Trotz erkanntem Handlungsbedarf ist zurzeit kein Kreisverkehr an der Kreuzung Püttenbeckstraße/Ibbenbürener Straße in Sicht

Der bereits sanierte Teil der Kreuzung wurde nun mit Rüttelstreifen ausgestattet. Ob diese für eine Verbesserung der Situation sorgen, bleibt abzuwarten. Die Experten bewerten dies mit Skepsis.

Sundermann mobilisiert jetzt die verantwortlichen Stellen

Recke. Seit längerem steht die unfallträchtige Kreuzung Püttenbeckstraße/Ibbenbürener Straße im Fokus. Im Dezember hatte der Landtagsabgeordnete der SPD, Frank Sundermann, daher bei der Landesregierung nachgehakt, welche verkehrsplanerischen Änderungen geplant seien. Jetzt liegt ihm die Antwort auf seine Kleine Anfrage vor. Fazit: Ein Handlungsbedarf wird anhand der Unfallstatistik erkannt, doch die Verantwortung für einen verkehrsgerechten Ausbau wird zur Bezirksregierung geschoben.

Unfallhäufung wurde nun offiziell testiert

Bereits in den Vorjahren passierten immer wieder Unfälle an der besagten Kreuzung. In 2019 häuften sich diese, so dass die Kreuzung erneut in die politische Diskussion geriet. Die Forderung nach einem Kreisverkehr verhallten, da die Unfallstatistik angeblich keine Maßnahmen erforderten. Dies war der Punkt, an dem Frank Sundermann konkret nachhakte. In der Antwort der Landesregierung wurde sein Verdacht nun bestätigt: Seit Ende 2009 passierten insgesamt 16 Unfälle an der Kreuzung Püttenbeckstraße/Ibbenbürener Straße. Bei allen registrierten Unfällen war die Unfallursache die Nichtbeachtung der Vorfahrt. Drei der sechzehn Unfälle führten zu Schwerverletzten. In 2019 geschahen innerhalb von nur vier Monaten erneut drei Unfälle. Hierunter befanden sich ein Schwerverletzter und zwei Leichtverletzte. Durch diese zeitliche Unfallhäufung trat die Kreuzung erstmalig als Unfallhäufungsstelle in Erscheinung und lässt nun theoretisch auf den Bau eines Kreisverkehres hoffen. Die Kosten für einen solchen Kreisverkehr betitelt der Landesbetrieb Straßenbau NRW auf rund 1 Million Euro.

Rüttelstreifen sollen Unfallgefahr entschärfen

Doch eine kurzfristige Lösung ist weiterhin nicht in Sicht! Der Landesbetrieb Straßen NRW verweist auf die zurzeit durchgeführten Sanierungen im Kreuzungsbereich. Die verkehrlich untergeordnete Püttenbeckstraße würde dabei in einem Zug mit sogenannten Rüttelstreifen ausgerüstet. Rüttelstreifen eignen sich, laut Aussage des Landesbetriebes, durch ihr akustisches wie auch physisch spürbares Signal (das „Wachrütteln“) in vielen Fällen gut dafür, die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Unfallkommission bleibt skeptisch und empfiehlt weitere Maßnahmen

Ob diese kurzfristig durchgeführte Maßnahme erfolgversprechend sein wird, bezweifelt allerdings auch die Unfallkommission. Sie beschreibt die Kreuzung als unzureichend ausgebaut, mit eingeschränkten Sichtverhältnissen sowie fehlenden Linksabbiegespuren und Fahrbahnteilern. Daher empfehlen die Verkehrsexperten einen (wörtlich) „verkehrsgerechten Ausbau des Verkehrsknotens“ als Notwendigkeit, um an dieser Stelle die Verkehrssicherheit signifikant zu erhöhen. Die Bezirksregierung berät daher Anfang dieses Jahres, ob Rüttelstreifen an dieser Kreuzung ausreichen werden.

Jetzt gilt es, gemeinsam zu handeln

Sundermann sieht es als gegeben an, schnellst möglich alle Beteiligten ins Boot zu holen und gemeinsam zu mobilisieren. Fraktionsübergreifend müssen nun Stellschrauben gesetzt werden, damit der Bau eines Kreisverkehrs an besagter Stelle mit hoher Priorität ins Programm zum Um- und Ausbau von Landesstraßen bis 3 Mio. € Gesamtkosten (Titel 77712 des Landeshaushaltplanes) aufgenommen wird. Die Entscheidung trifft die Bezirksregierung, sprich die politischen Vertreter im Regionalrat Münster. Zurzeit steht die Baumaßnahme dort überhaupt nicht in den Planungen, so dass ein Kreisverkehr nicht absehbar erscheint. Dies gilt es, so Sundermann, gemeinsam zu ändern.