Spaßpostkarten werben für Windenergie

Kreis. „Männer und Technik“ – „Rock around the Clock“ oder „Immer müssen wir Hinterhergehen“ heißen einige der humorvoll gestalteten Imagekarten, mit denen die Servicestelle Windenergie für den Ausbau der Windenergie wirbt. Angesiedelt beim „Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ kümmert sich die Einrichtung seit Jahren um Fragen rund um die Windenergie im Kreis Steinfurt.
Svenja Haverkamp, Diplom-Geografin und Kontaktperson der Servicestelle, stellte jetzt ihre Arbeit dem SPD-Netzwerk 83 in Westerkappeln vor. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von SPD-Fraktionsvorsitzenden aus dem Tecklenburg Land. Frank Sundermann, hiesiger SPD-Landtagsabgeordneter, hatte es 2010 ins Leben gerufen.
Dass es im Alltag der Servicestelle nicht immer so lustig zugeht wie auf den Imagekarten, erläuterte Haverkamp am Beispiel der „Bürgerwindparks“. Das sind Parks, an denen sich neben den Eigentümern auch die ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger und die Gemeinden beteiligen können. „Da müssen teilweise sehr unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden“, meinte Haverkamp. Das Vermarktungsinteresse der Grundeigentümer spiele eine genauso große Rolle wie die Forderungen des Naturschutzes. Hinzu kämen oftmals Ängste der Anwohner, die befürchten, durch den Schlagschatten rotierender Windmühlflügel, Geräusch-emissionen oder andere Einflüsse in ihrer Lebens- und Wohnqualität beeinträchtigt zu werden. „Hier bedarf es viel Fingerspitzengefühl, um erkennbare Konflikte möglichst frühzeitig auszuräumen.“ Daher habe die Servicestelle 2011 sieben Leitlinien entwickelt, die eine frühzeitige und faire Einbindung aller Beteiligten ermöglichen soll.
Frank Sundermann verwies darauf, dass der Gesetzgeber dem Bau von Windkraftanlagen aufgrund von Energiewende und Klimaschutz besondere Bedeutung zumesse. Das sei aber kein Freibrief für Antragsteller. Diese müssten verschiedene Gutachten vorlegen, die nachweisen, dass durch die geplanten Anlagen keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Ansonsten würden Genehmigungen nur mit Auflagen erteilt, wie etwa festgelegte Abschaltzeiten, durch die eine Beeinträchtigung durch Schlagschatten verhindert werde. Der Abgeordnete hob aber auch die positiven Seiten des Ausbaus der Windenergie für die Gemeinden hervor. „Neben der Bedeutung für ein gesundes Klima sind es auch die zusätzlichen Steuereinnahmen, die es den Kommunen ermöglichen, mehr Geld für die öffentliche Daseinsvorsorge, wie Schwimmbäder oder Nahverkehr, auszugeben.“