„Da wurde gelacht, dazwischengerufen und auch mal provoziert“

Der diesjährige Kandidat des Jugend-Landtags, Henning Selchow aus Hörstel, fühlte sich am Rednerpult im Plenarsaal sehr wohl: "Eine spannende Atmosphäre."

Jugend-Landtag beschließt NRW-Ticket für FSJ-ler und Azubis – Abiturient aus Hörstel vertritt Sundermann

Hörstel/Düsseldorf. „Das war eine mega geile Zeit, richtig cool. Und die Organisation war total super“, schwärmt der 19-jährige Henning Selchow aus Hörstel über seine Erfahrungen beim diesjährigen Jugend-Landtag in Düsseldorf. Drei Tage hat er dort von Donnerstag bis Samstag für den örtlichen Landtagsabgeordneten des Tecklenburger Landes, Frank Sundermann (SPD), auf der Abgeordnetenbank Platz genommen.

 

Selchow Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses

Auf der politischen Agenda standen das NRW-Ticket für Azubis und FSJler sowie Digitalisierungsprojekte an Schulen. Selchow wurde sogar zum Vorsitzenden des Haushalts- und Finanzausschusses gewählt. „Da muss man neutral bleiben. Eine spannende Erfahrung. Besonders prägend fand ich aber auch den Weg, den jede und jeder Abgeordnete von der eigenen Meinung bis zum Kompromiss innerhalb der Fraktion bis zur parteiübergreifenden Abstimmung im Ausschuss geht“, sagt Selchow.

 

Bei der Arbeit: Im Sitzungssaal diskutierten die jungen Abgeordneten in den Fraktionssitzungen und Ausschüssen über aktuelle politische Themen.

 

Politik ein „intensiver und bisweilen aufregender Prozess“

Auch der ‚echte‘ Abgeordnete Sundermann freut sich darüber, dass sein jugendlicher Vertreter eine spannende Zeit in Düsseldorf verbracht hat und viel über das politische Geschäft lernen konnte: „Wie Henning schon sagt, ist es ein intensiver und bisweilen aufregender Prozess von der eigenen Meinung bis zum fertigen Antrag oder Gesetzentwurf. Dazu gehören viele Gespräche, auch fern der offiziellen Sitzungen und Anhörungen“, sagt Sundermann. „Auch Taktik, Feingefühl und Menschenkenntnis sind hier neben fachlicher Kompetenz gefragt.“

 

Henning Selchow traf beim Jugend-Landtag auch die Vizepräsidentin des Landtags Carina Gödecke (SPD).

 

Highlight Plenarsitzung: „gelacht, dazwischengerufen und provoziert“

Das absolute Highlight sei für Selchow die Plenarsitzung gewesen. „Es war total interessant zu sehen, wie sich die Mehrheitsverhältnisse in dem Verhalten der Abgeordneten widerspiegeln. Während man vorher in den Ausschüssen durchaus mit den Abgeordneten aller Parteien reden und um Kompromisse verhandeln konnte, war hier in der Öffentlichkeit die Stimmung ganz anders. Da wurde gelacht, dazwischengerufen und auch mal provoziert“, beschreibt Henning die Stimmung im Plenarsaal. „Wir in der SPD waren übrigens eine sehr diskussionsfreudige Fraktion. Wir haben von morgens bis abends diskutiert und Kompromisse gesucht – und auch gefunden. Auch beim Essen oder spät abends noch. Das war voll mein Ding.“ Insgesamt sei die SPD bei allen Verhandlungen gut herausgekommen, meint der 19-Jährige.

 

Die Teilnehmer des diesjährigen Jugend-Landtags 2018.

 

Viele gute Bekanntschaften gemacht – parteiübergreifend gut verstanden

Doch auch für diejenigen, die vorher nicht politisch interessiert oder engagiert gewesen seien, sei der Jugend-Landtag eine tolle Erfahrung gewesen. Der Abiturient habe sehr viele gute Bekanntschaften gemacht und es hätten sich alle – auch parteiübergreifend – auf Anhieb verstanden. „Man kam sofort ins Gespräch und man fühlte sich durch die professionelle Organisation und gute Betreuung sofort im Landtag dazugehörig.“

 

Drei Tage volles Programm – NRW-Ticket für Azubis und FSJler verabschiedet

Die jungen Abgeordneten hatten an diesen drei Tagen mit Fraktions- und Ausschusssitzungen, öffentlichen Anhörungen, aktuellen Stunden zum Mindestlohn und einem Eilantrag zum Polizeigesetz ein volles Programm. Selchow: „Ich war erstaunt, dass wir bei unserem Thema NRW-Ticket tatsächlich zu einem Kompromiss kommen“, sagt Selchow. Die FPD war wütend, dass die CDU sich mit uns, also der SPD, einig war, meint er schmunzelnd. Auch die Grünen hätten zugestimmt, während die AfD zuerst im Ausschuss keine Meinung hatte, später im Plenum dann den anderen Fraktionen vorwarf, ihre Meinung übernommen zu haben. „Uns war aber parteiübergreifend eine Einigung sehr wichtig, weil uns Jugendliche das Thema ja direkt betrifft und die Ergebnisse im Anschluss den richtigen Abgeordneten vorgelegt werden“, erklärt Selchow.

 

Pressemitteilung Jugend-Landtag als PDF