Aufholen nach Corona: 25.000 Euro für „Extra-Zeit“ zum Lernen

Sundermann informiert sich über Förderprogramm – Stärkere Vernetzung nötig

Tecklenburger Land. „Wir wissen, dass die Schulschließungen, der Distanzunterricht und die fehlenden sozialen Kontakte Lernlücken, aber auch sozial-emotionale Folgen bei vielen Schülerinnen und Schülern hinterlassen haben. Umso wichtiger ist es, diese Lücken wieder zu schließen und die Kinder und Jugendlichen aufzufangen“, sagt der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD).

 

25.000 Euro für Schulen im Tecklenburger Land

Das Land NRW hat dafür die Förderprogramme „Extra-Zeit“ und „Extra-Zeit zum Lernen“ aufgesetzt, mit denen außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote finanziert werden können. Sundermann hat sich bei der Landesregierung und vor Ort in der Regenbogenschule Büren informiert, wie das Programm im Tecklenburger Land angenommen wird und wie hilfreich es für die Schülerinnen und Schüler ist. Insgesamt 25.000 Euro sind bislang in das Tecklenburger Land geflossen. Doch längst nicht alle Schulen haben einen Antrag auf Förderung gestellt.

 

Mettingen, Lotte und Ibbenbüren nutzen Förderprogramm

„Bislang haben drei Kommunen und eine private Stiftung als Schulträger Antrag auf eine Förderung aus dem Bildungsprogramm gestellt“, sagt Sundermann. Das geht aus einer Kleinen Anfrage von Sundermann an die Landesregierung hervor. „Dazu gehören Mettingen mit 9.600 Euro für drei Lerngruppen, Lotte mit 9.514 Euro für 12 Gruppen, und Ibbenbüren mit 544 Euro für sechs Gruppen an Allgemeinbildenden Schulen sowie die Krüger-Stiftung Lotte mit 5.760 Euro für 9 Gruppen für Berufsschülerinnen und -schüler“, sagt Sundermann. Diese Summen seien zwischen Sommer 2020 und dem 31. Mai dieses Jahres bewilligt worden. „Förderprogramme sind auf den ersten Blick natürlich gut, andererseits bedeuten sie für die Antragsteller aber auch bürokratischen Aufwand, der erst einmal geleistet werden muss. Immer häufiger fehlen hierfür die Kapazitäten“, gibt Sundermann zu bedenken.

 

Zusatzangebot stärkt soziales Miteinander nach Corona

Ute Thomas, Schulleiterin an der Regenbogenschule Lotte-Büren, weiß das Engagement und Vertrauen der Gemeinde Lotte sehr zu schätzen, wie sie im Gespräch mit Sundermann betont: „Besonders für die Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zielsprache lernen, aber auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler der vier Jahrgangsstufen, die einen gewissen Aufholbedarf haben, waren die zusätzlichen freiwilligen Lerngruppen am Nachmittag eine gute Möglichkeit. Es ging vor allem um das soziale Miteinander, und nur teilweise um die fachlichen Inhalte“, sagt Thomas.

 

Grundschule Lotte möchte mit Uni Osnabrück kooperieren

Deshalb möchte Thomas das Programm an der Grundschule in Büren weiterführen und mit der Universität Osnabrück kooperieren: „Die Schwierigkeit besteht darin, geeignetes Lehrpersonal zu finden, das die Angebote durchführt. Wir arbeiten bislang mit ehemaligen FSJ-lern, Lehramtsstudentinnen und -studenten sowie mit einer Erzieherin zusammen.“ Aus anderen Schulen wisse Sundermann, dass die Durchführung dieses zusätzlichen Lernangebots genau daran gescheitert sei: „Es ist zum einen ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand für die Schulen und Schulträger. Zum anderen hänge die erfolgreiche Durchführung von dem jeweiligen Engagement der Schulen und Schulträger ab“, kritisiert Sundermann das von der schwarz-grünen Landesregierung aufgestellte Förderprogramm.

 

Struktur der Grundschulen und Förderangebote müssen sich ändern

Letztlich sei das Bildungsprogramm „Extra-Zeit“ zwar ein hilfreicher Ansatz, doch es müsse sich grundsätzlich etwas an der Struktur der Grundschulen und Förderangebote ändern. Sundermann und Thomas sehen eine Lösung in einer stärkeren Vernetzung und im Austausch der Schulen mit den verschiedenen Förderinstitutionen: „Wir bräuchten an allen Schulen multiprofessionelle Teams, so dass sich die Lehrer mit Sozialpädagoginnen, Logopäden und Sozialarbeiterinnen etc. direkt austauschen können“, sagt Thomas. Sundermann betonte, dass die SPD im nordrhein-westfälischen Landtag die Einführung von Grundschulen als Familienzentren fordere, um eine personelle Unterstützung für die Lehrkräfte und die Vernetzung aller Beteiligten zu erleichtern und zu ermöglichen.

 

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