Erfahrungen mit der Inklusion

Teilnehmer des Gesprächs waren Silke Sundermann, Frank Sundermann MdL, Schulleiter Michael Cox, seine Stellvertreterin Angela Müller-Muthreich, Förderschullehrerin Anika Kienemann und Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit.

Tecklenburg. „Die Idee der Inklusion ist wunderbar, leider hakt es oft noch in der Wirklichkeit!“ Etwas ernüchternd war das Fazit von Silke Sundermann zum Stand der Inklusion an der Hauptschule Tecklenburg. Die Klassenlehrerin der Inklusionsklasse 6b hatte beim Besuch des hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann über ihre Erfahrungen als Regelschullehrerin in einer Inklusionsklasse berichtet. Weitere Teilnehmer des Gesprächs waren Schulleiter Michael Cox, seine Stellvertreterin Angela Müller-Muthreich, Förderschullehrerin Anika Kienemann und Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit.

An den meisten Regelschulen hapert es nach Auffassung der Hauptschulpädagogen schlicht an den notwendigen Ressourcen. So fehle beispielsweise Geld für Integrationshelfer, differenziertes Fördermaterial oder notwendige Umbauten. Ein Grund für dieses Defizit: Finanzielle Mittel, die bisher an die Förderschulen geflossen sind, kommen nicht in gleicher Größenordnung bei den Regelschulen an. Folge sei, dass „alles aus dem bisherigen Regeletat finanziert werden muss“.
Oft fehle es auch an gut geschultem Personal. So stehen etwa der Hauptschule Tecklenburg nur drei Förderschullehrer für 35 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu Verfügung und das bei wachsender Zahl von Förderschulkindern. Eine Entlastung sei nicht in Sicht, da inklusionswillige Regelschullehrer häufig, so der Eindruck, „ins kalte Wasser geworfen“ würden. Fortbildungen könnten nur vereinzelt wahrgenommen werden, da die vom Land geförderte Zusatzausbildung neben dem Lehrerberuf innerhalb von 18 Monaten absolviert werden müsste. „Leidtragende sind die Kinder“, so Silke Sundermann, „da ihnen in den Inklusionsklassen oft nur stundenweise eine sonderpädagogische Fachkraft zugestanden wird.“

Der abschließende Rundgang machte die beengten Verhältnisse und den Investitionsbedarf an der Schule deutlich. Immerhin sind für den Sommer zwei Umbauten mit Unterstützung der Inklusionspauschale geplant, die in zwei Klassenräumen einen differenzierten Unterricht ermöglichen werden.
Beeindruckt jedoch zeigten sich die beiden Politiker vom außergewöhnlichen persönlichen Engagement der Lehrkräfte, das nicht nur in Sachen Inklusion weit über das hinausgeht, was der Lehrplan fordert.