Radweg in Riesenbeck auf der Landstraße L 590 kommt – trotz hoher Priorisierung aber sicherlich erst in 2022

Frank Sundermann, SPD-Abgeordneter im Landtag NRW

Westerkappeln/Hörstel. Auf der Landstraße L 590 bei Riesenbeck fehlt ein Fahrradweg. Auf diesen Missstand wurde der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann von Riesenbecker Bürgern hingewiesen und fragte prompt mit einer sogenannten Kleinen Anfrage bei der Landesregierung nach. Gerade Fahrradpendler aus Riesenbeck, die nach Rheine-Mesum zur Arbeit pendeln, müssen die stark befahrene Landstraße auf einer Länge von ca. 1,5 Kilometer nutzen, um dann Richtung Mesum abzubiegen. Problem dabei ist das hohe Verkehrsaufkommen zu Pendlerzeiten und eine zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Gefahrensituationen stehen auf der Tagesordnung, Unfälle sind bereits passiert. Der Radweg wird kommen, so die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage Sundermanns. Allerdings wird es mit der Umsetzung wohl noch bis 2022 dauern.

Immer mehr Menschen fahren Rad. Dank E-Bike-Technik oder ähnlichem auch längere Strecken zu ihrem Arbeitsplatz. Das ist zuerst einmal eine gute Entwicklung. Auch bei der Politik ist dieser Trend angekommen und das Rad wurde zum festen Bestandteil in der Mobilitätsbetrachtung. Die Radverkehrsinfrastruktur steht daher seit einigen Jahren zunehmend im Fokus und Landesmittel fließen landesweit vermehrt in den Bau von Radwegen. Eine Prioritätenliste entscheidet über deren Umsetzungstermin. Die mögliche Unfallgefährdung der Verkehrsteilnehmer ist nur ein Faktor, der die Priorisierung bestimmt.

Gefahrenpotential ist da

Entlang der Landesstraße L 590 gibt es eine nicht unerhebliche Gefahrenstelle, so berichteten betroffene Fahrradfahrer sowie Ortskundige. Wie die Gefahrenlage genau einzuschätzen ist, hat Sundermann bei der Kreispolizeibehörde nachfragen lassen. Diese vermeldet 17 meldepflichtige Unfälle in den letzten zehn Jahren. Auf den ersten Blick hört sich diese Statistik nicht dramatisch hoch an, jedoch zählten hierzu zwei Tote, fünf Schwerverletzte und 17 Leichtverletzte. Allerdings sei nur ein einzelner Radfahrer betroffen gewesen. „Das beruhigt uns nicht.“, so Sundermann. „Wir werden nicht darauf warten, dass weitere schwere Unfälle mit Fahrradbeteiligung passieren, sondern werden die Entwicklung der Baumaßnahme im Auge behalten.“

Baumaßnahme steht an Stelle 4 – allerdings ist unklar, wann es losgeht

Immerhin wurde der Bau des Radweges auf der L 590 auf Platz 4 aller im Regierungsbezirk Münster geplanten Straßenbaumaßnahmen gesetzt. Zu beachten ist aber dabei, dass sich das Gesamtvolumen für Straßenbaumaßnahmen im Münsterland in 2019 auf ca. 1,8 Mio. Euro beschränkt und die Maßnahmen 1 bis 3 dieses Volumen weit überschreiten. Daher wird es weitere Zeitverschiebungen geben. Je nachdem, wie hoch die Haushaltsmittel in 2020 ausfallen werden und sich keine neuen und höher priorisierten Maßnahmen dazwischenschieben, wird sich der versprochene Ausbau der L 590 inkl. Radweg wahrscheinlich noch bis 2022 ziehen. Kleiner Wermutstropfen: Eine kleine Verbesserung der Situation wurde zwischenzeitlich erreicht. Im Kurvenbereich der Landstraße wurde die Geschwindigkeit auf 70 km/h gedrosselt. Für Fahrradfahrer leider aber immer noch eine Höchstgeschwindigkeit, bei der sie im Falle eines Unfalles lebensbedrohlich den übrigen Verkehrsteilnehmern ausgesetzt sind.