Wenn Bienen und Schmetterlinge für uns arbeiten

„Mit dem volkswirtschaftlichen Nutzen von Insekten durch ihre Bestäubungsarbeit lässt sich die große Bedeutung der Insekten für uns Menschen ganz konkret messen“, sagt Sundermann.
Sundermann stellt Kleine Anfrage zum Insektenbestand im Kreis – volkswirtschaftlicher Nutzen

Tecklenburger Land/Kreis Steinfurt/Düsseldorf. Der volkswirtschaftliche Nutzen von Insekten ist groß. Laut einer Studie an der Universität Hohenheim in Stuttgart liegt in Deutschland allein die Bestäubungsarbeit der Insekten bei 3,8 Milliarden Euro pro Jahr. Doch die fortschreitende Flächenversiegelung – in NRW täglich zehn Hektar – führt zu einem gravierenden Artenschwund und Rückgang an Biodiversität. 3.000 Insektenarten stehen in Deutschland auf der Roten Liste. 41% der Bienenarten sind gefährdet. „Der Artenschwund von Insekten beeinflusst die Produktion von Lebensmitteln und hat somit auch wirtschaftliche Auswirkungen. Die Insekten arbeiten ja quasi für uns“, sagt der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land und wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Sundermann. Vor diesem Hintergrund habe er sich jetzt mit einer Kleinen Anfrage zum Insektenbestand und volkswirtschaftlichen Nutzen der Bestäuber im Kreis Steinfurt an die nordrhein-westfälische Landesregierung gewandt.

 

Große Bedeutung der Insekten für uns Menschen messen

„Mit dem volkswirtschaftlichen Nutzen von Insekten durch ihre Bestäubungsarbeit lässt sich die große Bedeutung der Insekten für uns Menschen ganz konkret messen“, sagt Sundermann. Der Landtagsabgeordnete möchte sich mit seiner Kleinen Anfrage an die Landesregierung ein Bild über die Entwicklung des Insektenbestandes der vergangenen zehn Jahre im Kreisgebiet machen.

 

Wie hoch ist volkswirtschaftlicher Nutzen im Kreisgebiet?

Sundermann: „Wie hoch bemisst die Landesregierung den volkswirtschaftlichen Nutzen von Insekten durch ihre Bestäubungsarbeit im Kreisgebiet?“ Auf der anderen Seite möchte Sundermann von der Landesregierung wissen, wie hoch sie den durch Verlust an Biodiversität und Artenschwund der Insekten verursachten finanziellen Schaden in NRW und im Kreis Steinfurt bewertet. In Deutschland und Europa würden vor allem Bienen, Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten die Bestäubungsarbeit leisten, zum Beispiel bei Äpfeln, Kirschen und Kürbissen.

 

Ohne Insekten kommt es zu Ernteausfällen und höheren Preisen

Fehlen die Bestäuber, kommt es nach Einschätzung der Autoren der Studie zu Ernteausfällen und die Preise steigen. Die Kosten müssten die Verbraucher tragen. Eine weitere Folge bestehe darin, dass die Landwirte zunehmend selbst- und/oder windbestäubte Sorten anbauen würden, wie zum Beispiel Weizen oder Reis. „Diese Entwicklung führt wiederum zu einer noch geringeren Sorten- und Artenvielfalt und vermehrter Monokultur, so dass der Artenschwund bei Tieren und Pflanzen immer weiter vorangetrieben wird“, sagt Sundermann.

 

Mögliche Lösungen und Gegenmaßnahmen

Daher stellt Sundermann auch Fragen zu möglichen Lösungen und Gegenmaßnahmen: „Welche gewerblichen Maßnahmen sind der Landesregierung bekannt, um den Bestand an Bestäubern, beispielsweise in Obstplantagen, zu erhöhen und welche Unterstützung gibt es für die Landwirte bei Maßnahmen zur Erhöhung oder zum Erhalt des Bestandes an Bestäubern?“

 

Zum Hintergrund:

In Nordrhein-Westfalen wird laut NABU täglich eine Fläche von 18 Fußballfeldern bzw. zehn Hektar Land für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau und die Rohstoffgewinnung versiegelt. Gleichzeitig haben in den vergangenen Jahrzehnten sowohl die Artenvielfalt der Insekten als auch deren Häufigkeit abgenommen. „Die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Roten Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland belegen diese negative Entwicklung für mehr als 3.000 Insektenarten“, sagt Sundermann. In Deutschland sind bereits 55 Prozent der Schmetterlings- und 41 Prozent der Bienenarten gefährdet. Die Autoren der an der Universität Hohenheim entstandenen Studie sind Apl. Prof. Dr. Christian Lippert und Dr. Manuel Narjes, deren Fachgebiet Produktionstheorie und Ressourcenökonomik im Agrarbereich ist, sowie Dr. Arndt Feuerbacher aus dem Fachgebiet Agrar- und Ernährungspolitik.

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