100 Prozent: Alle Funklöcher im Kreis Steinfurt gestopft?

Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD) bittet darum, ihm in einer Umfrage Funklöcher im Kreis Steinfurt zu melden.
Sundermann MdL zur Mobilfunkversorgung – Weitere LTE- und 5G-Erweiterungen bis 2021 geplant

Kreis Steinfurt/Düsseldorf. Wenn man den reinen Zahlen glauben möchte, dürfte es im Kreis Steinfurt eigentlich keine Funklöcher mehr geben. Denn der Anteil der mit allen Mobilfunkstandards – also 2G, 3G und 4G – versorgten Haushalte liege im Keis Steinfurt bei 100 Prozent.

 

Gemeindeflächen laut Statistik zu 99,9 Prozent mit Mobilfunk versorgt

Der Anteil der versorgten Gemeindefläche betrage 99,9 Prozent und die LTE-Versorgung 99,8 Prozent. Das ergab jetzt die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des hiesigen Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (SPD). „Die Zahlen machen deutlich, dass Statistiken und das tatsächliche Empfinden vor Ort zweierlei Dinge sind. Was auf dem Papier sehr gut aussehen mag, wird in der Realität sicherlich anders wahrgenommen und sich auch anders darstellen“, sagt Sundermann.

 

Bis 2021 über 40 neue LTE-Standorte und 75 5 G-Erweiterungen

Deshalb habe er sich bei der Landesregierung auch darüber informiert, welche weiteren Maßnahmen zur Mobilfunkversorgung getroffen werden sollen. In den kommenden zwölf Monaten sind laut Rückmeldung der Mobilfunknetzbetreiber bis 2021 über 40 neue LTE-Standorte oder Umrüstungen auf LTE im Kreis Steinfurt vorgesehen. Zudem seien ebenfalls bis Mitte 2021 mindestens 75 5G-Erweiterungen im Kreisgebiet geplant. „Aufgrund von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen geben die Betreiber jedoch keine konkreten Informationen dazu raus, wo genau die neuen Standorte sein werden“, sagt Sundermann.

 

Vorsicht bei Zahlen: Keine allgemeingültige Definition für Funklöcher

„Die Zahlen zur vollständigen Netzabdeckung sind sicherlich auch deshalb mit Vorsicht zu genießen, weil es keine allgemeingültige Definition des Begriffes Funkloch gibt“, sagt Sundermann. Laut Landesregierung verstehe man unter Funklöcher Flächen, an denen es keinen Mobilfunkempfang gibt oder ein Mobilfunknetz nur mangelhaft nutzbar ist.

 

Keine Informationen zu Rasterzellen auf Kreisebene

Eine „Rasterzelle ohne Mobilfunkverfügbarkeit“ liege demnach vor, wenn in dieser 250 mal 250 Meter umfassenden Rasterzelle weniger als 50 Prozent der Haushalte mit 3G und 4G versorgt werden. Es gebe jedoch keine Informationen zu Rasterzellen auf Kreisebene. „Und ob die Anzahl der geplanten neuen Mobilfunkmasten für eine tatsächlich flächendeckende Versorgung ausreicht, wird sich auch erst zeigen müssen“, sagt Sundermann.

 

Umfrage: Funklöcher auf Facebook oder Instagram melden

Deshalb ruft Sundermann alle Bürgerinnen und Bürger in einer Umfrage in den Sozialen Medien oder per E-Mail dazu auf, ihm nach wie vor bestehende Funklöcher zu melden, damit er diese an die Landesregierung in Düsseldorf weitergeben kann. Zur Umfrage geht es hier. Die Fortschritte des Mobilfunkausbaus sind unter hier einsehbar.

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