„Wenn das Auto stehen bleiben soll, brauchen wir mehr Flexibilität“

Ein Mal pro Stunde hält die RB 58 in Halen, wie hier im Bild. Die Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (l.) und Guido Pott setzen sich dafür ein, dass die Anbindung noch besser wird. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Landtagsabgeordnete Sundermann und Pott für Halbstundentakt in Halen

Lotte-Halen/Bramsche/Düsseldorf/Hannover. Wer vom Bahnhof Halen in Richtung Bremen oder Osnabrück fahren möchte, kann ein Mal pro Stunde den Zug, die RB 58, nehmen. „Für Pendler, Berufstätige, Schüler und Studierende braucht es aber eine flexiblere Anbindung, um tatsächlich vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen zu können“, sagen der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann, und der niedersächsische Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis Osnabrück, Guido Pott (beide SPD). Eine Anbindung im Halbstundentakt oder zusätzliche Halte in den Hauptstoßzeiten wären möglich, wenn auch der RE 18 nach Oldenburg, der bislang den Bahnhof Halen ohne Stopp passiert, dort halten würde. Doch dafür müsse die Strecke ausgebaut werden.

 

Ausbau zur Zweigleisigkeit bis Bramsche sei nötig

Weil der Bahnhof Halen zwar in NRW liegt, der Großteil der Strecke aber auf niedersächsischem Gebiet, haben sich nun die Landtagsabgeordneten beider Länder getroffen, um das Thema weiter voranzutreiben. Denn das Problem für die Schaffung zusätzlicher Halte bestehe darin, dass die Strecke Oldenburg – Osnabrück – Eversburg in weiten Teilen eingleisig verläuft und die Züge sich nur an vorgegebenen Kreuzungspunkten begegnen können. „Weitere Halte, etwa durch den RE 18, passen laut Aussage des zuständigen Aufgabenträgers Nahverkehr Westfalen Lippe, NWL, sowie der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, LNVG, nicht in den Fahrplan“, sagt Sundermann. Deshalb sei ein Ausbau zur Zweigleisigkeit bis nach Bramsche nötig.

 

Details aus Gutachten im September erwartet

Das Verkehrsministerium in NRW hat auf Anfrage von Sundermann lediglich darauf verwiesen, dass aktuell unter Federführung der LNVG untersucht werde, wie bestimmte angebotsseitige Zielstellungen für dieses Teilnetz realisiert werden können. Die Ergebnisse müsse man abwarten. Pott: „Details aus diesem Gutachten zu Ausbaubedarfen usw. sollen im September vorliegen.“ Sundermann und Pott fordern indes eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder, die auf dieser Strecke sicherlich zielführend wäre, um zu einer Lösung zu kommen. Sowohl die Verwaltung der Gemeinde Lotte, der Gemeinderat, die SPD-Fraktion in Lotte als auch die SPD Osnabrück-Land setzen sich für den abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Osnabrück und Oldenburg ein.

 

Perspektivisch akkubetriebene Züge einsetzen

Pott: „In diesem Zuge wollen wir auf der Strecke perspektivisch akkubetriebene Züge einsetzen. Durch diese technische Innovation können Güter- und Personenverkehr – mit den Bahnlinien RE 18 und RB 58 – zuverlässiger und dichter getaktet werden. Pendlerinnen und Pendler, die aus dem gesamten Landkreis nach Osnabrück pendeln, kann somit der Umstieg vom Auto auf die Bahn erheblich erleichtert werden.“

 

Mit flexiblerer Anbindung kann das Auto stehen bleiben

Sundermann lässt auch die Argumentation der LNVG nicht gelten, dass in Halen nicht genügend Fahrgäste zusteigen würden: „Zum einen gibt es keine Berechnungen oder Prognosen zu den Auswirkungen des Fahrgastverhaltens für den Halbstundentakt oder eine Ausweitung zu den Hauptstoßzeiten. Zum anderen brauchen wir mehr Flexibilität, wenn das Auto stehen bleiben soll. Schließlich würden viele Pendler, Schüler, Schülerinnen und Studierende diese Verbindung nach Osnabrück nutzen. Durch eine flexiblere Anbindung würden sicherlich noch mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und auf den ÖPVN umsteigen“, sagt Sundermann.

 

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