Keine Pläne für Ibbenbüren als Hochschulstandort

„Sparsamer hätte die Antwort der schwarz-gelben Landesregierung auf meine Anfrage nach einer Prüfung für einen Hochschulstandort in Ibbenbüren nicht ausfallen können“, kritisiert der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (SPD).
Sundermann von schmaler Antwort der Landesregierung enttäuscht

Ibbenbüren/Düsseldorf. Die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf sieht offenbar keine Prüfung für einen möglichen Hochschulstandort oder Teilstandort auf dem ehemaligen Zechengelände in Ibbenbüren vor. Diesen Eindruck hat zumindest der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), bekommen, nachdem er im November eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt hat. Nun liegt deren Antwort vor, mit der sich Sundermann nicht zufriedengeben möchte.

 

Antwort der Landesregierung enthält kaum Informationen

„Sparsamer hätte die Antwort der schwarz-gelben Landesregierung auf meine Anfrage nach einer Prüfung für einen Hochschulstandort in Ibbenbüren nicht ausfallen können.“ Dem Schreiben aus dem Wissenschaftsministerium von Frau Pfeiffer-Poensgen sei nur ein einziger substantieller Satz zu entnehmen: Und zwar müsse für die Errichtung von Studienorten berücksichtigt werden, „dass sich etwa 35 Kilometer von Ibbenbüren entfernt der Standort Steinfurt der Fachhochschule Münster befindet“. Sundermann: „Das kann doch keine ernst gemeinte Antwort sein, wenn es darum geht, bildungs-, gesellschafts- und wirtschaftspolitische Aspekte für die Einrichtung eines Hochschulstandortes zu prüfen und zu berücksichtigen.“

 

Sundermann will sich an Wirtschaftsminister Pinkwart wenden

Umso peinlicher findet Sundermann diese knappe Antwort, die ansonsten nur aus allgemeinen Formulierungen und dem Verweis auf ein dichtes und vielfältiges Netz von Hochschulen in NRW besteht, als sie gemeinsam vom Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium formuliert wurde. Sundermann: „Ich werde mich nun auch direkt an Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart wenden, der ja in der Landesregierung für den Strukturwandel verantwortlich ist. Pinkwart selbst hatte formuliert, dass Neugründungen von Fachhochschulen den vom Rückzug des subventionierten Steinkohlebergbaus betroffenen Regionen eine sehr konkrete und eine sehr nachhaltig wirksame Zukunftsperspektive bieten und auf erfolgreiche Neugründungen in anderen Kohlerückzugsgebieten verwiesen.“

 

Hochschule könne Folgen des Kohleausstiegs abfedern

Eine Hochschule könne nicht nur Know-how schaffen und einen bildungs- und gesellschaftspolitischen Beitrag leisten, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Folgen des Kohleausstiegs abfedern und einen enormen Standortvorteil schaffen, wie Sundermann betont. „Ein Hochschulstandort wird nicht nur junge Menschen, sondern auch Firmen hier nach Ibbenbüren locken“, sagt Sundermann.

 

Sundermann will auf Karliczek zugehen – Gewinn für die Region

Sundermann: „Ich werde auch mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek über dieses Thema sprechen. Sie kommt ja auch aus dieser Region und wird die Probleme kennen. Daher müsste sie doch ein großes Interesse daran haben, unsere Region weiter voranzubringen.“ Sundermann sei überzeugt davon, dass ein Hochschulstandort in Ibbenbüren viele Chancen für einen erfolgreichen Strukturwandel beinhalte und ein großer Gewinn für die Region sein kann: „Schließlich geht es vor allem um eine künftige innovative Nutzung der ehemaligen Bergbauareale für eine zukunftsweisende Struktur der Region.“

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