„Gelungener Strukturwandel auf dem Lande“ – Mobilität als Herausforderung

Frank Sundermann beim Besuch der Amazone-Werke in Leeden vor einer selbstfahrenden Pflanzenspritze.
Bei Amazone in Leeden: (v.l.) Frank Sundermann MdL, Geschäftsführer René Hüggelmeier und Dr. Stephan Evers, Anette Watermann-Krass MdL, Thomas Marquardt MdL und Stefan Streit, Bürgermeister von Tecklenburg.
Anette Watermann-Krass, Frank Sundermann und Thomas Marquardt (v.l.) lassen sich von Geschäftsführer Dr. Stephan Evers die Produktion im Amazone-Werk Leeden erklären.

„Der Arbeitsplatz am Ort ist ein wichtiger Standortfaktor in ländlichen Regionen. Das muss gewürdigt werden“, betonte der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann beim Besuch der Amazone Technologie Leeden. Gemeinsam mit seinen sozialdemokratischen Abgeordneten-Kollegen aus dem Münsterland hat Sundermann das Unternehmen unter dem Motto „Das Münsterland im Wandel“ besucht. Dabei ging es um Fragen, wie die hiesigen Firmen mit der Globalisierung, Digitalisierung und dem Strukturwandel in der Region umgehen. „Die Ansiedelung eines erfolgreichen Familien- und Industrieunternehmens in einem eher kleinen ländlichen Ort wie Leeden ist ein gutes Beispiel für gelungenen Strukturwandel“, betonte Sundermann. Die Geschäftsführer Dr. Stephan Evers, René Hüggelmeier und Produktionsleiter Achim Kuhl zeigten den Abge-ordneten sowie dem Tecklenburger Bürgermeister Stefan Streit die Produktions-, Montage und Logistik-Hallen am Standort Leeden.

Strukturwandel der Landwirtschaft: größere Geräte für größere Betriebe

Die größten technischen Herausforderungen für das Unternehmen resultieren aus dem Wandel der Landwirtschaft. „Wir brauchen größere Geräte für größere Betriebe“, erklärte Evers. Zu den Kunden von Amazone – Produzent von Maschinen zum Ausbringen von Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln – gehören immer mehr Lohnunternehmen und durch Zusammenschluss größer gewordene Landwirtschaftsbetriebe. Deshalb beschäftige das Unternehmen mit Hauptsitz im niedersächsischen Hasbergen-Gaste allein 100 Mitarbeiter in der Entwicklung, die etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes von 402 Millionen Euro jährlich ausmache. 80 Prozent davon entfallen auf den Export. Vor allem wird nach Russland, in die Ukraine und in die Europäische Union geliefert.

IT-Farming: Apps, Datendokumentation und Drohnen auf dem Acker

Weitere Stichwörter seien „Präzisionslandwirtschaft“ und „IT-Farming“: Dank Elektro- und GPS-Technik, dem Einsatz von Drohnen, Smartphone-Apps sowie Datendokumentation und Datenmanagement könnten die Landwirte präzise bestimmen, wie viel Dünger oder Pflanzenschutzmittel auf ihre Felder aufgebracht werden müssten.

Amazone attraktiver Arbeitgeber – Mobilität als Herausforderung

„Mit 600 Bewerbungen auf Ausbildungsplätze und 6.000 Bewerbungen auf Arbeitsplätze jährlich liegen wir auf Konzernniveau und sind ein attraktiver Arbeitgeber für die Region“, sagte Hüggelmeier, verantwortlich für Personal und Verwaltung. „Bislang ist es noch kein Problem, trotz der Akademisierung qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen.“ Erfolgreich sei auch die Kooperation mit den Schulen der umliegenden Gemeinden. Doch eine große Herausforderung bestehe in der Mobilität, d.h. darin, die Auszubildenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Leeden zu bekommen.

„Gelungener Strukturwandel spiegelt sich im gesellschaftlichen Leben wider“

Bürgermeister Streit lobte die gute Kooperation bei der Errichtung und den Erweiterungen des Werks in Leeden: „Es ist eine große Herausforderung gewesen, mit den Planungsbehörden über die Landesgrenze zweier Bundesländer hinaus die Nachfolge einer leerstehenden Immobilie umzusetzen und notwendige Erweiterungen zu ermöglichen. Der gelungene Strukturwandel spiegelt sich aber letztlich auch im gesellschaftlichen Leben im Stiftsdorf Leeden wider.“

Amazone-Standort Leeden 2007 errichtet – Über 150 Mitarbeiter

Der Standort Leeden wurde 2007 eingerichtet und beschäftigt heute rund 150 Mitarbeiter und 14 Auszubildende, von denen viele aus der Region kommen.