Michael Reiffenschneider (l.) und der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann haben sich über die Chancen und Möglichkeiten von Dach- und Fassadenbegrünung ausgetauscht. Bild: Firma Reiffenschneider

Wie Dachbegrünung zur Normalität werden kann

Dem Klimawandel begegnen: Sundermann im Austausch mit Landschaftsbau Reiffenschneider

Lengerich/Kreis Steinfurt. Die Folgen des Klimawandels sind Starkregenereignisse und steigende Temperaturen. Besonders Städte und Wohngebiete mit viel versiegelter Fläche haben damit zu kämpfen. Doch Gräser, Blüten und Stauden auf dem Dach können dazu beitragen, mehr Wasser aufzunehmen, die Luft abzukühlen und ein angenehmeres Wohnklima zu schaffen: Etwa 1.000 Quadratmeter Dach- und Fassadenfläche begrünt das Lengericher Garten- und Landschaftsbauunternehmen Reiffenschneider pro Jahr.

 

Problemen des Klimawandels begegnen

„Bei der Dachbegrünung hat sich in den letzten Jahre sehr viel getan, es ist aber noch so viel Potenzial vorhanden, das wir gut und einfach nutzen könnten, um den Problemen des Klimawandels zu begegnen“, sagt Inhaber Michael Reiffenschneider im Gespräch mit Frank Sundermann (SPD), dem Landtagsabgeordneten für das Tecklenburger Land und ebenfalls gelerntem Gärtner und Gartenbauingenieur.

 

35 Prozent der Dächer für Dachbegrünung geeignet

Das Gründachkataster vom Kreis Steinfurt macht das Potenzial deutlich: Von den rund 280.000 Dächern im Kreis Steinfurt eignen sich 35 Prozent gut bis sehr gut für eine Dachbegrünung. Diese grünen Dächer könnten in Zukunft mehr als 179.000 Tonnen Feinstaub und 13,7 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr binden und aus der Atmosphäre entfernen. Reiffenschneider hob das Engagement beim Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt hervor und die gute Zusammenarbeit mit dem „energieland2050“. Das sei schon eine sehr gute Anlaufstelle, doch müsste das Thema noch weiter in die Breite getragen werden.

 

Große Bedeutung der Kommunen als Vorbilder

„Die zentrale Frage ist doch, wie es gelingen kann, dass Dach- und Fassadenbegrünung zur Normalität wird, dass es für die Menschen normal ist, dass Fassaden, Flach- und auch Schrägdächer bepflanzt werden“, sagt Sundermann. Es gebe bereits Förderprogramme, die auch Anreize zur Dachbegrünung schaffen würden. Doch sehen die Programme in jeder Kommune anders aus und den Überblick als Hausbesitzer zu bekommen, sei nicht so einfach. „Den Kommunen kommt eine große Bedeutung zu. Sie können durch Vorzeigeprojekte an öffentlichen Gebäuden wie zum Beispiel Schulen oder Rathäusern eine Vorbildfunktion einnehmen“, sagt Reiffenschneider, Vorsitzender des Bezirksverbands Münsterland im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen.

 

Viel ungenutztes Potenzial – Flächenversiegelung

Aber auch Firmengebäude würden sehr viel bislang ungenutztes Potenzial bieten. Sundermann: „Wenn die unbebaute Fläche am Boden immer weniger wird, müssen wir sie eben weiter oben wieder bepflanzen. Die verfügbare Fläche wird durch Bebauung und landwirtschaftliche Nutzung immer knapper. Und dass wir mehr Wohnraum benötigen, zeigen ja auch die aktuellen Diskussionen. Gleichwohl muss natürlich geschaut werden, dass möglichst wenig Fläche neu versiegelt wird. In Nordrhein-Westfalen ist es täglich eine Fläche von 18 Fußballfeldern bzw. 10 Hektar Land.“

 

Extensive Dachbegrünung nicht teurer

Reiffenschneider, der sich seit zehn Jahren auch auf den Bau und die Pflege von Dach- und Fassadenbegrünungen spezialisiert hat, verwies darauf, dass eine extensive Begrünung nicht viel Pflege benötige und relativ einfach anzulegen sei: „Natürlich muss man zwischendurch schauen, dass sich keine Bäume da oben aussäen. Aber das Anlegen eines Gründachs ist bei einem Neubau nicht teurer als ein konventionelles Dach.“ Allerdings sei das Potenzial bei Häusern im Bestand deutlich größer als bei Neubauten.

 

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