„Gefragt ist alles, was man reinigen kann“ – Weihnachtswerkstatt

In Coronazeiten stehen vor allem Aktivitäten im Vordergrund, die die Kinder alleine machen können. Im Austausch: Landtagsabgeordneter Frank Sundermann, Ulla Tschauder und Bianca Feist (v.l.). Das Foto entstand im September 2020. Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Bansen-Leiterin Ursula Tschauder und MdL Sundermann im Gespräch über Jugendarbeit in Coronazeiten

Lotte. Stricken, Handwerken oder Basteln – im Lotter Jugendtreff Bansen sind in Coronazeiten vor allem Kreativangebote gefragt, wie Leiterin Ursula Tschauder im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten des Tecklenburger Landes, Frank Sundermann (SPD), über die aktuellen Herausforderungen berichtet.

 

Weihnachtswerkstatt – Kinder genießen Angebot

Das neue Bansen-Programm biete für die Kinder eine Weihnachtswerkstatt zum Basteln und Handwerken von Kordel-Tannen, Holz-Rentieren und Windlichtern: „Gefragt ist alles, was man anschließend wieder reinigen kann. Das sind vor allem Materialien zum Basteln und Handwerken. Die Kinder machen deshalb viel alleine – Gruppenaktivitäten sind nicht möglich. Vor dem Hintergrund immer weiter steigender Infektionszahlen werden wir die starken Einschränkungen weiterhin berücksichtigen. Gleichzeitig sind wir sehr froh, dass die Kinder weiterhin zu uns kommen dürfen. Sie genießen das sehr.“ Sundermann hatte sich bei Tschauder und ihrer Kollegin Bianca Feist über den Umgang mit der Pandemie in der Jugendarbeit informiert.

 

Strikte Vorgaben – Ab 18. Dezember geschlossen

Nur nach Online-Anmeldung, mit Mund-Nasen-Bedeckung und einem Mindestabstand in festen Gruppen dürfen bis zu acht Teilnehmer in den Bansen kommen. „Wir werden in der ‚Quarantänezeit‘ vor Weihnachten keine Angebote durchführen, unser letzter Angebotstag ist also der 18. Dezember. Sollte jemand absagen, werden die Familien auf den Wartelisten per Telefon oder E-Mail informiert, um nachrücken zu können“, sagt Tschauder.

 

Ein Angebot erstellt, das nur mit Abstand der Kinder möglich ist

„Das ist sicherlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben und es ist nicht so einfach, ein Angebot zu erstellen, das nur mit Abstand der Kinder möglich ist. Doch Eltern und Kinder sind froh, dass die Kinder überhaupt kommen dürfen, denn vielen von den Jüngeren würde sonst zu Hause die Decke auf den Kopf fallen. Sie kommunizieren ja zum Beispiel noch nicht unbedingt per Videochat miteinander“, ergänzt Tschauder. Bei den Angeboten bekomme jedes Kind sein eigenes Werkzeug und sein eigenes Bastelmaterial. Das Angebot würden daher vor allem Kinder bis zur 7. Klasse nutzen, um Kontakte zu halten und andere Kinder zu treffen. Eine offene Jugendarbeit sei nach wie vor nicht möglich – was eher für die älteren Jugendlichen interessant sei.

 

Normalerweise: Mischung aus offenem Treff und festem Kulturangebot

„Die Mischung aus offenem Treff und festem Kulturangebot mit Projektarbeit macht die Arbeit für uns – in normalen Zeiten – sehr abwechslungsreich und für die Kinder und Jugendlichen ist das Angebot spannend und attraktiv“, sagt Tschauder. Der Bansen nehme außerdem seit Jahren am Landesprogramm „Kulturrucksack NRW“ teil, um den Kindern und Jugendlichen ein kostenloses oder möglichst günstiges kulturelles Angebot eröffnen zu können. Das Land unterstützt die Kulturrucksackkommunen jährlich mit 4,40 Euro pro Kind. Tschauder: „Für uns sind das circa 3.000 Euro im Jahr.“

 

350 bis 400 Kinder und Jugendliche besuchen den Bansen

Insgesamt würden pro Jahr rund 350 bis 400 unterschiedliche Kinder und Jugendliche das Angebot des Bansen nutzen, darunter 100 Kinder mit Münsterlandkarte bzw. Kinder, die vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren. Insgesamt konnten in den Jahren 2019 und 2018 jeweils 5.000 Besucher im Bansen gezählt werden. Für die BuT-Kinder ist Bianca Feist im Bansen die Ansprechpartnerin.

 

Kommunale Einbindung führt zu personeller Konstanz – gut für die Kinder

Sundermann hat mit auf den Weg genommen, dass die Gemeinde Lotte mit insgesamt drei gemeindefinanzierten Einrichtungen für Kinder- und Jugendarbeit – dem „Bansen“ in Alt-Lotte, dem „Sit In“ in Wersen und dem Jugendtreff „Westside“ in Büren – viel für die Kinder und Jugendlichen mache. Vier hauptamtliche Jugendpfleger in Teilzeit seien hier beschäftigt. Sundermann: „Die kommunale Einbindung führt zu einer personellen Konstanz, von der die Kinder sicherlich sehr profitieren.“ Neben den Jugendtreffs hätten manche Kinder und Jugendliche häufig nur wenig Anziehungspunkte, sofern sie nicht in einem Sportverein aktiv seien, sagt Tschauder.

 

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