Nur eine Gnadenfrist? Comenius-Kolleg doch nur bis 2025 erhalten

Heute hat der Landtag darüber abgestimmt, dass das Comenius-Kolleg nur noch bis 2025 erhalten bleibt. Landtagsabgeordneter Sundermann (SPD) ist enttäuscht über diese Entscheidung. Bild: J.-H. Janßen
Landtagsabgeordneter Sundermann (SPD) enttäuscht über Entscheidung

Mettingen/Düsseldorf. Nun können die Schüler und Lehrer am Comenius-Kolleg Mettingen doch nicht aufatmen. Nachdem zunächst der Erhalt der Schule gesichert schien und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) von einem Änderungsantrag von CDU und FPD sprach, der einen Bestandsschutz für das Kolleg enthalten sollte, war in dem Antrag davon nichts zu lesen. Stattdessen haben CDU und FPD beantragt, den Gesetzentwurf zum 15. Schulrechtsänderungsgesetz, über den der Landtag heute in Düsseldorf abgestimmt hat, lediglich so zu verändern, dass die als Ersatzschulen genehmigten Studienkollegs statt bis 2021 – wie es ursprünglich hieß – noch bis 2025 „übergangsweise erhalten bleiben“ sollen. Der Landtagsabgeordnete im Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), ist enttäuscht von dieser Entscheidung und kann die Begründung der Landtagsmehrheit nicht nachvollziehen: „Statt die Schule zu erhalten, soll ihr lediglich eine Gnadenfrist von vier Jahren eingeräumt werden. So lange bleiben die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal weiter in Ungewissheit, wie es mit ihrer Schule weitergeht.“

 

Wichtige Weiterbildungseinrichtung in Zeiten des Fachkräftemangels

Sundermann hat kein Verständnis dafür, dass in einer Zeit, in der dringend mehr Geld in Bildung investiert werden muss, Schulen geschlossen werden sollen: „Wir stehen einem Fachkräftemangel gegenüber und viele Firmen wissen nicht, wie sie ihre Stellen besetzen sollen. Da kann es doch nicht sein, dass der schwarz-gelben Landesregierung 1,5 Millionen Euro pro Jahr zu viel sind, um eine wichtige Schule zu erhalten, an der qualifizierte Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, sich für ein Studium in Deutschland zu qualifizieren.“ Das Studienkolleg sei eine wichtige Weiterbildungseinrichtung für Mettingen, um dort auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur zu erlangen.

 

Kolleg ist mit Fristverlängerung wenig geholfen – Unsicherheit bleibt

Sundermann: „Offenbar hat sich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) letztlich gegenüber Laumann durchgesetzt, der zunächst zugesagt hatte, die Studienkollegs zu erhalten. Ich bin auch deshalb enttäuscht über die Gesetzesänderung, weil dem Comenius-Kolleg mit einer Fristverlängerung nur wenig geholfen ist. In Zeiten des Lehrermangels wird es für die Schule nun noch schwieriger, gut ausgebildetes Personal zu bekommen, wenn sie ihnen nur befristete Verträge geben kann. Und auch die Schülerinnen und Schüler bleiben im Ungewissen, wie lange sie dort noch ihren Abschluss machen können.“

 

Perspektive der nächsten Landtagswahl 2022

Allerdings bleibe der Schule noch die Perspektive der nächsten Landtagswahl im Herbst 2022. Sundermann: „Wir als SPD haben uns immer für den Erhalt der Kollegschulen eingesetzt. Je nachdem, wie die Wahl ausgeht, kann das Gesetz dann überarbeitet und den Studienkollegs ein Bestandsschutz eingeräumt werden.“

 

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