Trink- und Grundwassersituation im Kreis Steinfurt Thema im Landtag

Frank Sundermann greift die Situation in Westerkappeln auf und stellt eine Kleine Anfrage.

(Westerkappeln, 25.2.2020)  Anfang  Februar  wurde  das  Thema  Grund-  und Trinkwasser bei einer SPD-Veranstaltung in Westerkappeln intensiv mit vielen betroffenen Bürger*innen diskutiert. Dort hatte der Landtagsabgeordnete  Frank  Sundermann  zugesagt,  die  Thematik  verstärkt in die politische Diskussion einzubringen und stellte nun eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.

Dass das Thema einer guten und ausreichenden Versorgung mit Trinkwasser überhaupt wieder in den Fokus geraten sei, hänge vor allem mit der extremen Trockenzeit der letzten beiden Jahre, aber auch mit der steigenden Nitratbelastung zusammen, so Sundermann.

Über 400 Haushalte in Westerkappeln versorgen sich mit einem eigenen Hausbrunnen

Besonders betroffen sind Gemeinden wie Westerkappeln, wo 14 % aller Haushalte nicht am öffentlichen Trinkwassernetz angeschlossen sind. Dies sind über 400 Haushalte, die sich mit einem eigenen Hausbrunnen versorgen; jeder Fünfte davon ist ein landwirtschaftlicher Betrieb. Einige Hausbrunnenbesitzer aus Westerkappeln diskutierten, ob und wie sie ans öffentliche Netz angeschlossen werden könnten, damit ihre Trinkwasserversorgung auch zukünftig gesichert ist. Ein entsprechender Anschluss wäre in vielen Fällen mit hohen Kosten verbunden, die einzelne Haushalte nur schlecht oder gar nicht stemmen könnten.

Welche Fördermittel können Bürger*innen nutzen?

Der SPD-Abgeordnete hat daher im Rahmen einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung angefragt, welche Fördermöglichkeiten seitens der öffentlichen Hand für Hausbrunnenbesitzer zur Verfügung stehen. Außerdem möchte Sundermann wissen, welche Fördertöpfe vom Land aufgelegt werden, damit der Ausbau des öffentlichen Trinkwassernetzes gestärkt wird. Ende der 1980er Jahre gab es solche Förderprogramme, mit denen damals der Netzausbau unterstützt wurde und viele Haushalte erschlossen werden konnten.

Um die momentane Situation der Hausbrunnenbesitzer präziser beurteilen zu können, hinterfragt Sundermann in seiner Anfrage darüber hinaus wie viele Hausbrunnen insgesamt im Kreis Steinfurt in Nutzung stehen, wie viele davon zukünftig von weiteren Dürreperioden gefährdet sein werden und wie stark diese von einer erhöhten Nitratbelastung betroffen sind.

Thema bleibt auf der Agenda

Wenn all diese Daten vorliegen, könne man gezielt in die weitere Diskussion einsteigen und auch weitere Gemeinden in die Betrachtung einbeziehen, so Sundermann. Dass weitere Gemeinden wie z. B. Lienen mit einer noch geringeren Anschlussquote ans öffentliche Trinkwassernetz (hier liegt die Quote lediglich bei 73 %) Diskussionsbedarf haben, wurde im Februar bei den Kappelner Gesprächen sehr deutlich.