Politik bis tief in die Nacht: Schulreformen im Fokus

Juni 2016: Drei Tage lang haben Jonas Werner und Cara Blumenberg den Landtagsabgeordneten Frank Sundermann im Landtag "vertreten".
Die beiden Teilnehmer des Jugend-Landtags Cara Blumenberg und Jonas Werner im Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtags. ​
Volles Programm: Mit Fraktions-, Ausschusssitzungen und Plenardebatten hatten Jonas Werner (2.v.r.) und Cara Blumenberg einen vollen Terminkalender.

Bald wird in Nordrhein-Westfalen das gesellschaftswissenschaftliche Abitur eingeführt. Und ein verpflichtendes Politikprojekt in Schulen. Das hat jetzt der Landtag in Düsseldorf entschieden – allerdings nicht die „richtigen“ Abgeordneten, sondern ihre jugendlichen Vertreter, die für drei Tage vom 23. bis 25. Juni am Jugend-Landtag teilgenommen haben. Für den hiesigen Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (SPD) saßen die beiden Schüler Cara Blumenberg (17) aus Lotte und Jonas Werner (20) aus Mettingen auf der Abgeordnetenbank. Deshalb waren die Verhandlungen und Abstimmungen über das Abitur und Politikprojekt auch nur simuliert. Trotzdem sollen die Ergebnisse des Jugend-Landtags den realen Abgeordneten vorgelegt werden.

„Politik kann auch Haarspalterei sein“

„Politische Arbeit kennt man ja sonst nur aus den Nachrichten. Dort geht es zumeist um große Themen und es werden Ergebnisse präsentiert. Hier in den Fraktions- und Ausschusssitzungen habe ich gemerkt, wie sehr zunächst um viele Kleinigkeiten gestritten, diskutiert und verhandelt wird, bis man zu einem Konsens kommt. Politik kann auch Haarspalterei sein“, beschreibt Cara ihre Erfahrungen aus Düsseldorf. Mit den Stimmen der Grünen und Piraten haben sie ihren Antrag zur Einführung eines verpflichtenden Politikprojektes in Schulen im Plenum durchbekommen.

„Es ist etwas ganz anderes, im Plenarsaal zu sitzen, als auf der Besuchertribüne“

Cara: „Irgendwie fühlt man sich auch ein wenig wie ein Abgeordneter. Dort im Plenarsaal auf dem Stuhl zu sitzen und in ein Mikrofon zu sprechen ist etwas ganz anderes, als von der Besuchertribüne aus zuzuschauen.“ Irgendwie herrsche im gesamten Landtagsgebäude auch so eine besondere Atmosphäre.

Vernetzung mit anderen Jugendlichen – junge Leute treffen

Auch Jonas hat in den drei Tagen in Düsseldorf intensive Erfahrungen gemacht: „Am besten hat mir die Vernetzung mit anderen Jugend-lichen gefallen und die Möglichkeit, engagierte junge Leute zu treffen. Besonders das Reden schreiben, recherchieren und die Themenarbeitssitzungen in der Fraktion waren zwar sehr arbeitsintensiv, aber unglaublich spannend.“

„Wir haben bis in die Nacht recherchiert und Reden geschrieben“

Jonas: „Wir haben zum Teil bis tief in die Nacht Zahlen recherchiert und an den Reden geschrieben, konnten damit aber auch die anderen Fraktionen überzeugen“, sagt der 20-jährige Schüler aus Mettingen. „Spannend war es auch mitzubekommen, welche Themen tatsächlich auch die Landespolitik betrifft, wie beispielsweise das bedingungslose Grundeinkommen, wozu es eine Aktuelle Stunde gab.“

Sundermann: „Es freut mich, wenn wir Jugendliche für Politik interessieren können und sie dabei Spaß haben.“

„Mit der Einladung von Jugendlichen in den Landtag möchten wir über die parlamentarische Arbeit informieren und die Jugendlichen zu politischem Engagement ermuntern“, sagt Sundermann. „Es freut mich natürlich sehr, wenn uns das gelingt und die Jugendlichen dabei auch noch sehr viel Spaß haben, eine spannende Zeit in Düsseldorf verbringen und hinter den Kulissen erleben können, wie Politik gemacht wird.“