Wird Kraftwerk von Kohle auf Gas umgerüstet?

Sundermann hat jetzt in Düsseldorf die schwarz-gelbe Landesregierung und insbesondere Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart um eine Einschätzung gebeten, ob ein Anteil der von der Kohlekommission für den Braun-kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen und im Rheinischen Revier vorgesehenen 15 Milliarden Euro auch in die genauso vom Strukturwandel betroffenen Steinkohle-Reviere des Ruhrgebiets und Ibbenbüren fließen.
Sundermann: Auch Ibbenbüren steht Geld für Strukturwandel zu – 15 Milliarden für Braunkohleausstieg

Ibbenbüren. Der Steinkohlebergbau in Ibbenbüren ist seit Dezember 2018 Geschichte. Das Bergwerk ist dicht und möglicherweise wird durch den nun beschlossenen frühzeitigen Ausstieg auch aus der Steinkohleverstromung das Kohlekraftwerk in Ibbenbüren früher schließen als geplant. „Dadurch werden weitere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren“, mahnt der SPD-Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann.

 

Werden auch die betroffenen Steinkohle-Reviere beachtet?

Deshalb hat Sundermann jetzt in Düsseldorf die schwarz-gelbe Landesregierung und insbesondere Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart um eine Einschätzung gebeten, ob ein Anteil der von der Kohlekommission für den Braunkohleausstieg in Nordrhein-Westfalen und im Rheinischen Revier vorgesehenen 15 Milliarden Euro auch in die genauso vom Strukturwandel betroffenen Steinkohle-Reviere des Ruhrgebiets und Ibbenbüren fließen.

 

Mögliche Folgenutzung des Steinkohlekraftwerkstandortes

Zum anderen hat Sundermann in einer Kleinen Anfrage die Landesregierung nach ihren Erkenntnissen über eine mögliche Folgenutzung des Steinkohlekraftwerkstandortes Ibbenbüren gefragt, insbesondere mit Blick auf die von Minister Pinkwart öffentlich in Aussicht gestellte Umrüstung auf den Energieträger Gas. Drittens bat Sundermann um eine Einschätzung für die Kohleregion Ibbenbüren als Fachhochschul-Teilstandort nach dem Vorbild der geplanten Hochschulerweiterungen im Rhein-Erft-Kreis bzw. im Rheinischen Revier.

 

Bislang kaum Vorschläge für konkrete Maßnahmen

Sundermann: „Denn im Unterschied zur Situation der Braunkohlestandorte, insbesondere auch der Förderreviere, wird die Situation der Standorte von Steinkohlekraftwerken im Abschlussbericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung nur am Rande thematisiert.“ Vor allem gebe es keine Vorschläge für konkrete Strukturwandelmaßnahmen an den Standorten.

 

Umrüstung von Steinkohle auf Gas?

„Einzig die von Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart in einer Plenardebatte im Februar 2019 im Landtag NRW in Aussicht gestellte Umrüstung von Steinkohlekraftwerke auf den Energieträger Gas kann hier als vager Vorschlag der Landesregierung gesehen werden. Ebenso bleibt die finanzielle Ausstattung für mögliche Strukturhilfen an den Steinkohlestandorten unklar“, kritisiert Sundermann.

 

Ibbenbüren steht vor denselben Herausforderungen

„Es kann doch nicht sein, dass 15 Milliarden Euro in das Rheinische Braunkohlerevier fließen, während die Kohleregion Ibbenbüren vor denselben Herausforderungen wie das Rheinische Revier und das Ruhrgebiet steht“, sagt Sundermann. Auch wenn der Strukturwandel in Ibbenbüren frühzeitig in Angriff genommen worden sei und strukturiert ablaufe, dürften die Auswirkungen nicht unterschätzt werden, insbesondere dann, wenn auch in naher Zukunft das Kraftwerk schließe.

 

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