„Eine Riesenchance für Tecklenburg“: Kultur in ihrer Vielfalt

In Miniatur: Landtagsabgeordneter Frank Sundermann (l.) und Ministerin Christian Kampmann ließen sich von Bürgermeister Stefan Streit das geplante Neubauprojekt Hotel "Burggraf" erklären.

NRW-Kulturministerin Kampmann besucht „Festspielstadt“: Hotel, Museum und Freilichtbühne

 

„Mein Besuch hier in Tecklenburg hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht“, sagte die NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Christina Kampmann (SPD), am Ende ihres Aufenthaltes in der „Festspielstadt“ Tecklenburg. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (SPD) hat sich die Ministerin vor Ort die kulturelle Vielfalt Tecklenburgs angeschaut. Auf dem Programm standen das Neubauprojekt des Hotels „Burggraf“, das Otto Modersohn Museum Tecklenburg und die Freilichtbühne. Begleitet und geführt wurden sie auf ihrem Rundgang durch den historischen Ortskern von Bürgermeister Stefan Streit.

 

Erfolgsprojekt Hotel „Burggraf“: Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Vor dem Modell des zukünftigen Hotels „Burggraf“ im Kulturhaus erklärte Streit die vorteilhafte topographische Lage des Hotels, dessen Neubau mit rund 120 Zimmern nach einer denkmalgerechten Bauweise „eine Riesenchance für Tecklenburg“ sei und viele Möglichkeiten biete, aber auch eine große Herausforderung für die Stadt darstelle. Das Land habe im Vorfeld die Machbarkeitsstudie gefördert. Sundermann: „Hier zahlt sich wirklich aus, dass Stefan Streit so hartnäckig geblieben ist und das Projekt immer wieder vorangetrieben hat. Es werden Arbeitsplätze geschaffen und ein Hotel verwirklicht, das es in dieser Art in Tecklenburg und Umgebung nicht gibt.“ Auch die Geschichte des Hotels solle in die Struktur des Neubaus mit eingebaut werden.

 

Kampmann: „Beeindruckt, was privates Engagement ermöglichen kann“

Dass die Bürger und Bewohner Tecklenburgs nicht durch den Tourismus gestört werden, sondern an ihm teilnehmen und daran teilhaben, erfuhr Kampmann beim anschließenden Besuch des Otto Modersohn Museums. Geschäftsführerin Uta Jenschke führte durch die gerade neu eröffnete Ausstellung zu Otto Modersohns Wirken im Münsterland und erläuterte die Entstehungsgeschichte sowie die besonderen historischen Räumlichkeiten des Museums. „Für mich erscheint es als ein sehr stimmiger Ort. Ich bin beeindruckt, was eine private Initiative und privates Engagement ermöglichen und was sich daraus entwickeln kann“, sagte Kampmann. Das Museum habe eine optimale Lage, die eine großartige Verbindung zum Wandern darstelle. „Das private und ehrenamtliche Engagement kann hier im Tecklenburger Land gar nicht hoch genug bewertet oder überschätzt werden. Das ist spezifisch für diese Region. Die Menschen haben persönliches Engagement hier einfach verinnerlicht und das ermöglicht so vieles“, betonte Sundermann.

 

Geschäftsführerin Uta Jenschke (l.) führte die Gäste durch die neue Ausstellung im Otto Modersohn Museum: Der Künstler ließ sich von der ländlichen Idylle des Tecklenburger und Münsterlandes inspirieren.
Kulturelle Vielfalt der „Festspielstadt“ auf Stadtführung entdeckt

Die Kultur Tecklenburgs in ihrer Vielfalt führte die Ministerin auf ihrer Stadtführung schließlich durch die Wehranlagen der Burg, in denen auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden, wie Sara Vandeck, Geschäftsführerin der Tecklenburg Touristik, erklärte. Eine weitere Besonderheit würde in der konstanten Temperatur von sieben Grad liegen, die immer in der Kuppel herrschten.

 

Freilichtspiele: Identifikation mit der Stadt – Privates und ehrenamtliches Engagement im Tecklenburger Land

Von dort führte Streit die Besucher auf die Burgruine, das Festspielgelände der Freilichtbühne. Klaus Holthaus, stellvertretender Bürgermeister und zweiter Vorsitzender der Freilichtspiele Tecklenburg, sowie Frederik Beuleke, Geschäftsführer der Freilichtspiele, zeigten den Besuchern das Herzstück der offiziellen „Festspielstadt“ Tecklenburg.

 

Auf der Freilichtbühne endete die Tour durch die „Festspielstadt“ für Ministerin Kampmann (4.v.l.) und den Landtagsabgeordneten Sundermann (3.v.l.).
Freilichtbühne profitiert von ehrenamtlichen Helfern – 100.000 Gäste pro Jahr Riesenerfolg

Das weltweit besondere und einmalige sei nicht nur, dass die Freilichtbühne 98 Prozent ihres Etats von drei Millionen Euro selbst erwirtschafte, sondern auch die Identifikation mit der Bühne: „Die Stadt lebt für und mit der Bühne.“ Bei den Vorführungen sei die Stadt voll und die Besucherzahlen hätten sich bei rund 100.000 Gästen pro Jahr eingependelt. Trotzdem würden die aufwendigen Produktionen und Inszenierungen, die Kosten für die Solisten und Honorarkräfte eine große finanzielle Herausforderung darstellen: „Hier können wir uns bei 120 ehrenamtlichen Helfern in Geschäftsstelle, Vorstand und Spielbetrieb bedanken, ohne die wir nicht so erfolgreich dastehen würden“, waren sich Beuleke und Holthaus einig.