„Wir wollen ein Ort der Begegnung sein“ – Hoffen auf Normalität

Auf dem Parkplatz und Außengelände des Familienzentrums St. Barbara auf dem Hollenbergs Hügel können sich der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann, Leiterin Simone Baumann und Erzieherin Eva Nöthe (v.l.) sehr gut vorstellen, hier einen Ort der Begegnung mit Marktständen einzurichten. Bild: Büro Sundermann
Landtagsabgeordneter Sundermann besucht Kindergarten St. Barbara: Corona und die Zukunft

Westerkappeln. Momentan ist alles anders. Schilder weisen den Eltern und Kindern den Weg zu den einzelnen Gruppen über Seiteneingänge, Flatterband teilt den Spielplatz in verschiedene Bereiche ein und vor dem Eingang steht eine „Handwaschstation“: alles Bestandteile des Hygiene- und Sicherheitskonzeptes des Familienzentrums St. Barbara im Süden Westerkappelns. Die vergangenen Wochen und Monate der Coronapandemie haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindergartens vor ungeahnte Herausforderungen gestellt.

 

Alle Kinder wieder da, und doch ist alles anders

Nun sind zumindest alle Kinder wieder in die Einrichtung zurückgekehrt, und trotzdem sei alles anders. Über den „Alltag“ mit Corona, die weiteren Umbaupläne und zukünftige Projektideen hat sich der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), nun mit der Leiterin Simone Baumann ausgetauscht.

 

Vorgaben aus Familienministerium kurzfristig und realitätsfern

So erläuterte Baumann, wie im März von jetzt auf gleich die Nachricht kam, dass der Kindergarten geschlossen werde und es zunächst keinerlei Informationen gab, wie es weitergehen sollte. Auch in den kommenden Wochen kamen die Vorgaben, Richtlinien und Hinweise aus dem Familienministerium leider immer sehr kurzfristig, mit vielen offenen Fragen verfasst und oft realitätsfern. „Aber unser Team hat sehr gut zusammengearbeitet und zusammengehalten. Wir haben uns auch, anfangs noch aus dem Homeoffice, sehr viel ausgetauscht“, betont Baumann.

 

Anspannung bei Mitarbeiterinnen und Eltern – Hoffnung auf Normalität

Zwar seien alle Kinder nun wieder da, und trotzdem sei alles anders. Baumann: „Wir hatten unser Konzept gerade erst geändert und den Kindern in einem teiloffenen Modell die Möglichkeit gegeben, in unterschiedlichen Bildungsbereichen spielen zu können. Das geht nun erst einmal nicht mehr. Alle müssen in ihren Gruppen bleiben und die Eltern dürfen das Gebäude weiterhin nicht betreten, damit es im Flur nicht zu eng wird.“ Während bei den Mitarbeiterinnen nach wie vor eine gewisse Anspannung herrsche, merke man auch die wachsende Ungeduld der Eltern. „Deshalb hoffen wir alle, dass wir im September wieder zur alten Normalität zurückkehren können. Gleichzeitig machen wir uns natürlich jetzt schon Gedanken, wie es im Herbst mit dem üblichen Husten und den Schnupfnasen werden soll“, sagt Eva Nöthe, seit vielen Jahren Erzieherin im Familienzentrum.

 

Marktstände auf Außengelände – Ort der Begegnung

Außerdem haben Frau Baumann und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch noch viele Ideen, die sie gerne möglichst bald umsetzen würden. Baumann: „Unser Familienzentrum ist und soll auch weiterhin ein Ort der Begegnung sein. Wir haben den neuen Parkplatz und unser Außengelände so gestaltet, dass wir hier zum Beispiel Marktstände aufbauen und ein Begegnungscafé einrichten könnten. Das wäre nicht nur für die Kinder eine tolle Erfahrung, sondern könnte auch ein offenes Angebot für die Einwohner im Süden der Gemeinde sowie für Fahrradfahrer und Spaziergänger sein.“ Sundermann unterstütze diese Idee gerne und versprach, sich über mögliche Fördermittel zu informieren.

 

Dritter Bauabschnitt beginnt nun – neue Turnhalle und Mensa

Eine andere Herausforderung haben Baumann und ihr Team aber auch mit dem nun anstehenden dritten Bauabschnitt zu stemmen. „Staub und Dreck kennen wir mittlerweile“, muss Baumann lachend gestehen. Nachdem Ende letzten Jahres der Anbau des fünften Gruppenraums für die U3-Kinder fertiggestellt wurde, steht nun ein Umbau im Bestand an, indem die bisherige Turnhalle zur Mensa umgebaut werden soll und neue Büros und Mitarbeiterräume entstehen sollen. „Da wir alles im laufenden Betrieb umbauen und von Raum zu Raum ziehen, werden die Umbauten sicherlich eineinhalb Jahre dauern“, vermutet Baumann.

 

Fachkräftemangel kaum lösbare Herausforderung

Eine weitere, offenbar kaum lösbare Herausforderung sei der Fachkräftemangel. Und auch das zum August veränderte KiBiz werde vermutlich kaum Erleichterung bei den umständlichen Verwaltungsvorgaben des Landes für Einrichtungen und Eltern schaffen. Vieles sei kompliziert und mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. „Es ist immerhin eine gute Entwicklung, dass wir nun für Kinder mit Integrationsbedarf auch mehr Personalstunden bekommen.“ Baumann hofft außerdem, dass die seit einem Jahr eingeführte sogenannte PIA-Ausbildung den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers attraktiver macht, indem nun auch die Ausbildung bezahlt wird.

 

Schon über kleine Schritte glücklich – Sundermann nimmt Anregungen mit

Baumann: „Wir hoffen, dass die Dinge sich weiterhin entwickeln werden, es gibt auf jeden Fall noch Potenzial nach oben. Momentan sind wir über kleine Schritte glücklich, schließlich besteht jederzeit die Gefahr, dass das, was gestern mal möglich war, morgen unter den gegebenen Umständen nicht mehr funktioniert.“ „Ich werde Ihre Anregungen auf jeden Fall mit nach Düsseldorf nehmen“, versprach Sundermann zum Abschluss des Gesprächs.

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