Grundschulen zu Familienzentren machen – Bildungslotsen einführen

Frank Sundermann: "Wir wollen mit unserem Antrag für eine Familien- und Bildungsoffensi-ve aber auch über die aktuelle Pandemielage hinaus Maßnahmen für Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ergreifen."
SPD-Fraktion beantragt im Landtag Familien- und Bildungsoffensive

Düsseldorf/Tecklenburger Land. Es gibt Schätzungen, nach denen rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen durch coronabedingte Schulschließungen Lernrückstände haben. Die Jugendämter in Deutschland rechnen außerdem damit, dass es doppelt so viele Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher geben wird wie bisher. „Wir müssen Familien und Kinder konsequenter bei der Pandemiebekämpfung berücksichtigen“, fordert der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD). Deshalb beantragt die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag heute eine umfassende Familien- und Bildungsoffensive. Konkret sieht der Antrag unter anderem vor, kommunale Bildungslotsen einzuführen sowie Grundschulen zu Familienzentren auszubauen, um möglichst viele Förder- und Hilfsangebote unter einem Dach zu vereinen.

 

Benachteiligungen drohen sich zu verschärfen

„Die Corona-Pandemie hat auf kaum einen Bereich so massive Auswirkungen wie auf Schule und Bildung. Wie groß die Lücken durch die verlorene Lernzeit sind, wissen wir noch nicht einmal genau. Und die im Bildungsbereich ohnehin vorhandenen Benachteiligungen durch die Verbindung von Bildungserfolg und Familienhintergrund drohen sich durch die coronabedingten Maßnahmen noch weiter zu verschärfen. Wir wollen mit unserem Antrag für eine Familien- und Bildungsoffensive aber auch über die aktuelle Pandemielage hinaus Maßnahmen für Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ergreifen. Denn wenn Chancengleichheit ein realistisches Ziel sein soll, muss sie auch politische Priorität haben“, sagt Sundermann. Es sei Aufgabe der Politik, jedes Kind entsprechend seiner Talente, Neigungen und Fähigkeiten zu fördern.

 

Sprungbrett und Sprungtuch als Bildungsangeboten

Sundermann: „Wir brauchen in NRW sowohl ein Sprungbrett als auch ein Sprungtuch aus Bildungs- und Unterstützungsangeboten, um allen Kindern während ihrer ganzen Bildungszeit die Chance zu geben, die sie verdienen.“ Ein Baustein dieser Politik sind kommunale Bildungslotsen. Sie stehen den jungen Menschen und den Familien kontinuierlich zur Seite. „Die Idee ist, die bislang unterschiedlichen Angebote der individuellen Fördermaßnahmen in einer Person zu bündeln. Bildungslotsen unterstützen Familien und begleiten vor allem Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg, die sich zu verlaufen drohen“, sagt Sundermann.

 

Förder- und Hilfsangebote unter einem Dach vereinen

Der zweite Baustein des SPD-Antrags ist der Umbau von Grundschulen zu Familienzentren. Das Ziel besteht darin, möglichst viele Förder- und Hilfsangebote unter einem Dach zu vereinen und zu koordinieren. Sogenannte multiprofessionelle Teams sollen hier ihre pädagogischen und therapeutischen Leistungen anbieten. Sundermann: „Das ist vor allem für Kommunen, Stadt- bzw. Ortsteile hilfreich, die besonders stark von Bildungs- und Einkommensarmut betroffen sind.“

 

SPD möchte Rechtsanspruch auf Ganztag vorbereiten

Schließlich möchte die SPD-Fraktion frühzeitig mit den Vorbereitungen des Rechtsanspruchs auf den Ganztag beginnen. Dieser wird nach Beschluss des Bundeskabinetts im August 2026 starten. „Weil es derzeit noch nicht ausreichend OGS-Plätze gibt, brauchen wir den weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen und den Ganztag an Schulen“, sagt Sundermann.

 

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