Erziehung statt Bildung – Ausstattung mit Endgeräten ungeklärt

Landtagsabgeordneter Frank Sundermann, Schulleiterin Anne Fink (m.) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Glaßner vor dem Schulgebäude: Mehr Schulsozialarbeit zur Unterstützung der Lehrkräfte würde den Schülerinnen und Schülern der Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule in Recke helfen.
Sundermann informiert sich über Regelbetrieb an Hauptschule Recke – Bedarf an Schulsozialarbeit

Recke. Lehrer und Schüler stehen seit Monaten aufgrund der Coronapandemie vor besonderen Herausforderungen und Unwägbarkeiten. Aktuell dreht sich vieles um die Frage, wie das Homeschooling im Falle einer erneuten Schulschließung funktionieren kann. Sind alle Schüler bereits mit digitalen Endgeräten ausgestattet, wie ist der Bedarf und wer organisiert die Beschaffung? Der Landtagsabgeordnete für die Region, Frank Sundermann (SPD), hat sich dazu mit Anne Fink an der Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule in Recke ausgetauscht und sich – auch jenseits von Corona – über die Anforderungen und weiteren Unterstützungsbedarf durch die Politik informiert. Denn neben Laptops, Masken und Coronamaßnahmen gibt es in Recke auch noch eine ganz andere Herausforderung.

 

Digitale Endgeräte: Nicht alle Schüler ausgestattet – Organisation unklar

Während Schüler und Lehrer den Fernunterricht ganz gut gemeistert hätten, sei vor allem eines deutlich geworden: „Die Schüler haben das Lernen in kleineren Klassen sehr genossen. Gerade Kinder mit besonderem Förderbedarf konnten in dieser Zeit wichtige schulische Erfolge erzielen“, sagt Schulleiterin Fink. Sollte es erneut zu einer Schulschließung und zum Homeschooling kommen, seien – entgegen der Zielvorgabe des Schulministeriums in Düsseldorf – jedoch längst nicht alle Schüler mit den notwendigen Endgeräten für digitalen Unterricht ausgestattet. Fink: „Es gab auch bislang keine konkrete Abfrage nach dem Bedarf. Ich weiß nicht, wie alle bedürftigen Kinder vom Schulträger mit dem notwendigen Equipment ausgerüstet werden sollen. Wer wartet die Endgeräte und leistet bei technischen Problemen schnell Support?“

 

Fink: „Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit“

Sundermann wollte von Fink außerdem wissen, an welchen Stellen konkreter Unterstützungsbedarf bestehe, den Politik leisten könne. Fink: „Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit. Ich leiste in meiner Klasse, die ein Langzeitpraktikum absolviert hat, in den ersten Wochen nach dem Schulstart teilweise bis zu 75 Prozent Erziehungs- statt Bildungsarbeit. Hilfe wäre toll und vonnöten.“

 

Dringend nötige Vernetzung aller beteiligten Akteure

Die SPD in Recke habe bereits eine zusätzliche halbe Stelle für die Hauptschule beantragt, um eine dringend nötige Vernetzung zu sozialen Einrichtungen, zu den Eltern, Grundschulen von Geschwisterkindern und zur Jugendarbeit der Gemeinde herzustellen. Fink: „Die Förderung und Unterstützung der Schüler ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Um keinen Jugendlichen zurückzulassen, sei auch die Politik gefragt. Sundermann sieht das ähnlich: „Wir brauchen eine stärker vernetzte Jugendarbeit, bei der Kommunen und Gemeinden im ländlichen Raum gemeinsam Maßnahmen erarbeiten und umsetzen.“ Sundermann werde diese Ideen und Anregungen mit nach Düsseldorf nehmen.

 

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