Für eine wohnortnahe medizinische Versorgung, beispielsweise die Möglichkeit zum Röntgen in Westerkappeln, setzt sich der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD) ein. Bild: Büro Sundermann/Gerrit Tschierswitz

„Verhindert bürokratische Sturheit eine bürgernahe Versorgung?“

Pläne für Teleradiologie: Landtagsabgeordneter Sundermann stellt Kleine Anfrage an Landesregierung

Westerkappeln/Ibbenbüren/Düsseldorf. Wer mit Verdacht auf eine Lungenentzündung oder einen Knochenbruch geröntgt werden soll, muss dafür nach Ibbenbüren oder Lengerich fahren. Seit einem Jahr gibt es in Westerkappeln keine Möglichkeit zum Röntgen mehr, obwohl Geräte und fachliche Qualifizierung vorhanden sind. Um die medizinische Versorgung wieder zu verbessern, möchte Dr. Michael Schlathölter eine Kooperation mit der radiologischen Praxis von Dr. Tarek Zoubi in Ibbenbüren eingehen und in Westerkappeln ein teleradiologisches Angebot schaffen.

 

Trotz erfolgreicher Testläufe bislang keine Erlaubnis erteilt

Die Röntgenbilder werden in Westerkappeln aufgenommen und dann digital nach Ibbenbüren übermittelt. Trotz erfolgreicher Testdurchläufe scheitert es bislang an bürokratischen Hürden. „Sowohl die Bezirksregierung Münster als auch die Kassenärztliche Vereinigung haben bisher nicht die notwendige Erlaubnis erteilt. Wie sieht die Landesregierung in Düsseldorf die Einrichtung einer teleradiologischen Kooperation in Westerkappeln und welche Voraussetzungen müssten hierfür gegeben sein?“, fragt der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD).

 

Wie bewertet Landesregierung teleradiologische Kooperation?

Sundermann: „Die technischen Gerätschaften sind vorhanden, die Qualifikation von Herrn Dr. Schlathölter ebenfalls. Deshalb stellt sich mir die Frage, ob hier bürokratische Sturheit eine bürgernahe Versorgung verhindert.“ In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung möchte Sundermann wissen, wie die Landesregierung die Einrichtung einer teleradiologischen Kooperation zwischen Westerkappeln und Ibbenbüren bewertet. „Momentan müssen Patienten aus Westerkappeln und Umgebung nach Ibbenbüren oder Lengerich fahren, um größere Erkrankungen, wie etwa eine ernsthafte Brustkorberkrankung oder einen Knochenbruch abzuklären. Dabei will das Gesundheitsministerium eine flächendeckende Grundversorgung stärken. Wie passt das zusammen?“, fragt Sundermann.

 

Erforderliche Qualifikation liegt vor

Was ist geplant? Schlathölter: „Ein Patient oder eine Patientin könnte bei uns im Ärztehaus, in dem sich eine bereits staatlich geprüfte teleradiologische Röntgeneinrichtung im stillgelegten Zustand befindet, von mir eine Überweisung für eine teleradiologische Röntgenuntersuchung erhalten. Die Überweisung wird an Dr. med. Tarek Zoubi übermittelt und er stellt die rechtfertigende Indikation für die digitale Röntgenaufnahme. Aber anstatt zum Beispiel nach Ibbenbüren zu fahren, könnte der Patient bzw. die Patientin von einer bereits konkret avisierten Medinisch-technischen Radiologieassistentin unter Aufsicht von mir die indizierte digitale Röntgenaufnahme angefertigt bekommen. Meine erforderlichen Qualifikations-Einzelnachweise für die Tätigkeit als Arzt am Orte der Teleradiologie liegen der Ärztekammer Westfalen-Lippe vor.“

 

Entfernung kein Argument für Bezirksregierung

Doch das Strahlenschutzgesetz sehe sehr genaue Vorgaben vor, unter welchen Bedingungen eine teleradiologische Untersuchung zum Einsatz kommen könne, weil sie der Ausnahmefall bleiben soll. Eine teleradiologische Untersuchung sei grundsätzlich nur nachts, an Wochenenden und an Feiertagen möglich, also dann, wenn es aufgrund von Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten in Notfällen schwierig sei, schnell eine notwendige Röntgenaufnahme zu erhalten. Schlathölter: „Die Bezirksregierung stellt den grundsätzlichen Bedarf an eine teleradiologische Kooperation in Westerkappeln in Frage und hält die Entfernungen zu den Radiologien in Ibbenbüren und Lengerich für zumutbar. Zudem hat die KV bereits darauf hingewiesen, dass es für das Konzept noch keine Abrechnungsmöglichkeit gibt, da es bundesweit erstmalig ist.“

 

Gibt es Fördermaßnahmen für Teleradiologie und Telemedizin?

Sundermann möchte deshalb vom Gesundheitsministerium in Düsseldorf wissen, welche Beispiele es aus anderen Bundesländern gibt, in denen solche oder ähnliche telemedizinischen bzw. teleradiologischen Projekte laufen. Sundermann: „Gibt es in Nordrhein-Westfalen weitere geplante teleradiologische Projekte und gibt es von der Landesregierung Programme und Fördermaßnahmen im Bereich der Telemedizin und Teleradiologie?“ Schlathölter und Zoubi hätten eine Unterschriftensammlung für das Projekt gestartet und würden jeden Tag Unterschriften im zweistelligen Bereich bekommen.

 

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