Landesförderung: Zu viel Bürokratie – zu wenig Flexibilität

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Anne Lahrmann und Ralph Jenders (geschäftsführende Vorstände Begegnungszentrum), Rainer Ströver (Aufsichtsrat Begegnungszentrum) sowie Frank Sundermann, MdL, bei dem Infotermin am neuen Kindergarten Wunderblume (v.l.n.r.). Bild: Büro Sundermann/Marina Stalljohann-Schemme
Sundermann besucht neuen Püsselbürener Kindergarten Wunderblume

 Ibbenbüren. Draußen sind noch die Garten- und Landschaftsbauer beschäftigt, doch drinnen herrscht bereits reges Treiben. Der Kindergarten Wunderblume im Ortsteil Püsselbüren wurde Anfang August eröffnet, auch wenn vor dem Eingang ein buntes Schild deutlich macht, dass hier noch einige Dinge im Entstehen sind. Der SPD-Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermannn, und Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer nahmen jetzt auf Einladung des Kita-Trägers den Betriebsstart zum Anlass, sich vor Ort über den neuen Kindergarten Wunderblume am Flachsweg zu informieren.

 

Ein gutes Miteinander vor Ort

„Wir sind mit den Trägern in einem guten Einvernehmen“, stellte Dr. Schrameyer im Hinblick auf die Bereitschaft zum Angebotsausbau heraus. Das gute Miteinander vor Ort betonte für das Begegnungszentrum auch Ralph Jenders. Ein Aspekt, den Sundermann aufgriff und noch erweiterte: „Eltern und Kinder profitieren davon, wenn die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Ibbenbüren und den Trägern der Kindertageseinrichtungen sowie der Träger untereinander so gut funktioniert, wie wir hier am Beispiel des neuen Kindergartens Wunderblume sehen können.“

 

Investitionsförderung: Zu viel Bürokratie – wenig Flexibilität

Probleme liegen für Kita-Träger, wie Jenders Kollegin Anne Lahrmann verdeutlichte, dagegen eher auf der Landesebene, insbesondere in der Investitionsförderung bei Gründung einer neuen Einrichtung. Zu viel Bürokratie für wichtige Arbeit und zu wenig Flexibilität auf Seiten des Landes, dieses Fazit stand am Ende des Einblicks in die Arbeit von Trägern der Kinderbetreuung. Sundermann sei durchaus bewusst, dass die komplexen Antragsverfahren der unterschiedlichen, von der Landesregierung aufgelegten Programme abschreckend auf die Kommunen und Einrichtungen wirkten. „Einerseits will man damit natürlich eine größtmögliche Gerechtigkeit erreichen, andererseits führt das zu einem bürokratischen Aufwand, der kaum noch zu leisten ist“, sagt Sundermann.

 

Nachbesserungsbedarf beim Kibiz – Fachkräfte schwerer zu halten

Gesprochen wurde auch über das neue Kinderbildungsgesetz (Kibiz), das im August in Kraft getreten ist. Das System der Personalpauschalen, wie es das Kibiz vorsieht, habe zur Folge, dass Fachkräfte stundenweise runterstufen müsse, weil man sie sonst finanziell nicht mehr halten könne. Das gehe natürlich auf Kosten der Qualität und führe außerdem zu einer Altersdiskriminierung, wie Lahrmann und Jenders darlegten. Sundermann sieht hier ebenfalls Nachbesserungsbedarf „Eine grundlegende Reform des Kinderbildungsgesetzes ist leider ausgeblieben. Hier muss von der schwarz-gelben NRW-Landesregierung deutlich nachgebessert werden. Es ist gut, dass jetzt auch das vorletzte Kindergartenjahr beitragsfrei ist, doch es ist nicht gut, dass durch das neue Gesetz mehr Kosten für die Kommunen entstehen und es für die Träger wirtschaftlich unattraktiver wird, sich gut ausgebildete Fachkräfte zu leisten“, unterstrich Sundermann.

 

Schwierige Personalsituation – bislang fast alle Stellen besetzt

Außerdem informierte sich Sundermann über die Personalsituation im Allgemeinen und über die Herausforderungen während der Coronapandemie im Besonderen. Nur eine Stelle sei derzeit unbesetzt und Lahrmann sei davon überzeugt, trotz der schwierigen Personalsituation sehr gute Mitarbeiterinnen gewonnen zu haben. Während der Coronapandemie bestehe das Problem vor allem darin, für älteres Personal, das zur Risikogruppe gehöre, eine Vertretung zu bekommen.

 

Wunderblume eine Einrichtung des Begegnungszentrums e.V.

Die Wunderblume gehört zu den Einrichtungen des Begegnungszentrums für Ausländer und Deutsche e.V. Der Verein engagiert sich bereits seit einiger Zeit verstärkt in der Betreuungsarbeit. Mittlerweile ist das Begegnungszentrum Träger von sieben Kitas, wie die geschäftsführenden Vorstände Ralph Jenders und Anne Lahrmann erklärten. In Ibbenbüren ist die Wunderblume der vierte Kindergarten des Trägers mit interkultureller Ausrichtung.