„Wir brauchen mehr Bildung und keine Schließung von Schulen“

Der SPD-Landtagsabgeordnete für die Region, Frank Sundermann (Foto), und SPD-Landratskandidat Matthias Himmelreich sehen in der Reduzierung von Stellen im Streifendienst ein falsches Signal sowohl an die Polizistinnen und Polizisten, die sich täglich im Einsatz für das Wohl aller einsetzen und häufig an ihre Belastungsgrenze gehen würden, als auch an die Bevölkerung. Bild: Büro Sundermann
Landtagsabgeordneter Sundermann (SPD) appelliert an Landesregierung, Comenius-Kolleg zu erhalten

Mettingen/Düsseldorf. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso man in Zeiten des Bildungsnotstands und Fachkräftemangels, in einer Zeit, in der wir mehr Bildung brauchen, eine Schule schließen will“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete des Tecklenburger Landes, Frank Sundermann. Es geht um das Comenius-Kolleg in Mettingen. Neben einem weiteren Schulkolleg in Bochum ist es die einzige noch in Deutschland existierende staatliche Ersatzschule, die auf ein Studium vorbereitet. Am 25. März wird im Düsseldorfer Landtag über das sogenannte 15. Schulrechtsänderungsgesetz beraten. Sundermann: „Ein Gesetzentwurf der schwarz-gelben Landesregierung sieht vor, dass es zukünftig keine Ersatzschulen als Studienkollegs mehr geben soll, was das Ende für das Comenius-Kolleg in Mettingen bedeuten würde. Ich appelliere daher an die Landesregierung, dieses sehr gut funktionierende Schulsystem zu erhalten.“

 

Schreiben an Schulministerin Yvonne Gebauer

Mit seinem Appell hat sich Sundermann auch bereits in einem Schreiben an die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer gewandt. Die Argumente der schwarz-gelben Landesregierung für die Schließung des Studienkollegs, an dem Erwachsene ihr Abitur machen und damit die Zulassung für eine Universität oder Hochschule erlangen können, zielen vor allem auf die vermeintlichen Kosten und fehlende Notwendigkeit der Schulform. „Die beiden Studienkollegs in Bochum und Mettingen haben jährlich etwa 250 Absolventinnen und Absolventen und erfüllen alle Anforderungen an eine staatlich anerkannte Schule. Wenn der §24 entfallen würde, um den es konkret geht, müssten zwei gut funktionierende Systeme geschlossen werden“, sagt Sundermann. „Doch Schulschließungen in der heutigen Zeit des Bildungsnotstandes sind kontraproduktiv.“

 

Interkulturelle Bildung am Studienkolleg erhalten

Auch hält Sundermann diese Maßnahme für nicht sehr weitreichend und nachhaltig: „Das Geld ist gut investiertes Geld für Nordrhein-Westfalen, denn durch die interkulturelle Bildung an dem Studienkolleg identifizieren sich die Absolventinnen und Absolventen mit der Region NRW. Von ihnen gehen deutlich mehr als die Hälfte an eine Hochschule oder Universität in unserem Land, was die Kooperationen zwischen den Studienkollegs und den Hochschulen belegen.“

 

Zunehmende Privatisierung führt zu Bildungsungerechtigkeit

Während die schwarz-gelbe Landesregierung das Comenius-Kolleg aufgrund von Privatschulen für überflüssig halte, würde eben diese zunehmende Privatisierung von Bildungsangeboten, die teils bis zu 17.000 Euro pro Jahr kosten, zu einer noch größeren Bildungsungerechtigkeit führen. Sundermann: „Ich appelliere deshalb an die Landesregierung und insbesondere an Ministerin Gebauer, entweder die Genehmigung der Studienkollegs im Sinne eines Bestandsschutzes so zu belassen, den Schulen durch eine neue Prüfungsordnung weiterhin der Kontrolle des Landes zu unterstellen, oder den § 24, der die Studienkollegs abschaffen würde, nicht aus dem Schulrechtsänderungsgesetz zu streichen.“

 

Pressemitteilung als PDF