Zusätzliche Halte in Halen: Verkehrsminister zeigt auf Niedersachsen

Leider nur auf der Durchfahrt: Der RE 18 nach Oldenburg fährt bislang ohne Halt durch den Bahnhof Halen. Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (2.v.r.) sowie die Halener Kommunalpolitiker der SPD-Fraktion Philip Middelberg, Thomas Giebel und Markus Hövels (v.l.) setzen sich für eine Ausweitung der Haltezeiten zu einem Halbstundentakt ein. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Sundermann: „nur Lippenbekenntnisse“

Lotte/Düsseldorf. Wie stehen die Chancen auf Haltezeiten am Bahnhof Lotte-Halen im Halbstundentakt oder zumindest auf zusätzliche Halte in den Hauptstoßzeiten? Zu den Bestrebungen des Lotter Gemeinderates und der Verwaltung hat sich nun der Landtagsabgeordnete für die Region, Frank Sundermann (SPD), mit der SPD-Fraktion aus Lotte in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung gewandt. „Doch die Antwort ist erwartbar dünn ausgefallen. Im Großen und Ganzen verweist Verkehrsminister Hendrik Wüst auf die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die LNVG. Diese habe eine Untersuchung zur Weiterentwicklung des Angebotes im Teilnetz Weser-Ems in Auftrag gegeben“, sagt Sundermann.

 

Problem: Strecke weitgehend nur eingleisig

Das Problem für die Schaffung zusätzlicher Halte besteht darin, dass die Strecke Oldenburg – Osnabrück – Eversburg in weiten Teilen eingleisig verläuft und die Züge sich nur an vorgegebenen Kreuzungspunkten begegnen können. Auf der Strecke fährt zum einen die RB 58 von Osnabrück nach Bremen, die auch in Halen hält. Außerdem fährt dort der RE 18 nach Oldenburg, der jedoch den Bahnhof Halen ohne Stopp passiert. „Weitere Halte auf dieser Strecke passen laut Aussage des zuständigen Aufgabenträgers Nahverkehr Westfalen-Lippe sowie des LNVG nicht in den Fahrplan“, sagt Sundermann. Deshalb sei ein Ausbau zur Zweigleisigkeit bis nach Bramsche nötig.

 

Landesregierung sieht Zuständigkeit in Niedersachsen

Doch welche Möglichkeiten für einen Ausbau gibt es? „Auch hierzu habe ich aus dem Verkehrsministerium lediglich den Hinweis bekommen, dass aktuell unter Federführung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen untersucht werde, wie bestimmte angebotsseitige Zielstellungen für dieses Teilnetz realisiert werden können. Die Ergebnisse bleiben laut Landesregierung abzuwarten“, sagt Sundermann. „Offensichtlich liegt der Ball hier aus Sicht der Landesregierung ausschließlich beim niedersächsischen Nachbarn“, bedauert Thomas Giebel, SPD-Fraktionsvorsitzender in Lotte. „Es ist ein reines Lippenbekenntnis von Herrn Wüst, wenn er zusagt, dass das Verkehrsministerium von NRW die konkrete Förderentscheidung auf Grundlage der vorgelegten Planungen treffen werde. Das soll nämlich erst geschehen, wenn der NWL den Ausbau zur Zweigleisigkeit beschließt und hierfür eine Förderung beantragt“, kritisiert Sundermann.

 

Kontakt mit niedersächsischem Abgeordneten Guido Pott aufnehmen

„Eine konkrete länderübergreifende Zusammenarbeit, die auf dieser Strecke sicherlich sinnvoll und zielführend wäre, gibt es aber offenbar bislang kaum“, bedauert Sundermann. Der NWL sei lediglich in die von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen beauftragte Untersuchung zur Weiterentwicklung des Angebotes im Teilnetz Weser-Ems eingebunden. „Ich werde mich mit dem Niedersächsischen Landtagsabgeordneten Guido Pott in Verbindung setzen, zu dessen Wahlkreis Bramsche gehört. Beide Verkehrsgesellschaften und beide Länder, NRW und Niedersachsen, sollten hier eng zusammenarbeiten“, sagt Sundermann.

 

Wenig Hoffnung – Ziel trotzdem weiterverfolgen

„Die Antwort der Landesregierung weckt bei uns in Halen leider keine großen Hoffnungen. Dennoch wollen wir das Ziel für zusätzliche Halte in Halen weiterverfolgen, schließlich nutzen viele Pendler sowie Schülerinnen und Studenten diese Verbindung nach Osnabrück. Durch eine flexiblere Anbindung würden sicherlich noch mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und auf den ÖPNV umsteigen“, sagt Giebel. Doch die LNVG argumentiere, dass in Halen nicht genügend Fahrgäste zusteigen würden, so dass ein zusätzlicher Halt für den Betreiber nichts bringen würde. Giebel: „Allerdings gibt es keine Berechnungen oder Prognosen zu den Auswirkungen des Fahrgastverhaltens für den Halbstundentakt oder im Falle einer Ausweitung zu den Hauptstoßzeiten. Hier wären weitere Untersuchungen sicherlich aufschlussreich. Schließlich nutzen mehr Personen den ÖPNV, wenn das Angebot attraktiv ist.“

 

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