Nach der Kohle kommt die Batterie

Am Nordschacht haben sich Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionsvorsitzender in NRW, Bürgermeisterkandidat für Westerkappeln Winfried Raddatz, Landratskandidat Matthias Himmelreich und der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (v.r.) die Rückbauarbeiten angeschaut. Bild: Büro Sundermann
Thomas Kutschaty informiert sich über Strukturwandel in der Region

Ibbenbüren/Mettingen. Was kommt nach der Kohle und wie ist es um den Strukturwandel in der Region bestellt? Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von NRW, Thomas Kutschaty, war auf Einladung des Landtagsabgeordneten im Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), nach Ibbenbüren und Mettingen gekommen.

 

Sundermann: „Was jetzt kommt, ist für die Ewigkeit“

An den Standortquartieren Oeynhausen und Nordschacht informierte sich Kutschaty über den aktuellen Stand der Rückzugsarbeiten, über die Pläne zur Nachfolgenutzung der ehemaligen Zechengelände und Halden, über die Entwicklung der Stadtwerke Tecklenburger Land, die nun als „neuer“ Energieversorger übernommen haben, sowie über die Pläne zur Batteriezellenforschung und zum Batterierecycling. Sundermann: „Hier passiert andauernd etwas Neues und es ist wirklich bemerkenswert, wie frühzeitig sich die RAG und die beteiligten Kommunen mit dem Strukturwandel beschäftigt und sich auf ihn eingestellt haben. Was jetzt kommt, ist für die Ewigkeit.“

 

Thomas Kutschaty (l.) und Frank Sundermann diskutierten mit Vertretern der RAG-Geschäftsführung, Schnittstelle Kohlekommission, den Ibbenbürener und Mettinger Bürgermeistern sowie den Stadtwerken Tecklenburger Land über die zukünftige Nutzung der Zechengelände. Bild: Büro Sundermann

 

Menschen in der Region gehen gut mit dem Strukturwandel um

Bei den Erläuterungen zum Grubenwasserkonzept und Grubenwasseraufbereitung sowie zum Stand der Schnittstelle Kohlekonversion „Gute Aussichten“, die sich mit den Plänen zur Nachfolgenutzung der ehemaligen Zechengelände befasst, wurde vor allem deutlich, dass die Menschen in der Region aktiv an dem Prozess teilnehmen und auch gut damit umgehen. Dabei sei hilfreich, dass sich die Stadt bereits in den 1970er Jahren vom Bergbau „emanzipiert“ habe, indem neben dem Abbau der Steinkohle auch andere Wirtschaftszweige an Bedeutung gewonnen hätten.

 

Unterschiede zum Ruhrgebiet – Flächen mit vorteilhafter Lage

Kutschaty stellte Unterschiede zu seiner Heimat des Ruhrgebiets fest, wo das Ende des Bergbaus die Arbeitslosenquote sicherlich stärker beeinflusse als in Ibbenbüren und Umgebung. Auch die Flächen in Ibbenbüren und Mettingen seien ideal gelegen, da sie nicht inmitten der städtischen Bebauung, sondern außerhalb lägen und eine gute Anbindung an die Autobahn besäßen.

 

Vor dem Förderturm am Nordschacht konnten sich die Teilnehmer um Thomas Kutschaty vor Ort über den Stand der Rückbauarbeiten informieren. Bild: Büro Sundermann

 

Rückbauarbeiten – Neuer Standort für Batteriezellenforschung

Nach der Präsentation im denkmalgeschützten Verwaltungsgebäude ging es mit dem Bus über das Gelände der Schachtanlage Oeynhausen, wo die Teilnehmer sich einen Eindruck von den laufenden Rückbauarbeiten verschaffen konnten. Dort soll auch der neue Standort für die Batteriezellenforschung des MEET der FH Münster. Insgesamt 70 Hektar Fläche – davon 40 Hektar zusammenhängend – stehen in Ibbenbüren und Mettingen für gewerbliche und industrielle Nutzung sowie für kulturelle und gesellschaftliche Zwecke zur Verfügung.

 

Kutschaty von Umstrukturierungsprozess beeindruckt

Anschließend ging es mit dem Bus weiter zum Standortquartier Nordschacht. Dort ist der Schacht bereits verfüllt. Hier liege der geplante Schwerpunkt auf einer Mischnutzung von Wohnen und Arbeiten. Kutschaty war beeindruckt von dem langfristigen Umstrukturierungsprozess und habe viel darüber gelernt, wie ein Strukturwandel funktionieren kann. Sundermann machte zum Abschluss noch einmal deutlich, dass die Menschen für die Region brennen, dass sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gemeinsam auf den Weg in die Zukunft gemacht haben und diese gemeinsam gestalten wollen. „Die Flamme geht aus, die Glut bleibt.“