Zustand von Hausbrunnen: Zu wenig Regen, zu viel Nitrat?

„Im Kreis Steinfurt gibt es immerhin 4.300 Hausbrunnen, also Kleinan-lagen zur Eigenversorgung und dezentrale Wasserwerke, die jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt sind“, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Frank Sundermann.
Landtagsabgeordneter Sundermann (SPD) fordert mehr Informationen und Hilfen vom Land

Kreis Steinfurt. In jedem fünften Hausbrunnen im Kreis Steinfurt war zwischen 2014 und 2016 zu viel Nitrat im Wasser. Neuere Werte gibt es nicht. Das hat jetzt die Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine Anfrage des hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann ergeben.

 

Landesregierung hat keine Kenntnisse über Zustand von Hausbrunnen

„Die Antwort auf meine Kleine Anfrage zum Thema Hausbrunnen offenbart vor allem eins: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat weder aktuelle Zahlen zur Nitratbelastung noch Kenntnisse darüber, in welchem Ausmaß und mit welchen regionalen Unterschieden es aufgrund des Klimawandels zur Austrocknung von Hausbrunnen kommt“, kritisiert Sundermann. Doch vor allem fordert der SPD-Politiker die Landesregierung und speziell die Umweltministerin Ursula Heinen-Esser auf, Besitzer von Hausbrunnen mit Landesmitteln zu unterstützen und Fördermöglichkeiten zu schaffen, anstatt die Menschen mit den Folgen des Klimawandels und der Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen alleine zu lassen.

 

4.300 Hausbrunnen im Kreis Steinfurt

„Im Kreis Steinfurt gibt es immerhin 4.300 Hausbrunnen, also Kleinanlagen zur Eigenversorgung und dezentrale Wasserwerke, die jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt sind“, sagt Sundermann. Besonders viele Brunnen gibt es in Lienen (657), Westerkappeln (439), Lengerich (389) und Metelen (374). Das habe eine Abfrage des Umweltbundesamtes beim Kreis Steinfurt im Februar dieses Jahres ergeben.

 

Sundermann fordert mehr Informationen und Fördermittel für Bürger

„Umso unbefriedigender finde ich die Antwort der schwarz-gelben Landesregierung auf meine Anfrage. Wir werden deshalb in einer weiteren Kleinen Anfrage landesweite Daten abfragen, um mehr Informationen über die Auswirkungen von Trockenheit und Nitrateinträgen auf den Betrieb von Hausbrunnen zu bekommen. So wollen wir verstärkt auf das Problem aufmerksam machen“, kündigt Sundermann an. „Ich möchte von Ministerin Heinen-Esser gerne wissen, warum es keine Fördermöglichkeiten gibt und ob es landesweit bereits Anfragen von Kommunen und Wasserversorgungsverbänden gibt.“

 

Jetzt auf lokaler und regionale Ebene handeln

Weil es keine Förderung vom Land gebe und die Landesregierung Bürger und Kommunen mit diesen Problemen alleine lasse, müsse man jetzt im Interesse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger leider auf lokaler und regionaler Ebene schauen, inwiefern besonders stark Betroffene an das öffentliche Wassernetz angeschlossen werden können, ohne dass die finanzielle Belastung zu hoch wird. „Hier brauchen wir eine gemeinsame Lösung von Gemeinden, Bürgern und Wasserversorgungsverband“, sagt Sundermann.

 

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