Politikerin ‚auf Zeit‘: „Eine zweite Plenardebatte wäre toll gewesen“

Die "jugendliche" SPD-Fraktion beim 11. Jugend-Landtag 2021 im Düsseldorfer Plenarsaal.

Westerkappelner Schülerin Marie-Louise Reichelt beim Jugend-Landtag

Düsseldorf/Westerkappeln. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Jugend-Landtag noch länger gegangen wäre. Eine zweite Plenardebatte wäre toll gewesen“, lautet das Fazit von Marie-Louise Reichelt (17), die in der vergangenen Woche vom 28. bis 30. Oktober den örtlichen Landtagsabgeordneten für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), beim 11. Jugend-Landtag in Düsseldorf ‚vertreten‘ hat. Drei Tage lang haben die Jugendlichen in Düsseldorf die Abläufe des politischen Alltagsgeschehens nachempfunden und ebenso wie die ‚echten‘ Politikerinnen und Politiker an Fraktions- und Ausschusssitzungen, Aktuellen Stunden und natürlich an der Plenardebatte teilgenommen.

 

Themen: Digitalisierung in der Bildung – Rassismus in der Polizei

Konkret beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Themen „Digitalisierung von Schulen und Hochschulen“ sowie „Gegen Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei“. Die Themen wurden zunächst in den Fraktionen beraten und es fanden Anhörungen von Sachverständigen statt. Anschließend debattierten die jungen Politikerinnen und Politiker ‚auf Zeit‘ in den Ausschüssen über die Anträge. Schließlich wurde in der Plenarsitzung abgestimmt – einschließlich echter Reden vor voll besetztem Plenum.

 

Bei ihrer Teilnahme am Jugend-Landtag traf Marie-Louise Reichelt aus Westerkappeln auch den Landtagspräsidenten André Kuper.

 

Marie-Louise: „Die Plenardebatte war am spannendsten“

Marie-Louise: „Es hat mir gut gefallen und es hat alles richtig gut geklappt. Die Plenardebatte war am spannendsten. Die Atmosphäre im Plenarsaal ist schon beeindruckend.“ So beeindruckend, dass sich Marie-Louise noch eine zweite Plenardebatte gewünscht hätte. Allerdings auch aus inhaltlichen Gründen: „Wir konnten leider keine Änderungsanträge stellen. Deshalb wäre es schon toll gewesen, wenn wir hierfür noch mehr Zeit gehabt hätten“, sagt die Westerkappelner Schülerin.

 

 

„Wenn man selber mal Politik gemacht hat, versteht man die Abläufe“

Doch die Erfahrungen darüber, wie Politik funktioniert und Politikerinnen und Politiker tagtäglich arbeiten, seien für Marie-Louise beeindruckend gewesen: „Man hat ja sonst keine konkrete Vorstellung davon, wie Politik eigentlich genau funktioniert. Aber wenn man das selber mal gemacht hat, versteht man die Abläufe viel besser.“ Es sei eine sehr intensive Zeit gewesen. „Und diejenigen, die nachher im Plenum gesprochen haben, mussten durchaus auch eine Nachtschicht einschieben.“

 

Hier sind die jugendlichen Abgeordneten „auf Zeit“ im Fraktionssaal der SPD-Fraktion.

 

Demokratietraining für alle alle – Umgang mit Stammtischparolen

Letztlich seien im Plenum alle Anträge angenommen worden. „Beim Thema Digitalisierung von Schulen und Hochschulen haben wir uns von der SPD-Fraktion enthalten, weil aus unserer Sicht nur ein Minimalkonsens erreicht werden konnte. Außerdem fehlten uns die sozialen Aspekte“, sagt Marie-Louise. Dem Gesetzentwurf „Gegen Rechtsextremismus in der Polizei“ hätten alle Fraktionen zugestimmt, mit Ausnahme der AfD. Zu Beginn des Jugend-Landtags habe es für alle ein Demokratietraining der Landeszentrale für politische Bildung gegeben: „Es ging darum, wie man auf Stammtischparolen reagiert und antworten kann“, sagt Marie-Louise.

 

Sundermann: „Freue mich, wenn das Interesse an Politik geweckt wird“

„Es war für mich eine tolle Erfahrung, am Jugend-Landtag teilgenommen zu haben und ich bin sehr froh, dass ich mich beworben und teilgenommen habe“, sagt Marie-Louise. Sundermann lädt jedes Jahr Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus seinem Wahlkreis ein, sich beim Jugend-Landtag zu bewerben und drei Tage lang in Düsseldorf auf seinem Abgeordnetenplatz zu sitzen. „Wenn die Jugendlichen da mal reinschnuppern, bekommen sie einen ganz anderen Blick auf Politik und die Arbeit von Politikerinnen und Politiker“, sagt Sundermann. „Natürlich freue ich mich auch immer, wenn dadurch Berührungsängste fallen und das Interesse an Politik geweckt oder noch vertieft werden kann.“

 

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