„Vertrauen ist das A und O“ – Vorsorge selbst in die Hand nehmen

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty erklärte in Ibbenbüren die Vorteile einer Vorsorgevollmacht, und was es dabei alles zu beachten gibt.
Das Interesse an dem Thema Vorsorge bei Krankheit, Unfall oder Alter war groß. Rund 120 Besucher kamen in die Fabi.

„Man denkt, das hat noch Zeit, doch es kann jederzeit der Fall sein, dass man seine Rechtsgeschäfte nach einem Unfall oder wegen einer plötzlichen Krankheit nicht mehr selber erledigen kann. Und wer entscheidet dann für einen?“, begann Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty seinen Vortrag über die Vorsorgemöglichkeiten bei Unfall, Krankheit und im Alter. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Frank Sundermann war der Minister nach Ibbenbüren in die Familienbildungsstätte gekommen, um vor 120 Zuhörern das bedrückende, aber sehr wichtige Thema aus rechtlicher Sicht zu erläutern.

Initiative der NRW-Regierung für Ehegattenvertretungsrecht

So räumte Kutschaty zunächst mit dem weit verbreiteten Rechtsirrtum auf, dass in Deutschland automatisch der Ehepartner die Rechtsgeschäfte übernimmt. „Wir haben in NRW allerdings eine Initiative gestartet, dass hierzulande das automatische Ehegattenvertretungsrecht eingeführt wird, damit schnelle Entscheidungen getroffen werden können, und nicht erst das Amtsgericht einen gesetzlichen Betreuer bestimmen muss“, sagte der Minister. Anschließend erläuterte er die wichtigsten Grundlagen und Unterschiede der Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

Im Tecklenburger Land sind der SKF und Hospizverein zuständig

Grundsätzlich bestehe das Ziel darin, dass keiner zu Unrecht unter Betreuung gestellt wird. Bei allen Fragen sei das Amtsgericht der erste Ansprechpartner sowie die rund 200 Betreuungsvereine in NRW. Für das Tecklenburger Land ist hier der SKF zuständig. Für das Verfassen einer Patientenverfügung seien hingegen die Hospizvereine die Experten, an die man sich jederzeit wenden könne.

„Man hat es selber in der Hand, wem man seine gesamten Rechtsgeschäfte überträgt“

„Ich bin auf jeden Fall für das Verfassen einer Vorsorgevollmacht, weil es derjenige oder diejenige dann selber in der Hand hat, wem er oder sie die gesamten Rechtsgeschäfte überträgt. Dafür ist natürlich großes Vertrauen die Voraussetzungen, das kann wohl nicht oft genug gesagt werden“, ergänzte Kutschaty. Aus seiner Erfahrung könne er außerdem berichten, dass die Zahl der abgeschlossenen Vorsorgevollmachten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen habe.

Großes Interesse, viele Nachfragen und humorvolle Antworten

Das Interesse der Zuhörerschaft war groß und Kutschaty beantwortete die zahlreichen Fragen trotz des ernsten Themas nicht nur ausführlich und leicht verständlich, sondern auch mit einer gewissen Portion Humor. Landtagsabgeordneter Sundermann, der Leiter der Familienbildungsstätte Wolfgang Wiggers und Ibbenbürens Bürgermeister Marc Schrameyer dankten dem Justizminister für seine Bereitschaft, nach Ibbenbüren zu kommen und dort über die große Bedeutung der Vorsorge zusprechen.

Ausführliche Informationen beim Land NRW erhältlich

Ausführliche Informationen, Vordrucke und Kontaktadressen für Fragen zum Thema Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung gibt es auch unter: www.betreuung.nrw.de.