„Der Plenarsaal ist schon toll“

Jugendlandtag: Marie-Louise Reichelt aus Westerkappeln wird in diesem Jahr Frank Sundermann für drei Tage im Düsseldorfer Landtag "vertreten". Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Jugend-Landtag: Schülerin Marie-Louise Reichelt vertritt Sundermann für drei Tage im Landtag

Westerkappeln/Düsseldorf. Normalerweise dürfen nur die Abgeordneten, Ministerinnen und Minister sowie die Mitarbeiter im Saaldienst den Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags betreten. Das wird streng kontrolliert. Doch im Oktober wird die Westerkappelner Schülerin Marie-Louise Reichelt (17) im Düsseldorfer Landtag auf der Abgeordnetenbank Platz nehmen.

 

„Immer eine sehr beeindruckende Erfahrung“

Beim diesjährigen Jugend-Landtag vertritt sie dort drei Tage lang Frank Sundermann (SPD), den Landtagsabgeordneten für das Tecklenburger Land. „Der Plenarsaal ist schon toll. Auch optisch. Das ist immer eine sehr beeindruckende Erfahrung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beim Jugend-Landtag erleben die Jugendlichen, wie Demokratie funktioniert, wie der Arbeitsalltag von uns Abgeordneten aussieht, und wie Entscheidungen getroffen, Beschlüsse gefasst und Gesetze verabschiedet werden“, sagt Sundermann.

 

Sozialwissenschaften als Abi-Prüfungsfach

Marie-Louise hatte sich für die Teilnahme am Jugend-Landtag beworben und war per Losverfahren ausgewählt worden. „Eines meiner Prüfungsfächer ist Sozialwissenschaften, das passt sehr gut“, sagt die 17-jährige Schülerin, die zur Zeit die 12. Klasse der Gesamtschule Westerkappeln besucht. Im Vorfeld konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einer Liste mit zehn Aspekten drei Themen auswählen, über die dann im Oktober beraten und abgestimmt wird. „Ich würde gerne über die Themen E-Mobilität, Homeoffice oder Coronaschutzmaßnahmen diskutieren.“ Welche Themen es am Ende werden, steht allerdings noch nicht fest.

 

„Die Jugendlichen bekommen Zutritt in diese Backstube“

Die Jugendlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen werden vom 28. bis 30. Oktober im Landtag sein, sofern es die Entwicklung der Coronapandemie zulässt. „Die Debatten und Abstimmungen im Plenarsaal sind im Grunde die Brötchen in der Auslage, das fertige Produkt. Doch was in der Backstube passiert, das heißt, was in den Ausschüssen, in den jeweiligen Fraktionen sowie zwischen den Fraktionen verhandelt wird, bekommt niemand mit. Doch die Jugendlichen bekommen Zutritt in diese Backstube, was den Jugend-Landtag besonders spannend macht“, sagt Sundermann. Immerhin werde in Düsseldorf Politik für 18 Millionen Menschen gemacht. „Zum Beispiel für die Themen Schule und Bildung, Hochschulen, Naturschutz und Landschaftspflege ist das Land zuständig.“

 

Beschlüsse werden dem realen Parlament anschließend vorgelegt

In den drei Tagen werden die parlamentarischen Abläufe genauso sein, wie in der Realität auch. Die Jugendlichen nehmen an Fraktions- und Ausschusssitzungen teil und werden anschließend im Plenum über die getroffenen Beschlüsse und Gesetzesentwürfe abstimmen. Die Beschlüsse der „Jugend-Landtagsabgeordneten“ werden anschließend sogar dem realen Parlament vorgelegt, das diese weiterbearbeitet. Marie-Louise: „Ich möchte nach dem Abitur gerne im medizinischen Bereich arbeiten.“ Aber wer weiß, vielleicht ist ja auch die Politik ein spannendes Arbeitsfeld.

 

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