Beim Besuch des Mehrgenerationenhauses hat sich der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (l.) über die finanzielle Situation, aber auch die Projekte informiert. In der Rikscha, einem der neuesten Projekte des MGH, Wolfgang Wiggers (Leiter der Familienbildungsstätte Ibbenbüren und des MGH), Heike Dirksmeyer, Elisabeth Hecker (v.l.n.r.; beide Koordinatorinnen des MGH). Bild: Büro Sundermann

95 Ehrenamtliche und eine ungewisse Zukunft

Landtagsabgeordneter besucht Mehrgenerationenhaus: mehr Geld, aber keine Planungssicherheit

Ibbenbüren. Die gute Nachricht ist, dass der Bund die Förderung für Mehrgenerationenhäuser (MGH), wie das in Ibbenbüren, erhöht und bis 2028 verlängert hat und nun jährlich mit 40.000 Euro fördert. Die Stadt Ibbenbüren gibt jährlich 10.000 Euro dazu. „Wir müssen aber jedes Jahr einen neuen Antrag stellen und vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel auf eine konkrete finanzielle Zusage hoffen“, sagt Wolfgang Wiggers, Leiter der Familienbildungsstätte Ibbenbüren und des MGH.

 

Sundermann: „Es muss mehr Planungssicherheit geben“

Der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), hat sich über das Angebot und die finanzielle Situation vor Ort informiert. „Für die hauptamtlich Beschäftigten, aber auch für die 95 Ehrenamtlichen, die hier täglich tolle Angebote machen und anderen Menschen helfen, muss es mehr Planungssicherheit geben“, fordert Sundermann.

 

Ehrenamtliche bieten ihre Hilfe an – soziale Komponente wichtig

Das neueste Projekt des Mehrgenerationenhauses ist das Rikscha-Projekt – eine Rikscha, die auch Rollstühle befördern kann, sagt Koordinatorin Heike Dirksmeyer. In den Projekten bieten Ehrenamtliche ihre Hilfe an, etwa im Repair-Café oder Internationalen Näh-Café, beim Klön-Telefon oder bei der Taschengeldbörse. „Menschen unterschiedlicher Generationen helfen anderen Menschen, oder geben ihnen etwas noch viel wichtigeres, und zwar ihre Zeit. Die soziale Komponente spielt bei uns eine große Rolle, wenn zum Beispiel nach dem Reparieren noch gemeinsam Kaffee getrunken wird“, sagt Elisabeth Hecker, ebenfalls Koordinatorin des MGH.

 

Direktes Feedback motiviert die Ehrenamtlichen

Wiggers: „Es ist auch schon vorgekommen, dass durch die Ehrenamtlichen eine weiterführende Nachbarschaftshilfe in die Wege geleitet wurde. Es motiviert die Ehrenamtlichen, dass sie direkt ein Feedback zu ihrer Arbeit bekommen. Es ist eine sehr intensive Tätigkeit und eine Win-win-Situation für alle.“ Die Ideen für die Projekte würden zumeist aus dem Team heraus kommen, an das MGH als Wunsch herangetragen oder auch übernommen. So sei zum Beispiel das Café Känga vom Ibbenbürener Bündnis für Familie ins Leben gerufen worden.

 

Ehrenamtlichkeit brauche immer auch Hauptamtlichkeit

Ehrenamtlichkeit brauche immer auch Hauptamtlichkeit zur Unterstützung, Begleitung oder als Ansprechpartner. „Es ist immer gut, wenn auch mal jemand Danke sagt. Und hier wird es perfekt vorgelebt, wie die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichkeit funktionieren kann“, sagt Sundermann. Allerdings sei nicht nur die fehlende Planungssicherheit, sondern auch die ungewisse finanzielle Ausstattung ein Problem. Bald soll die Umsatzsteuerpflicht eingeführt werden, was die Arbeit des Mehrgenerationenhauses erschweren würde: „Wir müssten aufgrund der unterschiedlichen Steuersätze viel mehr Zeit und Arbeit in die Bürokratie stecken“, sagt Wiggers. Sundermann versprach dieses Anliegen zu prüfen und mit nach Düsseldorf zu nehmen.

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