Öffentliche Wasserversorgung: Wie viel Nitrat ist im Grundwasser?

Sundermann stellt Kleine Anfrage an Landesregierung zur Grundwasserqualität im Kreis Steinfurt

Kreis Steinfurt/Düsseldorf. Nach der Düngeverordnung des Bundes müssen mit Nitrat belastete Flächen als „Rote Gebiete“ ausgewiesen werden. Das hat Folgen für die Bewirtschaftung und Düngung. Seit dem 1. Januar liegt infolge der geänderten Düngeverordnung eine neue Karte vor. Für den Kreis Steinfurt konnten die nitratbelasteten Gebiete laut Landwirtschaftlichem Kreisverband deutlich reduziert werden. Gleichzeitig sind ehemals grüne Äcker nun als rot eingestuft worden. „Es ist natürlich erfreulich, wenn die Roten Gebiete kleiner werden, schließlich ist die Qualität des Grundwassers ein hohes Gut, das es zu schützen gilt“, sagt Frank Sundermann (SPD), Landtagsabgeordneter für das Tecklenburger Land. In Bezug auf die neue Gebietskulisse im Kreis möchte Sundermann von der nordrhein-westfälischen Landesregierung wissen, wie sich die belastete Fläche verändert hat, welche Gründe zur Neubewertung der Gebiete geführt haben und wie die Landesregierung die Kommunen bei der Wasserversorgung unterstützen will.

 

Deutlicher Rückgang belasteter Gebiete innerhalb kurzer Zeit

Ein Vergleich der online über die Internetseite des Landesamtes für Natur und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen zugänglichen Karten (www.elwasweb.nrw.de) vom 1. Januar und einem Update vom 1. März dieses Jahres zeige einen erneuten deutlichen Rückgang der belasteten Gebiete innerhalb einer kurzen Zeitspanne. Sundermann. „Welche Gründe führten zur Neubewertung der Gebiete im Kreis Steinfurt? Wie ist sowohl der deutliche Rückgang der mit Nitrat belasteten Gebiete in großen Teilen des Kreises Steinfurt mit der neuen Gebietskulisse zum 1. Januar 2021 sowie in der kurzen Zeit zwischen Januar und März zu erklären?“, fragt Sundermann die Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser.

 

Aktuelle Messwerte zum Grundwasser im Kreis Steinfurt angefragt

Wie lasse sich umgekehrt die Umwandlung von grünen in rote Feldblöcke erklären? Außerdem fragt Sundermann nach den aktuellen Messwerten für Nitrat an den Grundwassermessstellen im Kreis Steinfurt. „Es ist schon verwunderlich, dass die Roten Gebiete innerhalb von zwei Monaten deutlich kleiner werden“, bemerkt Sundermann.

 

Neue Gebietskulisse mit „Roten Gebieten“

In Nordrhein-Westfalen hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen die neuen Bestimmungen der Düngeverordnung vom 1. Mai 2020 umgesetzt und zum 1. Januar 2021 in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW eine neue Gebietskulisse mit den „Roten Gebieten“ veröffentlicht. Nach der neuen Düngeverordnung vom Mai 2020 müssen auch in „grünen“ Grundwasserkörpern besondere Anforderungen zum Schutz des Grundwassers umgesetzt, d.h. „rote Gebiete“ ausgewiesen werden, wenn der Nitratwert steigt oder zu hoch ist.

 

Wie kann Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung gelingen?

„Welche Maßnahmen verfolgt die Landesregierung aus Sicht des Umweltschutzes, um die Nitratgrenzwerte im Grundwasser zu unterschreiten?“, fragt Sundermann in Richtung Landesregierung. Und aus Sicht des Verbraucherschutzes möchte Sundermann wissen, wie die Landesregierung die Kommunen gemäß des Landeswassergesetzes bei der Sicherstellung einer dem Gemeinwohl dienenden öffentlichen Wasserversorgung vor dem Hintergrund zunehmender Nitratbelastungen unterstützt.

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