Bahnhof Velpe auf dem Prüfstand

Setzen sich für eine Reaktivierung des Bahnhofs in Velpe ein und wollen in den nächsten Wochen notwendige Maßnahmen hierfür prüfen (v.l.n.r.): Dennis Schmitz, Frank Sundermann MdL, Annette Große-Heitmeyer, Werner Lübberink, Michael Geuckler, Michael Jansen und Nils Winter. Bild: Wahlkreisbüro Sundermann
Landes- und Kommunalpolitiker, Deutsche Bahn und ZVM vereinbaren erneute Prüfung der Reaktivierung

Westerkappeln/Münster. Der ehemalige Bahnhof Velpe liegt an einer Hauptverkehrsstrecke, die Amsterdam und Warschau miteinander verbindet. Wer nicht ganz so weit reisen möchte, wäre innerhalb kurzer Zeit in Osnabrück, Ibbenbüren, Rheine oder Hengelo. Jetzt haben sich Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik, der Deutschen Bahn sowie des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) in Münster an einen Tisch gesetzt, um eine mögliche Reaktivierung des Haltepunktes in Velpe zu prüfen. „Letztlich geht es um zwei Minuten, die entweder durch eine Fahrplanänderung oder technische Umbauten erreicht werden müssen, um einen Halt der RB 61 in Velpe zu ermöglichen“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land und Fraktionsvorsitzende im Westerkappelner Gemeinderat, Frank Sundermann, auf dessen Initiative das Treffen beim ZVM in Münster stattfand.

 

Bis Dezember prüfen ZVM und DB Fahrplanoptimierung

Dabei ist das Thema nicht neu. „Seit über 15 Jahren ist immer wieder darüber diskutiert und geprüft worden, ob eine Reaktivierung des Bahnhofs in Velpe möglich ist. Bislang ohne Ergebnis. Jetzt ist es uns erstmals gelungen, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, die außerdem der Meinung sind, dass sich ein erneuter Anlauf lohnt“, sagt Sundermann. Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Werner Lübberink, regte an, sich im Dezember dieses Jahres hierzu nochmals mit allen Beteiligten zu treffen. Bis dahin werden ZVM und DB prüfen, ob eine Fahrplanoptimierung zur Reaktivierung des Haltepunktes Velpe möglich ist.

 

Geschwindigkeit der Züge größtes Problem

Das größte Problem sei die Geschwindigkeit der Züge. „Bislang fahren die Züge auf der Strecke 140 Kilometer pro Stunde, eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit hätte aber hohe Investitionen in Bahnübergänge, Brücken sowie Lärmschutz zur Folge“, wie Dennis Schmitz von der DB Netz erläuterte.

 

ZVM hat großes Interesse an Reaktivierung des Bahnhofs

Michael Geuckler, Geschäftsführer des ZVM und Aufgabenträger einer möglichen Reaktivierung, habe jedoch großes Interesse daran, den Haltepunkt in Velpe, der Anfang der 1990er Jahre aufgegeben worden war, wieder aufzunehmen. Deshalb stimmte er einer Überprüfung der technischen und fahrplanmäßigen Rahmenbedingungen durch das Kompetenzzentrum in Bielefeld mit Nachdruck zu: „Es gibt mehrere Möglichkeiten, die verbessert oder verändert werden können, wie zum Beispiel die Signaltechnik, die Anschlüsse, Bahnhofsveränderungen oder eine Änderung der Weichen. Hier müssen wir uns jede Kleinigkeit anschauen.“

 

Haltepunkt kann weitere Chancen für Süden der Gemeinde bieten

Einig waren sich auch alle Teilnehmer des Gesprächs darin, im Zuge der geplanten Schließungen mehrerer Bahnübergänge in Velpe, eines neu eingerichteten Bahnübergangs sowie des Baus eines Trogbauwerkes die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Bau des Bahnhofs vor Ort zu prüfen. Der Leiter des Bahnhofsmanagements in Münster, Michael Jansen, wies darauf hin, dass die Gegebenheiten vor Ort beispielsweise für zwei Außenbahnsteige nach dem Vorbild des Bahnhofs in Laggenbeck gegeben sein müssen. Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer will den Prozess der Reaktivierung auch dadurch unterstützen, indem eine aktuelle Erhebung über die potenziellen Fahrgastzahlen erstellt wird: „Seit der letzten Erhebung hat sich mit der Ansiedlung von Firmen wie LIDL und DSV sowie den Neubaugebieten einiges in Velpe getan.“ Außerdem sehe sie durch eine mögliche Reaktivierung des Haltepunktes weitere interessante und zukunftsweisende Entwicklungschancen für den südlichen Bereich des Gemeindegebietes.

 

Sundermann: ideale Rahmenbedingungen, um Haltepunkt wiederzubeleben

Sundermann: „Die politischen Rahmenbedingungen und aktuellen Diskussionen über Klimaschutz und klimaneutrale Mobilität sind ideale Rahmenbedingungen, um einen Haltepunkt an einer Hauptverkehrsstrecke wiederzubeleben. Außerdem wollen besonders immer mehr junge Menschen auf das Auto verzichten und lieber umweltschonend mit Bus und Bahn fahren. Eine Zuganbindung nach Ibbenbüren, Osnabrück und Rheine sowie darüber hinaus macht auch den Wohnort Velpe für Berufspendler und Studenten attraktiv.“

 

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