Bahnhof Velpe: Halt des RE 60 wohl keine Option

Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Sundermann stellt Kleine Anfrage an NRW-Verkehrsminister Wüst – Der Bund sei zuständig

Westerkappeln/Düsseldorf. Im September hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei einem Pressetermin in Velpe seine Unterstützung für die Reaktivierung des Velper Bahnhofs zugesagt. Frank Sundermann (SPD), Landtagsabgeordneter für das Tecklenburger Land, nimmt den Minister beim Wort und hat jetzt in einer Kleinen Anfrage an Wüst die möglichen Optionen auf ihre Umsetzbarkeit abgeklopft. Sundermann: „Der Minister schiebt nimmt letztlich den Bund in die Pflicht. Seit 15 Jahren erleben wir jetzt, dass sich die Beteiligten gegenseitig die Verantwortung zuschieben und keiner eine Entscheidung treffen will. Das muss ein Ende haben. Ich fordere eine klare Aussage vom NWL und der Deutschen Bahn, ob und wie die Strecke so ausgebaut werden kann, dass der RB 61 in Velpe halten kann.“

 

Sundermann organisiert gemeinsames Treffen mit Lübberink

Sundermann will dafür alle Beteiligten der Deutschen Bahn, der Landesregierung, vom NWL (Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe) und der Kommune an einen Tisch bringen, um über eine konkrete Umsetzbarkeit des Streckenausbaus zu sprechen. „Wir hatten im Sommer 2019 ein Gespräch mit Werner Lübberink, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für NRW. Mit ihm organisiere ich derzeit ein gemeinsames Treffen mit dem NWL und der Landesregierung“, sagt Sundermann.

 

 Gemeinsames Vorgehen statt wirkungsloser PR-Termine des Ministers

„Wenn es am Geld nicht scheitern soll, wie der Minister in seiner Antwort erneut bekräftigt, frage ich mich, wieso alle Beteiligten die Reaktivierung eines Haltepunktes nach außen hin befürworten, sich jedoch seit Jahren nichts bewegt, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Hier wäre ein gemeinsames Vorgehen statt wirkungsloser PR-Termine zu Wahlkampfzwecken angebracht“, sagt Sundermann.

 

Für Halt des RE 60 in Velpe müssten andere Halte entfallen

Zuletzt hatte der ehemalige Landrat Thomas Kubendorff im Zusammenhang mit der geplanten S-Bahn Münsterland den Vorschlag gemacht, dass der RE 60 von Rheine nach Braunschweig, der ab 2024 stündlich fahren soll, auch in Velpe halt machen könnte. Aber eines hat die Antwort aus Düsseldorf zumindest klar gemacht: „Dass der RE 60 in Velpe halten wird, ist wohl keine Option“, sagt Sundermann. Denn um einen Halt des RE 60 in Velpe zu ermöglichen und gleichzeitig die Anschlussverbindungen zu gewährleisten, müssten laut Ministerium „andere aktuell bediente Halte mit mehr Fahrgästen ausgelassen werden“. Außerdem sei nicht einmal sicher, ob der RE 60 stündlich in Velpe halten würde.

 

Für Finanzierung des Streckenausbaus sei Bund zuständig

Für die zweite Option, eine Geschwindigkeitserhöhung der RB 61 von 140 auf 160 km/h, seien Anpassungen der Bahnübergänge und der Leit- und Sicherungstechnik erforderlich. Dazu schreibt der Minister: „Für die Finanzierung eines auf 160 km/h begrenzten Ausbaus, mit dem die Kapazität und die Qualität auch für den Fern- und Güterverkehr erhöht wird, ist der Bund zuständig.“ Die Landesregierung sei gerne bereit, sich hierfür beim Bund einzusetzen. Sundermann: „Bleibt die Frage, worauf der Minister dann noch wartet.“

 

Haltepunkt als Beitrag zur Mobilitätswende und Klimaschutz

Velpe liege an einer Hauptverkehrsstrecke zwischen Münster und Osnabrück. „Ein Haltepunkt könne vielen Anwohnern die Möglichkeit geben, mit dem Zug statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Viele Haushalte könnten sich dann womöglich ein Auto sparen. Wenn wir die Mobilitätswende ernsthaft umsetzen und Kohlendioxid einsparen wollen, brauchen wir gerade in ländlichen Regionen sinnvolle Alternativen zum Auto mit Verbrennungsmotor“, betont Sundermann.

 

Pressemitteilung als PDF