Kinder- und Jugendfeuerwehr als Garant für den Nachwuchs

Landtagsabgeordneter Frank Sundermann (r.) informierte sich bei den Kameraden der Westerkappelner Feuerwehr und des Löschzugs Velpe über die Situation und Akzeptanz des Ehrenamts. V.l.n.r.: Hendrik Wehmeier, Dirk Siepmann, Wolfgang Wosnik, Ingo Bünemann, Patrick Knoll und Werner Ramatschi. Bild: Wahlkreisbüro Sundermann
Landtagsabgeordneter Sundermann informiert sich über Akzeptanz des Ehrenamts bei der Feuerwehr

 

Westerkappeln/Düsseldorf. „Wir erleben hier im ländlich geprägten Westerkappeln zum Glück noch keine Angriffe auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr, allerdings werden die Menschen immer ungeduldiger, wenn zum Beispiel Straßen gesperrt werden müssen“, sagt der Wehrführer der Westerkappelner Feuerwehr, Ingo Bünemann. „Wie ist es um die Akzeptanz der Feuerwehr und die Wertschätzung des Ehrenamts bestellt und wie kann es den Feuerwehren gelingen, neue Mitlieder zu bekommen und nachhaltig zu binden?“, fragte der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann, bei einem Treffen mit Vertretern der Westerkappelner Feuerwehr, des Löschzugs Velpe sowie der Jugendfeuerwehr. Eine wichtige und erfolgreiche Institution sei auf jeden Fall der Nachwuchs, die Jugendfeuer. Geplant sei deshalb auch die Gründung einer Kinderfeuerwehr in Westerkappeln.

 

Große Motivation bei den Jugendlichen – Pläne für Kinderfeuerwehr

 

„Die Motivation unter den Jugendlichen, die ab elf Jahren bei uns in der Jugendfeuerwehr mitmachen können, ist groß, die Beteiligung bei den Dienstnachmittagen liegt bei 85 Prozent und unser junges Betreuerteam arbeitet prima zusammen“, sagt der Jugendfeuerwehrwart Patrick Knoll. Um jedoch mit anderen Vereinen und Einrichtungen mithalten zu können, wäre es wichtig, eine Kinderfeuerwehr zu gründen, die bereits ab sechs Jahren die Möglichkeit bietet, erste Erfahrungen bei der Feuerwehr zu sammeln. Bünemann: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn hier das Land Nordrhein-Westfalen die Kinderfeuerwehr-Aktion weiter fördern würde. Das hilft uns, nachhaltig Mitgliederinnen und Mitglieder für unsere aktive Wehr zu gewinnen.“

 

Siepmann: „An die Grenzen unserer Einsatzfähigkeit“

 

Während sich in Westerkappeln regelmäßig 22 Mädchen und Jungen zu Feuerwehrübungen, Dienstnachmittagen und gemeinsamen Aktionen treffen, sieht es bei der Einsatzbereitschaft der erwachsenen Wehr schon schwieriger aus: „Viele unserer Kameradinnen und Kameraden arbeiten außerhalb und können tagsüber nicht zu den Einsätzen kommen. Da gelangen wir an die Grenzen unserer Einsatzfähigkeit“, bedauert Dirk Siepmann, Löschzugführer des Löschzugs Velpe, zumal die Anzahl der Einsätze jedes Jahr zunehme. Sein Stellvertreter Hendrik Wehmeier macht sich ebenfalls Gedanken darüber, wie man durch eine höhere Akzeptanz und Wertschätzung des Feuerwehrdienstes sowie des Ehrenamtes dauerhaft Mitglieder gewinnen und die Attraktivität des Feuerwehrdienstes erhöhen könne.

 

Sundermann will Regularien für Ehrenamtskarte prüfen

 

Aus landespolitischer Sicht könne man laut Sundermann prüfen, ob die Regularien es ermöglichen, dass Feuerwehrleute möglichst unbürokratisch in den Genuss der Ehrenamtskarte kommen können. „Ein zweiter Ansatz, den es auch in anderen Kommunen gibt, wäre bei zukünftigen Ausschreibungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung darauf zu verweisen, dass sich eine Mitgliedschaft in einer Feuerwehr positiv auswirkt“, sagt Sundermann. Auch konnten Mitglieder der Jugendfeuerwehr davon berichten, dass die Mitgliedschaft bei Bewerbungen Vorteile hatte. Bünemann: „Feuerwehr ist ja auch viel mehr als Schützen, Retten, Löschen, Bergen. Dort geht es um Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein und Verlässlichkeit.“

 

Besondere Anforderungen an Raumsituation in den Gerätehäusern

 

Die erfolgreiche Arbeit der Jugendfeuerwehr und auch in der Anwerbung von weiblichen Mitgliedern für die Feuerwehr stelle wiederum besondere Anforderungen an die Raumsituation in den Gerätehäusern. „Wir brauchen natürlich für die Kinder und Jugendlichen sowie für Männer und Frauen getrennte Umkleidekabinen und Duschen. Da platzen wir in unserem Gerätehaus in Velpe schon jetzt aus allen Nähten, weil dieser Aspekt beim Bau vor rund 20 Jahren nicht bedacht wurde“, gab Siepmann zu bedenken.

 

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