Neue LEADER-Richtlinien erleichtern Finanzierung

Kreis. Der gestiegene Fördersatz und die Berücksichtigung privater Mittel sind zwei Kriterien, die die Finanzierung von LEADER-Projekten deutlich erleichtern werden.
Darauf wies jetzt Ulrich Ahlke in einem Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten des Tecklenburger Landes, Frank Sundermann, hin. Der Westerkappelner Politiker hatte sich mit dem Leiter des Steinfurter Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit getroffen, um sich über den Stand der Bewerbungen zum dem neuen EU-Förderprogramm zur Stärkung des ländlichen Raums zu informieren. Am kommenden Mittwoch werden sich in Westerkappeln wieder ehrenamtlich Aktive, Verwaltungsleute und Kommunalpolitiker aus dem Tecklenburger Land treffen, um über Strategien und Projekte für die neue Förderperiode des LEADER-Programms zu sprechen.
„Richtig gut“ findet es der Steinfurter Amtsleiter, dass jetzt auch private Mittel bei der Kofinanzierung eingesetzt werden können. Bisher war es so, dass die von der EU als "nicht rückzahlbare Zuschüsse" zur Verfügung gestellten Mittel nur durch öffentliche Mittel ergänzt werden konnten. Das hatte unter anderem zur Folge, dass beispielsweise Sparkassen als staatlich kontrollierte Einrichtungen Geld geben konnten, Volksbanken, die dieser öffentlichen Kontrolle nicht unterliegen, aber nicht. „Eine wichtige Novellierung der Förderkriterien“ fanden beide Gesprächspartner. Denn auch wenn in der neuen LEADER-Periode die Fördermittel insgesamt fast verdoppelt wurden und der Fördersatz selbst von 50 auf 65 Prozent gestiegen ist, müssen immerhin noch 35 Prozent anders finanziert werden.
Aber noch ist es nicht soweit: Noch bedarf es weiterer Projektideen und teilweise auch noch der Qualifizierung der bereits eingegangenen Vorschläge, um als LEADER-Region anerkannt zu werden. Ob es letztlich klappt, wird sich voraussichtlich im April nächsten Jahres entscheiden.
Doch da sind Ulrich Ahlke und Frank Sundermann optimistisch. Ahlke, weil er die Region aufgrund der in der vergangenen Förderperiode entwickelten Strukturen gut aufgestellt weiß. Sundermann, weil er in Düsseldorf ein gewachsenes Bewußtsein für die Belange des ländlichen Raums erkennen kann. Beleg ist für den Abgeordneten die im NRW-Koalitionsvertrag festgehaltene Förderung ländlicher Räume, deren Eckpunkte er wesentlich mit formuliert hat. Denn als Gemeinderatsmitglied einer Bergbaugemeinde weiß er, mit welchen einschneidenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen die ländlichen Regionen zu kämpfen haben.
Ulrich Ahlke jedenfalls würde es sehr begrüßen, in dem Westerkappelner Abgeordneten einen wichtigen Mitstreiter und eine unüberhörbare „Stimme für den ländlichen Raum“ zu haben.