Interkommunale Zusammenarbeit stärken

Neujahrsempfang der SPD in Westerkappeln

Westerkappeln/Lotte/Mettingen – Zum ersten gemeinsamen Neujahrsempfang trafen sich knapp 100 Genossen aus dem nordöstlichen Zipfel des Kreises Steinfurt im Westerkappelner „Kuckucksnest“. Ehrengast war Dr. Angelica Schwall-Düren. Die NRW Ministerin zog eine positive Bilanz des rot-grünen Regierungsbündnisses.

„Mal was gemeinsam machen“, wollten die vier SPD-Ortsvereine Westerkappeln, Wersen, Lotte und Mettingen und starteten gleich mit einer erfolgreichen Premiere ins Jahr 2015. Zum ersten gemeinsamen Neujahrsempfang trafen sich knapp 100 Genossen aus dem nordöstlichen Zipfel des Kreises Steinfurt im Westerkappelner „Kuckucksnest“, um zunächst einmal festzustellen, dass sie – in verschiedenen Konstellationen – bereits Einiges gemeinsam gestemmt haben. So erinnerte Frank Sundermann, Landtagsabgeordneter aus Westerkappeln, an die Gründung der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, an die Unterstützung der Kardinal-von-Galen-Schulen zusammen mit Mettingen und an die Stadtwerke Tecklenburger Land, die das Trio mit vier weiteren Kommunen ins Leben gerufen hat. „Eine ganze Menge verbindende Dinge“, fand nicht nur Sundermann und hoffte, dass die Neujahrsbegegnungen mit neuen Leuten und alten Bekannten und Weggefährten ab sofort auch dazugehört.

Am dritten Freitag im Januar wollten die Ortsvereine in Zukunft dazu einladen, verkündete Sundermann. Noch vor das Essen, Reibekuchen in allen Variationen, hatte die Organisatorin des Abends, SPD-Frau Ulla Kropf, die Grußworte der Gäste gesetzt. Und da traten die Bürgermeister Christina Rählmann (Mettingen) und Rainer Lammers (Lotte) sowie Dr. Angelica Schwall-Düren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, ans Mikrofon.

Nach gut der Hälfte der Legislaturperiode zieht Schwall-Düren eine positive Bilanz des rot-grünen Regierungsbündnisses. „70 Prozent des Koalitionsvertrages haben wir abgearbeitet“, stellte sie fest.

Ob Kita-Plätze, offener Ganztag oder Hochschule, jeder dritte Euro fließe in Bildung und Kinder, betonte sie und freute sich, dass Quantität und Qualität der Betreuung der Kleinsten zugenommen haben.

„Die Richtung stimmt“, sagte die Ministerin im Hinblick auf die Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik und sieht auch den ländlichen Raum unter anderem dank EU-Förderprogrammen wie ELER und LEADER gut aufgestellt.

Schwall-Düren ging auch auf die Attentate in Frankreich und Belgien ein. Nun zu sagen „Türen zu“ und sich abzuschotten sei der falsche Weg, machte sie ihren Zuhörern nachdrücklich klar, denn „Frieden, Freiheit und Wohlstand haben wir der EU zu verdanken“, und auch die Herausforderungen des demografischen Wandels, des Klimaschutzes, der Beschäftigung und der digitalisierten Gesellschaft könnten nur gelingen, „wenn wir weiter zusammenstehen und ein offenes tolerantes Land bleiben“, legt sie den Gästen ans Herz.

Christina Rählmann und Rainer Lammers brachen eine Lanze für die interkommunale Zusammenarbeit. Während Rählmann die Werbetrommel für die Stadtwerke Tecklenburger Land schlug, warb Lammers um junge Leute für die politische Arbeit. Bei der nächsten Kommunalwahl 2020 werde es eng, wenn es keinen vernünftigen Nachwuchs gebe, sorgte er sich.

Für die Lotter SPD sei Opposition gegen die Jamaika-Gruppe eine neue Rolle, „doch das wird auch wieder besser“, ist er überzeugt, dass es nach der nächsten Wahl wieder andere Verhältnisse geben wird. Doch zunächst steht im September in Lotte die Bürgermeisterwahl an, in der Lammers gegen eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus der in seinen Worten „Jamaika-Bande“ ins Rennen gehen wird.