewandt und nach dem Ausmaß der Schäden und der Aufklärungsrate gefragt.

 

Elf Angriffe und eine Million Euro Schaden in fünf Jahren

„Insgesamt gab es in den vergangenen fünf Jahren elf Angriffe auf Geldautomaten im Kreis Steinfurt. Fünf Fälle, d.h. 45 Prozent der Fälle, konnten im entsprechenden Zeitraum aufgeklärt werden, jedoch keine Festnahmen oder Verurteilungen von der Kreispolizeibehörde Steinfurt vorgenommen werden“, sagt Sundermann. Der entstandene Schaden zwischen 2017 und Anfang 2022 betrage 1.062.250 Euro. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.

 

Die Filiale der Kreissparkasse in Laggenbeck musste vorübergehend geschlossen werden.

 

Keine Verurteilungen im Kreis Steinfurt

Der Leitende Oberstaatsanwalt in Münster habe mitgeteilt, dass es in der Zeit seit 2017 keine Verurteilung gegeben habe, bei der der Gegenstand eine Geldautomatensprengung (2017: 4 Sprengungen, 2018: 2; 2019: 1; 2020: 0; 2021: 3; 2022: 1; Stand: 27.01.2022; darunter Versuche und Vollendungen) im Kreis Steinfurt war bzw. ist. „Nicht auszuschließen ist aber, dass Taten, die in dem mit der Kleinen Anfrage angesprochenen Kreis begangen worden sind, außerhalb des entsprechenden Landgerichtsbezirks – auch außerhalb des Landes Nordrhein-Westfalen – zur Verurteilung gelangt sind“, heißt es in der Antwort der Landesregierung.

 

2017 Täter in Niederlanden gefasst

Allerdings konnten laut Landesregierung im Jahre 2017 drei Personen nach einer Verfolgungsfahrt, deren Ausgangspunkt eine Geldautomatensprengung im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Steinfurt war, in den Niederlanden festgenommen werden. Die Festnahme erfolgte durch niederländische Polizeikräfte. Weiter heißt es in der Antwort der Landesregierung: „Darüber hinaus berichtete das LKA NRW, dass die in den Niederlanden festgenommen drei Personen aus dem Jahre 2017 in dem in die Niederlande abgegebenen Strafverfahren zu drei, sechs und neun Jahren Haft verurteilt wurden.“

 

Mehr Sicherheitsmaßnahmen und bessere Zusammenarbeit gefordert

„Auf der einen Seite will die Landesregierung rigoros gegen die Banden vorgehen, andererseits haben die Regierungsparteien CDU und FDP einen Antrag unserer SPD-Landtagsfraktion vom Februar 2021 abgelehnt, in dem wir gefordert haben, derartigen Automatensprengungen entschiedener zu begegnen. Und das, obwohl Sachverständige unsere Vorschläge für eine weitere Intensivierung der technischen Sicherheitsmaßnahmen bei den Banken und zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden bei der Fahndung einhellig begrüßt haben. Im Hinblick darauf, dass es im Kreis Steinfurt in den vergangenen fünf Jahren keine Festnahmen und keine Verurteilungen gab und nur 45 Prozent der Fälle aufgeklärt werden konnten, muss hier dringend was geschehen“, sagt Sundermann. Immerhin sei in Laggenbeck sehr schnell eine Lösung dafür gefunden worden, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wieder Geld abheben können.

 

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