Corona rüttelt an festen Strukturen – Verband hält Kontakt zu Mitgliedern

Über die Gefahr der Vereinsamung in Coronazeiten sprachen Marie-Luise Hindemith, Ernst-Otto Heilmann (l.) und der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann in Lengerich beim VdK.
Sundermann MdL informiert sich beim VdK über Einsamkeit bei Senioren durch Coronapandemie

Lengerich/Tecklenburg. Wie ergeht es den älteren Menschen im Tecklenburger Land während der Coronakrise? Wie groß ist die Gefahr der Vereinsamung? Schließlich ist die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 insbesondere für ältere Menschen ein größeres Risiko. Das hat Frank Sundermann, SPD-Landtagsabgeordneter im Tecklenburger Land, zum Anlass genommen, sich beim Sozialverband VdK in Lengerich über die aktuelle Situation zu informieren. „Soweit es uns möglich ist, sind wir immer noch aktiv und halten den Kontakt zu unseren Mitgliedern. Doch durch die fehlenden monatlichen Treffen und abgesagten Ausflüge fehlen den Menschen feste Strukturen“, sagt die erste Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Lengerich-Tecklenburg, Marie-Luise Hindemith.

 

Regelmäßiger telefonischer Kontakt – nicht so anonym wie Großstadt

Rund 1.100 Mitglieder hat der VdK-Ortsverband Lengerich-Tecklenburg. Und zu den meisten von ihnen halten Hindemith und ihr Stellvertreter Ernst-Otto Heilmann regelmäßig telefonisch Kontakt. Hindemith: „Hier bei uns im ländlichen Bereich ist das Risiko der Vereinsamung sicherlich nicht ganz so groß wie in einer anonymen Großstadt. Hier kennt man ja häufig noch die Nachbarn oder man hat Familie in der Nähe.“ Gleichwohl werde sie fast täglich darauf angesprochen, wann es endlich wieder gemeinsame Veranstaltungen geben dürfe.

 

Keine Veranstaltungen: Wichtige Fixpunkte für feste Tagesstruktur fehlen

Auch weist Heilmann darauf hin, dass viele ältere Menschen durch die Coronabeschränkungen und das Risiko sich anzustecken kaum oder keinen Kontakt mehr hätten: „Unsere monatlichen Veranstaltungen, wie Kaffeenachmittage mit Unterhaltung in der AWO Lengerich oder geplante Mehr- und Tagestouren, sind für die Menschen wichtige Fixpunkte und haben ihnen eine feste Tagesstruktur gegeben. Sie haben sich darauf gefreut. Das fällt nun seit Monaten weg.“ Dafür seien die Räumlichkeiten nicht groß genug.

 

VdK für besseren Öffentlichen Personennahverkehr

Ein weiteres Thema, für das sich der VdK stark mache, ist ein besserer Öffentlicher Personennahverkehr. „Viele der älteren Menschen haben kein Auto oder können kein Auto mehr fahren. Weil die nächste Bushaltestelle zu weit weg ist, kaum oder selten Busse fahren sowie der Bahnhof nicht barrierefrei ist, wird die Gefahr der Vereinsamung durch fehlende Mobilität noch größer“, warnt Hindemith. Außerdem sei das Tarifsystem für die Fahrkartenpreise der RVM kompliziert und teuer. „Deshalb fordern wir günstige und einfache Tarife.“ Auch Sundermann setzt sich für die Stärkung des ÖPNV ein, beispielsweise durch die Einführung eines 1 Euro-Tickets: „Die Straßen werden immer voller. Wenn wir wirklich einen Durchbruch beim Klimaschutz erzielen wollen, müssen wir die Leute aus dem Auto in den ÖPNV bringen. Das gelingt nur mit bezahlbaren Preisen und guten Bus- und Bahnverbindungen.“

 

Hoffnung auf die Weihnachtsfeier

Mit Blick auf die Zukunft hoffen Hindemith und Heilmann, dass zumindest die Weihnachtsfeier des VdK stattfinden kann. Zur Not würde eben zwei Mal in kleineren Gruppen gefeiert oder eine größere Halle angemietet.

 

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