„Feuerwehr ist Pflichtaufgabe der Kommunen“

Besichtigten die Feuerwehr in Brochterbeck: v.r.n.l. Manfred Kleine Niesse, Vorsitzender vom VdF Kreis Steinfurt e.V., Thorsten Steuter, Markus Ibeler, Tecklenburgs Bürgermeister Ste-fan Streit, Landtagsabgeordneter Frank Sundermann, Wieland Fort-meyer, Leiter Feuerwehr Tecklenburg, sowie Florian Luchterhand und Udo Kreimeyer.

Landtagsabgeordneter Sundermann informiert sich über Situation der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis

 

Tecklenburg/Kreis Steinfurt. Acht Minuten – länger darf die Anfahrt der Feuerwehr zu einem Einsatzort nicht dauern. Keine lange Zeit. „Um diese und weitere gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, haben wir hier in Tecklenburg vier Standorte der Freiwilligen Feuerwehr“, erklärte Bürgermeister Stefan Streit. Das sei eine kaum zu leistende finanzielle Herausforderung für die Kommune, ebenso wie für andere Gemeinden auch.

 

Besuch bei der Feuerwehr in Tecklenburg-Brochterbeck

Um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, besuchte der Landtagsabgeordnete des Tecklenburger Landes, Frank Sundermann (SPD), das Feuerwehrgerätehaus in Tecklenburg-Brochterbeck. Manfred Kleine Niesse, Vorsitzender vom Verband der Feuerwehren (VdF) im Kreis Steinfurt e.V., unterstrich, dass es sich bei dem Problem um ein landesweites Phänomen handele: „Kurzfristige Fördertöpfe vom Land würden uns schon sehr unterstützen.“

 

Besichtigung der mittlerweile viel zu klein gewordenen Räumlichkeiten des Gerätehauses in Brochterbeck.

 

Kommunen müssen Feuerwehren finanzieren – dringende Investitionen

„Das Vorhalten von Feuerwehren ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Städte. Dafür müssen sie Geld ausgeben und investieren. Das ist vielen Menschen oftmals nicht klar“, sagte Sundermann, der die Anliegen der Feuerwehren im Kreis Steinfurt mit nach Düsseldorf nehmen möchte. Sundermann: „Mit dem Standort in Brochterbeck haben wir uns ein Beispiel herausgesucht, an dem Investitionen ganz dringend nötig sind, wenn man sich allein die Enge der Räumlichkeiten für Fahrzeuge und Mannschaft anschaut.“

 

Kleine Niesse: Länder müssten Kommunen bei Finanzierung unterstützen

Wieland Fortmeyer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg, führte durch das Gerätehaus. Aufgrund der vorgegebenen acht Minuten könne man die vier Löschzüge auch nicht zu einem oder zwei zusammenlegen, erklärte Kleine Niesse. Hier sei mehr Geld vom Land nötig, um die Kommunen bei der Finanzierung der Feuerwehren zu unterstützen. Insbesondere dann, wenn eine Kommune mehrere Löschzüge vorhalten müsse, was in dem ländlich geprägten Kreisen in Nordrhein-Westfalen häufig vorkomme. „Außerdem wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, die ihre Freizeit in den Feuerwehrdienst investieren“, ergänzte Streit ein weiteres Problem. Die Finanzierung von hauptamtlichen Kräften dürfte jedoch noch viel teurer und kaum zu bewerkstelligen sein. Vor diesem Hintergrund begrüßte es Kleine Niesse, dass sich der Landtagsabgeordnete Sundermann die Situation vor Ort angeschaut und über die konkreten Probleme informiert hat.

 

Frank Sundermann, Stefan Streit, Manfred Kleine Niesse und weitere Vertreter der Feuerwehr im Gespräch über die Möglichkeiten und Kosten der freiwilligen Feuerwehr.

 

Sundermann: Für SPD hat Stärkung der Feuerwehren hohe Priorität

Sundermann: „Für unsere Politik der SPD-Landtagsfraktion hat die Stärkung der Feuerwehren eine hohe Priorität. Deshalb haben wir in der Vergangenheit zum Beispiel die gesetzlichen Bestimmungen zu Brandschutz, Hilfeleistung und Katastrophenschutz erneuert und das Ehrenamt gestärkt. Ohne die tägliche Einsatzbereitschaft der Feuerwehr würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr stehen die Einsatzkräfte bereit, um anderen Menschen zu helfen. Sie tragen dabei ein hohes Maß an Verantwortung. Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt und ich möchte mich dafür bei allen Feuerwehrmitgliedern ganz herzlich bedanken.“

 

Pressemitteilung Feuerwehr als PDF