FMO ist „Nabelschnur“ für die mittelständische Wirtschaft

Landtagsabgeordneter Frank Sundermann (l.) spricht mit FMO-Chef Rainer Schwarz über Akzeptanz des Flughafens und klimaschonendes Reisen. Bild: Wahlkreisbüro Sundermann
Landtagsabgeordneter Sundermann spricht mit FMO-Chef Schwarz über Akzeptanz des Flughafens und klimaschonendes Reisen

Greven/Tecklenburger Land. Für die mittelständische Wirtschaft in der Region Münsterland und Tecklenburger Land ist der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) eine „ganz wichtige Nabelschnur“, sagt der FMO-Geschäftsführer Rainer Schwarz im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten der Region, Frank Sundermann (SPD). Vor allem die täglichen Verbindungen nach Frankfurt und München würden von den hier angesiedelten Firmen und Geschäftsleuten stark nachgefragt. „Wir haben uns außerdem vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über klimafreundliches Reisen, das Luftverkehrskonzept NRW und den Mehrwert des Flughafens für unsere Region ausgetauscht“, sagt Sundermann.

 

Für Forschung und Entwicklung alternativer Antriebstechniken

Schwarz: „Wir sind auf dem besten Weg, ein CO2-freier Flughafen zu werden und decken unseren Stromverbrauch bereits zu 90 Prozent aus regenerativen Energien ab. Beim Antrieb der Flugzeuge, die natürlich den Großteil der Emissionen ausmachen, sind wir leider noch nicht so weit wie bei den Autos. Dank abnehmenden Kerosinverbrauchs ist das Wachstum im Luftverkehr aber immerhin schon klimaneutral.“ Daher fordere Schwarz, dass die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer, die immerhin 1,4 Milliarden Euro im Jahr ausmachen, in die Forschung und Entwicklung synthetischer Kraftstoffe, von Solar- oder Wasserstoffantrieb oder anderer alternativer Antriebstechniken fließen.

 

Regionale Verbundenheit zum FMO ist noch verbesserungsfähig

Während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unter denen es kaum Fluktuation gebe, sich komplett mit dem familiär geprägten FMO identifizieren, ist die regionale Verbundenheit noch verbesserungsfähig. Dabei würde der FMO, dessen größter „Carrier“ die Lufthansa ist, vor allem durch seine schnelle Erreichbarkeit, den Service und kurze Wartezeiten punkten. „Doch wenn die Menschen ihre Flüge buchen, ob online oder im Reisebüro, lockt zumeist der reine Flugpreis, ohne dass da schon Kosten für Anreise, Gepäck, Parkgebühren etc. mit eingerechnet werden“, sagt Schwarz.

 

Sundermann: „Dezentrale Struktur des Luftverkehrssystems erhalten“

Schließlich informierte Sundermann sich noch über die finanzielle Aufstellung des Flughafens, der mittlerweile wieder sehr gut dastehe und zwischen 2020 und 2025 Investitionen in Höhe von 26 Millionen Euro tätigen will. Sundermann: „Aus landespolitischer Sicht liegt es mir natürlich am Herzen, die dezentrale Struktur des Luftverkehrssystems und damit auch die kleineren Flughäfen zu erhalten, und nicht nur einen großen Flughafen in der Landeshauptstadt ins Unermessliche wachsen zu lassen.“ Hierin liegen neben der Konkurrenz und dem Preisdruck durch die Billig-Airlines weitere Herausforderungen für die Zukunft des FMO.