„Ich möchte Entscheidungen gerne mittreffen“

Von Donnerstag bis Samstag wird die Lotteranerin Inessa Dobler für den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann in der Landeshauptstadt den politischen Betrieb ‚übernehmen‘. Bild: Wahlkreisbüro Sundermann
Lotteranerin Inessa Dobler (17) vertritt Abgeordneten Sundermann beim Jugend-Landtag in Düsseldorf

Lotte/Düsseldorf. „Politik ist nicht nur das, was wir aus den Medien erfahren. Über die Hintergründe wissen wir ja häufig gar nicht Bescheid. Außerdem möchte ich Entscheidungen gerne mittreffen“, begründet die 17-jährige Schülerin Inessa Dobler aus Lotte ihre Bewerbung für den diesjährigen Jugend-Landtag in Düsseldorf. Von Donnerstag bis Samstag wird sie für den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann in der Landeshauptstadt den politischen Betrieb ‚übernehmen‘. Und zu entscheiden gibt es tatsächlich etwas, denn die vom Jugend-Landtag getroffenen Beschlüsse werden anschließend dem realen Parlament vorgelegt, das diese weiterbearbeitet. „Auf der politischen Agenda stehen in diesem Jahr die Impfpflicht sowie Möglichkeiten, den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen“, sagt Sundermann.

 

Schon früh für internationale Beziehungen und Politik interessiert

Schon früh habe die Gymnasiastin aus Lotte-Wersen angefangen, sich für internationale Beziehungen und Politik zu interessieren. „Ich habe schon immer gerne bei Projekten mitgemacht. Mit 13 Jahren hatte ich die Möglichkeit, an einer Model United Nations-Konferenz (MUN-Konferenz) teilzunehmen, das war der Anfang“, erklärt Inessa Dobler. Sie besucht derzeit die 11. Jahrgangsstufe des Graf-Adolf-Gymnasiums in Tecklenburg. Als UNESCO-Schule habe sie auch hier zahlreiche Möglichkeiten, sich politisch und gesellschaftlich einzubringen. „Als Mitglied im Schülersprecherteam haben wir beispielsweise die Aktion Präsidium macht Schule mit dem Landtagspräsident André Kuper organisiert, wir hatten außerdem Leute von Jugend rettet bei uns, die über ihre Erfahrungen in der Seenotrettung berichtet haben.“

 

Viele Jugendliche interessieren sich für Politik

Neben ihrem Engagement in einer Jugendpartei nimmt die Schülerin auch regelmäßig an Fridays-For-Future Protesten teil. „Ich habe das Gefühl, dass sich viele Jugendliche für Politik interessieren und gerne an Planspielen teilnehmen, auch wenn der Politikunterricht häufig keinen Raum für Meinungsbildung lässt.“ Ihr politisches Interesse und Engagement führt Inessa Dobler ab August dann auch dank eines Stipendiums nach Freiburg an das United World College, wo sie ein Internationales Abitur machen möchte.

 

„Der Jugend-Landtag ist mehr als nur eine Simulation“

Seitdem Sundermann 2010 in den Landtag gewählt wurde und dort das Tecklenburger Land vertritt, hat er auch jedes Jahr eine junge Vertreterin oder einen jungen Vertreter für den Jugend-Landtag aus seinem Wahlkreis gehabt: „Das ist eine super Einrichtung, denn die Teilnehmer bekommen mit, wie Politik wirklich funktioniert. Der Jugend-Landtag ist mehr als nur eine Simulation. Er gibt spiegelbildlich wieder, wie die politische Entscheidungsfindung funktioniert, welche Handlungsspielräume die Fraktionen und Politiker haben, wie Mehrheiten organisiert werden und wie die Entscheidungen letztlich getroffen werden.“ Es sei nicht nur eine Draufsicht, sondern eine Sicht nach innen, sozusagen in das politische Handwerk hinein. Viele seiner Vertreterinnen und Vertreter seien auch anschließend dabeigeblieben und seien zum Teil sogar politisch aktiv geworden.

 

Parlamentarische Abläufe wie in der Realität

In den kommenden drei Tagen werden die parlamentarischen Abläufe genauso sein, wie in der Realität auch. Die Jugendlichen nehmen an Fraktions- und Ausschusssitzungen teil und werden anschließend im Plenum über die getroffenen Beschlüsse und Gesetzesentwürfe abstimmen. „Ich bin gespannt, was Inessa über ihre Erfahrungen in Düsseldorf berichten wird. Besonders die Impfpflicht ist ja ein Thema, das polarisiert und auch emotional belegt ist“, sagt Sundermann.

 

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