Bei der Diskussionsveranstaltung "Von Grund auf fair" hat sich der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD) im Digital Hub in Ibbenbüren mit Experten aus der Region über die großen Herausforderungen zum Thema Wohnen unterhalten. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

„Das Stück Zu Hause, das man hat“

Digitale Diskussionsveranstaltung „Von Grund auf fair“ zum Thema Wohnen im Digital Hub

 „Das Stück zu Hause, was man hat, ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf und mehr als nur zu wohnen“, sagt Frank Sundermann (SPD), der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land. Bei einer Diskussionsveranstaltung am 9. Februar hat er sich mit Experten aus der Region über die großen Herausforderungen zum Thema Wohnen unterhalten. Mit dabei waren: Andreas Becker MdL, Bau- und wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW, Uwe Manteuffel, Technischer Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren, Ute Middendorp, Fachbereichsleitung Soziale Beratung bei der SKF Ibbenbüren und Dipl. Sozialarbeiterin/-pädagogin sowie Hubert Berning vom Mieterverein Münster und Umgebung e. V.

 

Zu wenig mietpreisgebundene Wohnungen

Immer mehr Menschen können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten und ein immer größerer Teil des Einkommens geht für die Miete und insbesondere für die Nebenkosten drauf, oft mehr als 30 oder sogar 40 Prozent des Einkommens. Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen fürs Bauen schlechter als je zuvor: „Nie war das Bauen so teuer, nie war Bauland so teuer wie heute“, sagt Becker. Eigentlich müssten in ganz NRW rund 20.000 neue mietpreisgebundene Wohnungen entstehen. Gerade mal 8.600 habe man im vergangenen Jahr erreicht.

 

Hier gibt es weitere Informationen zur Wohnungspolitik der SPD-Landtagsfraktion.

 

Manteuffel zur Wohnungsbaugesellschaft Ibbenbüren

Manteuffel sprach über die „kleine, aber feine Wohnungsbaugesellschaft“ Ibbenbüren, die jährlich etwa 25 neue Wohneinheiten schaffe. Nicht jede Kommune könne eine eigene Wohnungsbaugenossenschaft oder -gesellschaft gründen, weshalb Kommunen hier unterstützt werden müssten, um geförderten Wohnraum bereitstellen zu können.

 

Uwe Manteuffel (r.) sprach über die „kleine, aber feine Wohnungsbaugesellschaft“ Ibbenbüren, die jährlich etwa 25 neue Wohneinheiten schaffe. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme

 

Sanieren von Häusern im Bestand – Innovation City

Wichtige Aspekte waren außerdem Nachverdichtung, das gezielte Nutzen von Baulücken, aber auch das energetische Sanieren bzw. Bauen und Klimaschutz. „Die Neben-, insbesondere Heizkosten nehmen einen immer größeren Teil ein“, sagt Berning. Dem Sanieren von Häusern im Bestand komme dabei eine besonders große Bedeutung zu, wobei Energieberater/innen hier passgenaue Lösungen entwerfen müssen. Vorbild sei die Innovation City Bottrop, die dank Energieberatung und Förderung die höchste PV-Dichte in ganz NRW habe. Sundermann versprach, Ibbenbüren zur nächsten Innovation City zu machen.

 

Soziale Aspekte des Wohnen – auch Paare in Vollzeit betroffen

Middendorp richtete den Blick auf die sozialen Aspekte des Wohnens. Immer mehr Menschen kommen zu uns in die Beratung, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Miete bezahlen und ob sie noch weiter in ihrer Wohnung wohnen können. Das betreffe längst nicht mehr nur Menschen, die bereits finanzielle Unterstützung vom Staat und zukünftig auch den Heizkostenzuschuss bekommen, sondern auch Paare, von denen beide Partner Vollzeit arbeiten, das Einkommen aber dennoch nicht mehr ausreicht. Auch sie berichtete davon, dass vor allem die Energieschulden zunehmen würden.

 

Schwierige Suche nach Lösungen

Die Suche nach Lösungen gestalte sich schwierig: Finanzielle Unterstützung vom Staat, der Menschen mit geringem Einkommen unter die Arme greift, aber auch mehr und einfacheres Bauen, sowie Kommunen, die mehr Möglichkeiten bekommen müssen, um Bauland günstiger anzubieten.

 

Aktionsplan Wohnen der SPD-Fraktion

Kompaktinfo zum Wohnen der SPD-Fraktion