Der Bergbau im Porträt

In ihrer Ausstellung "Glück auf - Was bleibt?" zeigt die Ibbenbürener Fotografin Eva Rammes die letzten Jahre des Ibbenbürener Bergbaus im Porträt.
Ausstellung im Landtag: Fotografin zeigt Aufnahmen vom Bergbau

Düsseldorf/Ibbenbüren. „Von Dörenthe nach Düsseldorf, das ist natürlich schön“, freut sich die Ibbenbürener Fotografin Eva Rammes über die Möglichkeit, ihre Fotografien über den Ibbenbürener Bergbau im Düsseldorfer Landtag ausstellen zu können. Vom 14. Januar bis 15. Februar sind ihre Arbeiten dort in der Ausstellung „Glück auf – Was bleibt?“ zu sehen.

 

Sundermann holt Ausstellung nach Düsseldorf

Die Idee dazu hatte der SPD-Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann: „Wir Abgeordnete können Künstlern aus unseren Wahlkreisen für einen begrenzen Zeitraum eine Ausstellungsfläche zur Verfügung stellen. Ich kannte die Bilder von Frau Rammes bereits aus einer kürzlich gezeigten Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe. Und da aus dem Steinkohlebergwerk in Ibbenbüren gerade die letzte Kohle gefördert wurde, fand ich das Thema und die Frage nach dem, was vom Bergbau bleibt, absolut passend.“

 

Aufgewachsen zwischen Kohlhalden und Zechenbahn

Aufgewachsen zwischen Kohlehalden und Zechenbahn hatte Rammes schon immer eine relativ enge Verbindung zum Bergbau. Heute befindet sich ihr Atelier neben einer ehemals leerstehenden und modern umgebauten Halle der alten Kohlenwäsche. Eineinhalb Jahre lang ist Rammes 2014 und 2015 mit ihrer Kamera über und unter Tage gewesen und hat die letzten Jahre des Steinkohlebergbaus in Ibbenbüren festgehalten.

 

In einer modernen Bildsprache und Produktfotografie zeigt Rammes viele Details und Architekturaufnahmen von Bauwerken aus dem Bergbau, wie hier einen Förderturm.

 

Fachfremdes Publikum vom Thema begeistern

„Ich möchte mit meinen Bildern insbesondere auch das Interesse derjenigen Menschen wecken, die bislang nichts oder wenig mit dem Thema zu tun hatten“, sagt Rammes. So waren ihre Bilder ursprünglich für ihre Masterarbeit entstanden, die sie vor Hamburger Design-Studenten vorgestellt hat.

 

Moderne Produktfotografie und Architekturaufnahmen

Rammes Bilder zeigen keine klassischen Stillleben, keine Pferde mit Kohlekarren, sie sind kein historischer Rückblick auf die Geschichte des Bergbaus, sondern moderne Produktfotografie und Architekturaufnahmen. „Die Bilder zeigen, wie es jetzt ist, das heißt, wie der Bergbau war, als er 2018 zu Ende ging. Wie war es am Schluss, und was wird in Zukunft von den Halden und dem Bergbaugelände, aber auch von den ehemaligen Bergmännern bleiben?“, fragt sich die gelernte Fotografin und Kommunikationsdesignerin. Ihre Fotos haben einen Zeitzeugen-Auftrag.

 

Moderne Bildsprache – Details aus Bergbau porträtiert

Rammes hat eine moderne Bildsprache gewählt und die Bergmänner vor und nach der Einfahrt in das Bergwerk sowie zahlreiche Details aus dem Bergbau porträtiert, vom Arschleder über den Hobel bis zur Dampfmaschine. „Das war beeindruckend. Einige Kumpel wollten unbedingt zusammen aufs Foto. Darin sieht man, dass die Mentalität und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Tage ganz besonders ausgeprägt sind, wenn das eigene Leben von den Kollegen abhängt“, berichtet Rammes.

 

Der Bergmann im Portät: Rammes zeigt die Bergmänner sowohl vor als auch nach der Einfahrt ins Bergwerk. Bild: Eva Rammes

 

Bleibt gesellschaftlich prägendes Solidaritätsgefühl?

Nun bleibe die Frage, die sich auch Sundermann stellt, ob dieses gesellschaftlich prägende Solidaritätsgefühl mit dem Ende des Ibbenbürener Kohlebergbaus verschwinden wird oder erhalten bleiben kann. Sundermann: „Ich bin überzeugt davon, dass wir den Strukturwandel wirtschaftlich und gesellschaftlich schaffen werden. Damit wir ihn auch gut schaffen, müssen alle Seiten aktiv mitmachen.“

 

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 15. Januar, 14.30 Uhr

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Glück auf – Was bleibt?“ ist am Dienstag, 15. Januar, 14.30 Uhr im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Hierzu sind Interessierte herzlich eingeladen. Es ist auch eine kostenlose Anreise mit dem Bus möglich. Informationen hierzu sind im Wahlkreisbüro erhältlich: Ulla Kropf, Tel.: 05404-729588, E-Mail: ulla.kropf@nulllandtag.nrw.de.

 

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